Steinmaur

Vor den Festtagen kommen mehr Anfragen für finanzielle Unterstützung

Die Gemeinnützige Gesellschaft Bezirk Dielsdorf bietet finanzielle Hilfe. Die Beiträge dienen dazu, die Lebenssituation weniger begüterter Menschen nachhaltig zu verbessern.

Regula Müller ist seit zweieinhalb Jahren Präsidentin der Gemeinnützigen Gesellschaft Bezirk Dielsdorf.

Regula Müller ist seit zweieinhalb Jahren Präsidentin der Gemeinnützigen Gesellschaft Bezirk Dielsdorf. Bild: Heinz Diener

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Manchmal reicht das Geld nicht für die Sportförderung der Tochter oder den Musikunterricht des Sohnes. Für gewisse Weiterbildungskurse braucht es einen eigenen Laptop. Auch in der Schweiz gibt es Menschen, die sich das nicht leisten können. In einem solchen Fall ist es möglich, bei der Gemeinnützigen Gesellschaft Bezirk Dielsdorf (GGBD) mit Sitz in Sünikon einen Antrag um Unterstützung einzureichen. «Bedingung ist allerdings, dass die Menschen im Bezirk wohnen und ihren Antrag begründen», sagt Regula Müller, Präsidentin der GGBD.

2017 waren mehrere Hundert Anfragen beim GGBD eingegangen. «Dieses Jahr haben wir bisher nur etwas über 20 erhalten», sagt Müller. Erfahrungsgemäss kommen gegen Ende Jahr und vor den Festtagen mehr Anfragen für finanzielle Unterstützung.

Nicht alle Menschen leben in Wohlstand

Es gibt auch im Zürcher Unterland Familien, die es sich nicht leisten können, ihren Kindern ein Weihnachtsgeschenk zu kaufen, weiss Müller aus ihrer Tätigkeit bei der Gesellschaft. «Viele scheuen sich aber auch, bei uns nachzufragen», sagt sie. Die Hemmschwelle sei für manche zu hoch. Müller führt das darauf zurück, dass vielerorts die Meinung vorherrscht, dem Schweizervolk gehe es gut, und alle Menschen würden in einer Wohlstandsgesellschaft leben.

Sie habe auch schon selber eine Frau dazu animiert, sich bei der GGBD zu melden. «Es brauchte viel Überzeugungsarbeit, weil sie sich schämte, fremde Hilfe anzunehmen.» Doch dafür gibt es gemäss Müller überhaupt keinen Grund. Der sechsköpfige Vorstand, zu dem auch ein Rechtsanwalt gehört, beurteilt jede Anfrage seriös nach einem vorgegebenen System und entscheidet nach dem Mehrheitsprinzip über einen finanziellen Zustupf.

Anfragen müssen begründet sein

«Es braucht nicht viel, um mit uns in Kontakt zu treten», sagt Müller. Auf der Website der GGBD findet man unter dem Stichwort «Gesuche» drei Vorlagen, um eine Anfrage zu machen: Beitragsgesuch für Einzelpersonen, Beitragsgesuch für Familien und Gesuch um Projektunterstützung. «Wer unsicher ist, ob es sich für ihn oder sie lohnt, einen Antrag zu stellen, kann sich vorgängig auch telefonisch bei uns melden.»

«Es braucht nicht viel,
um mit uns in Kontakt
zu treten.»
Regula Müller
Präsidentin
der Gemeinnützigen Gesellschaft
Bezirk Dielsdorf

Wichtig ist, dass das Gesuch begründet ist, sich auf eine konkrete Sache bezieht und alle erforderlichen Angaben korrekt sind. «Auf Wünsche, die nichts mit der aktuellen Lebenssituation zu tun haben, können wir leider nicht eingehen.» Wer bei der GGBD mitarbeitet, untersteht der Schweigepflicht. Müller versichert, dass nichts von dem, was sie über die persönliche Situation der Menschen erfahren würden, jemals den Weg an die Öffentlichkeit finde.

Das gilt insbesondere auch für die unentgeltliche Rechtsauskunft. Einmal pro Monat hält eine Rechtsanwältin Sprechstunde in Niederhasli. Den Raum dafür stellt die Gemeinde unentgeltlich zur Verfügung. «Dieses Angebot wird sehr gut genutzt», sagt Müller. Ohne Voranmeldung kann man dort vorbeigehen und sein Anliegen vortragen.

Bei der Gemeinnützigen Gesellschaft des Bezirks Dielsdorf steht die Unterstützung Jugendlicher und junger Erwachsener im Zentrum. «Sie sind unsere Zukunft», sagt Müller. «Wir wollen dazu beitragen, dass sie sich positiv entwickeln und einen ansprechenden Lebenslauf vorweisen können. Der Start ins Berufsleben soll gelingen.» Das Thema Aus- und Weiterbildung werde immer wichtiger.

Reintegration in den Arbeitsalltag

Auch Frauen und Männer, die durch Krankheit oder Unfall vorübergehend aus dem Erwerbsleben ausscheiden mussten und den Wiedereinstieg planen, sind bei der GGBD am richtigen Ort. «Wir begleiten sie finanziell auf dem Weg der Reintegration und kommen zum Beispiel für die Kosten einer Umschulung auf», sagt die GGBD-Präsidentin. Sie steht der GGBD seit zweieinhalb Jahren vor. «Mir gefällt diese ehrenamtliche Arbeit, bei der die Menschen im Zentrum stehen.» Sie weist auf die gute Zusammenarbeit mit den anderen fünf Vorstandsmitgliedern hin. «Wir alle haben Freude daran, anderen eine Freude zu machen», sagt die Geschäftsfrau. «So etwas muss einfach Platz haben in unserem Leben.»

Bestätigung für ihr Engagement erhält sie durch positive Rückmeldungen in Form von Anrufen, Dankesbriefen oder einer kleinen Aufmerksamkeit von Frauen und Männern, denen die GGBD geholfen hat.

Erstellt: 06.11.2019, 21:16 Uhr

Gemeinnützige Gesellschaft Bezirk Dielsdorf (GGBD)

Die Gemeinnützige Gesellschaft Bezirk Dielsdorf (GGBD) gibt es seit 1938. Gegenwärtig zählt sie 534 Mitglieder. Davon sind 510 Einzelmitglieder und 24 Kollektivmitglieder, zu denen auch verschiedene Politische Gemeinden aus dem Bezirk gehören. Letztere bezahlen einen Jahresbeitrag von 350 Franken, für Einzelmitglieder liegt der Betrag bei 30 Franken. Sie ist Teil der Dachorganisation Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG), die 1810 als Verein gegründet wurde und sich für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft in der Schweiz einsetzt.

Im vergangenen Jahr sind rund 20'000 Franken ausgegeben worden für die Unterstützung von Personen und Institutionen im kulturellen und sozialen Bereich, wo die öffentliche Hand keine Möglichkeit hat, weil der Bedarf zu keinem Angebot passt. Die GGBD ist der Gemeinnützigkeit verpflichtet und hat folgende Ziele: Gemeinschaftssinn im Bezirk fördern, Einzelpersonen in Not unterstützen, Jugendprojekte ermöglichen, kulturelle Anlässe organisieren und den Kontakt zwischen den Mitgliedern der GGBD fördern.

Ausser den Mitgliederbeiträgen fliessen Spenden und Legate in die GGBD, die zudem über ein Eigenkapital von knapp 170'000 Franken verfügt. Der Vorstand ist verpflichtet, dieses Vermögen im Sinn der Gemeinnützigkeit einzusetzen.

Alle Informationen zu der Organisation sind auf www.ggbd.ch erhältlich.

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!