Handball

Pfadi bleibt auf Null sitzen

Die Winterthurer NLA-Handballer haben mit dem 26:29 (13:14) bei Meister Kadetten Schaffhausen auch das zweite Saisonspiel verloren.

Pfadis neuer Rückraumschütze Ante Kuduz erzielte gegen die Kadetten fünf Tore aus zehn Versuchen.

Pfadis neuer Rückraumschütze Ante Kuduz erzielte gegen die Kadetten fünf Tore aus zehn Versuchen. Bild: Heinz Diener

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Pfadi-Trainer Adrian Brüngger fasste das zusammen, was eigentlich allen in der spärlich gefüllten Schaffhauser Arena aufgefallen sein müsste: «Wir haben gegen zwei Spieler verloren.» Die hiessen: Nikola Marinovic und Gabor Csaszar. Torhüter der eine, Spielmacher der andere.

Marinovic machte früh einige Würfe der Winterthurer zunichte, am Ende standen in der Statistik des 40-jährigen Österreichers 20 Paraden. Csaszar erzielte bis zur 49. Minute 12 Tore aus 13 Versuchen. Damit hatte der 32-jährige Ungar bis dahin fast die Hälfte der Schaffhauser Tore zur 27:20-Führung erzielt und war weder von Pfadis Verteidigung noch von dessen Torhütern zu stoppen gewesen.

«Es hat zu lange gedauert, bis wir ihn in Kontaktsituationen bringen konnten. Das darf nicht passieren», sagte Brüngger zur langen Wehrlosigkeit gegenüber Csaszar. «Wir bekamen ihn nicht in den Griff und konnten ihn nicht einmal richtig stören», bemerkte Captan Marcel Hess zum gleichen Thema. Zudem bewies Csaszar, der MVP der vergangenen Saison, seine Klasse in den Würfen, die Arunas Vaskevicius und Matias Schulz immer wieder erwischten.

Die Unterschiede

Marinovic und Csaszar waren die klaren Pluspunkte der Schaffhauser. Die Winterthurer auf den entsprechenden Positionen dagegen stellten das Gegenteil dar, sie erwischten nicht ihren besten Tag. Pfadis Torhüter blieben lange wirkungslos, ehe Vaskivicius in den Schlussminuten wenigstens noch etwas Einfluss aufs Spiel nahm. Und die Spielmacher Pfadis, Kevin Jud und Filip Maros, erwiesen sich als die grössten Fehlerquellen. Die Leistungsunterschiede auf diesen zwei Positionen entschieden über die Punktevergabe.

Auf anderen Ebenen bewegten sich die beiden Mannschaften gleichauf. Pascal Vernier trat deutlich effizienter auf als noch beim Saisonstart gegen den BSV Bern, fünf Tore aus sieben Versuchen stellten seine positive Quote dar. Noch besser müsste indes das Zusammenspiel mit Rechtsaussen Cédrie Tynowski werden, der fast nie zum Abschluss kam. Ante Kuduz, der 21-jährige Weitschütze aus Kroatien, traf fünf Mal ins Tor und fünf Mal nicht. Er zeigte, mehr als seine Nebenleute im Aufbau, direkten Zug aufs Tor. Er scheint ein Gewinn zu sein. Kreisläufer Filip Gavranovic erzielte vier Tore und holte drei Penaltys heraus und Marvin Lier war ein sicherer Penaltyschütze. Aber auch sie blieben nicht von Ballverlusten verschont.

Keine Übermannschaft

Beide Teams schöpften nicht aus dem Vollen. Pfadi gezwungenermassen, indem die Aufbauer Roman Sidorowicz, Jonas Langerhuus und Michal Svajlen sowie Rechtsaussen Oliver Scheuner verletzt ausfielen. Bei den Kadetten, deren Linksaussen Manuel Liniger und Kreisläufer Christoffer Brännberger verletzt fehlten, blieben Aufbauer Andrija Pendic sowie die Rückraum-Linkshänder Michal Szyba und Ron Delhees auf der Bank sitzen.

Die Kadetten, mit zwei Niederlagen in die Meisterschaft gestartet, erwiesen sich nicht als Übermannschaft, auch nicht als eine, die in der Champions League gegen Grössen wie Barcelona, Kiel oder Paris Saint-Germain bestehen könnte. Es wäre für die Winterthurer an diesem Abend etwas drin gelegen; sie packten die Gelegenheit nicht.

Tief und Schlussspurt

Trotz aller Mängel blieben sie bis zur Pause dran. Die Vorentscheidung fiel in den Minuten danach, indem Pfadi aus den ersten zwölf Angriffen der zweiten Hälfte nur zwei Tore fertig brachte, was zum 22:15 führte. «Da hörten wir für ein paar Minuten auf Handball zu spielen», ärgerte sich Brüngger.

Nach Csaszars 27:20 zogen die Schaffhauser neun Minuten ohne Torerfolg ein, während Pfadi plötzlich wieder regelmässig zu skoren begann und unverhofft nochmals Spannung aufkommen liess. Richtig eng wäre es wohl geworden, wenn der Treffer von Marcel Hess nicht wegen Abstehens im Kreis annulliert worden wäre. Auf 25:27 hätte Pfadi da verkürzt – gegen einen nun unsicher gewordenen Gegner und mit 3,5 Minuten verbleibender Spielzeit. Letztlich gabs allerdings nicht mehr als eine weitere Niederlage in dieser Halle.

«Alle machten Fehler»

«Wenn wir in Schaffhausen gewinnen wollen, müssen wir über unseren Verhältnissen spielen», erklärte Hess. «Das schafften wir nicht. Alle Spieler machten Fehler, das reicht dann eben nicht.» Und den Bonus einer Nonchalance, den der HSC Suhr Aarau eine Woche davor bei seinem klaren Sieg in Schaffhausen genossen hatte, gestehen die Kadetten den Winterthurern ohnehin nie zu.

Mit ihrem ersten Sieg der NLA-Saison schoben sich die Kadetten vom letzten auf den drittletzten Platz vor, wogegen Pfadi nach zwei Einsätzen auf null Punkten sitzen bleibt. Ebenso wie Fortitudo Gossau, der Gegner am kommenden Mittwoch. Dann wärs definitiv an der Zeit, dass auch die Winterthurer mit dem Punkten beginnen. (zuonline.ch)

Erstellt: 11.09.2016, 11:44 Uhr

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