Lägern

Tiefenlager Nördlich Lägern doch nicht vom Tisch

Das Gebiet Nördlich Lägern bleibt im Auswahlverfahren für ein neues Tiefenlager. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat fordert weitere Unterlagen von der Nagra.

Der Kreis zeigt das Gebiet Nördlich Lägern.

Der Kreis zeigt das Gebiet Nördlich Lägern. Bild: Grafik ZU

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hatte im Januar die beiden Standorte Jura Ost (Bözberg) und Zürich Nordost (Weinland) für ein geologisches Tiefenlager vorgeschlagen. Vier ebenfalls untersuchte Gebiete – darunter auch der Standort Nördlich Lägern – wurden fallen gelassen.

Die Atomaufsichtsbehörde ENSI hat inzwischen die Unterlagen der Nagra im Detail geprüft. Dabei kam es zum Schluss, dass die Datengrundlage für den Indikator «Tiefenlage im Hinblick auf die bautechnische Machbarkeit» nicht vollständig ist und den «behördlichen Anforderungen» nicht gerecht wird, wie das Bundesamt für Energie (BFE) am Mittwoch mitteilte.

Die Nagra sei deshalb angewiesen worden, zusätzliche technisch-wissenschaftliche Berichte nachzuliefern – auch zum Standort Nördlich Lägern. Ohne diese Unterlagen sei eine abschliessende Beurteilung durch das ENSI nicht möglich, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Frage der maximalen Tiefenlage sei insbesondere relevant für die Beurteilung, ob das Standortgebiet Nördlich Lägern in der dritten Etappe weiter untersucht werden soll.

Alle sechs Standorte bleiben im Auswahlverfahren

Grundsätzlich gelte, dass alle sechs potenziellen Standortgebiete so lange im Auswahlverfahren bleiben sollen, bis der Bundesrat voraussichtlich 2018 entscheiden werde, welche Standortgebiete in der dritten Etappe tatsächlich vertieft untersucht werden sollen.

Dass die Nagra zusätzliche Datengrundlagen nachliefern muss, sei in derart komplexen, wissenschaftlich-technischen Prüfprozessen nichts Aussergewöhnliches, stellt das BFE fest. Es könne deshalb auch nicht ausgeschlossen werden, dass sich in der laufenden Detailprüfung noch weitere, zusätzlich zu dokumentierende Fragestellungen ergäben. Bisher zeichne sich dies aber nicht ab.

Regionalkonferenz ist enttäuscht

Klar ist laut BFE jedoch, dass sich die weitere Standortsuche für geologische Tiefenlager «spürbar» verzögern wird. Der zeitliche Aufwand für die Erarbeitung der zusätzlichen Unterlagen werde auf mehrere Monate geschätzt. Die Sicherheit stehe jedoch an oberster Stelle, schreibt das BFE. Das im «Sachplan geologische Tiefenlager» definierte Verfahren lasse den zeitlichen Spielraum für die Klärung offener Fragestellungen auch explizit zu.

Die Mitglieder der Regionalkonferenz Nördlich Lägern sind über den Entscheid des ENSI enttäuscht. Wie sie in einer Mitteilung schreibt, werde man nun erst in einem Jahr wissen, ob der Standort Nördlich Lägern definitiv zurückgestellt werde. (ori/sda)

Erstellt: 09.09.2015, 10:43 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles