Lufingen

Wenn Schuhe und BHs vom Himmel baumeln

Ein Paar Schuhe hängt zurzeit in Lufingen über der Hauptstrasse. Das Phänomen ist als Strassenkunst bekannt. Möglicherweise gibt es aber auch eine andere Erklärung für die Schuhe am Himmel.

Kunst oder Vorsichtsmassnahme? Der Herkunft der Schuhe, die in Lufingen über der Hauptstrasse hängen, ist nicht bekannt.

Kunst oder Vorsichtsmassnahme? Der Herkunft der Schuhe, die in Lufingen über der Hauptstrasse hängen, ist nicht bekannt. Bild: Paco Carrascosa

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An den Schnürsenkeln zusammengebunden hängen in Lufingen zwei Treter an einem Kabel, welches zwischen zwei Strassenlaternen über die Zürcherstrasse gespannt ist in etwa sechs Metern Höhe. Doch wieso hat sich jemand die Mühe gemacht, seine alten Latschen über das Kabel zu werfen? Gleich beim ersten Versuch dürfte es wohl nicht geklappt haben.

Seit geraumer Zeit hängt dieses Paar Schuhe in luftiger Höhe über der Zürcherstrasse. Bild: Paco Carrascosa

Ein Blick ins Internet liefert eine mögliche Erklärung. So könnte es sich um sogenanntes «Shoefiti» handeln, wohl in Anlehnung an die bekannten «Graffiti». Die Herkunft des Phänomens, welches ab und an auch in amerikanischen Spielfilmen zu sehen ist, lässt sich nicht restlos klären. So gibt es Theorien, dass früher Gangs oder Drogendealer per Schuhwurf kommuniziert haben. Andere sind der Meinung, dass es sich um einen alten Soldatenbrauch handelt oder es ein schottischer Initiations-Ritus junger Männer sein soll. Die Seite shoefiti.com zählt all diese Entstehungslegenden auf. Laut der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» handelt es sich beim «Shoefiti» heutzutage ganz einfach um Strassenkunst. Wer Shoefiti ambitioniert betreibe, der verstehe sich durchaus als Vertreter einer Form von Kunst. In Internetforen würden sich Anhänger über ihre Erlebnisse und Sichtungen austauschen. Auch Videos von «Shoefiti»-Aktivisten sind zu sehen, die ihre Schuhe möglichst kunstvoll und akrobatisch auf Masten und Leinen platzieren oder auch von den Gepäckablagen in Bussen baumeln lassen. Andere werfen ihre ausgedienten Treter einfach heimlich hoch.

Während deutsche Medien bereits ausgiebig über «Shoefiti» berichtet haben, scheint es sich in der Schweiz noch nicht verbreitet zu haben. Zumindest das Tiefbauamt des Kantons Zürich hat keine Kenntnis davon. «Das Phänomen ist uns nicht bekannt, entsprechend können wir keine Aussage zur Häufigkeit machen», sagt Mediensprecher Markus Pfanner. Der Kanton hat allerdings keine Freude an dieser Form von Strassenkunst. «Um die ordnungsgemässe Nutzung der Strasseninfrastruktur zu gewährleisten, werden die Schuhe entfernt», führt Pfanner aus.

Vorsicht vor Stromleitungen

In Köln ist es wegen eines «Shoefitis» immerhin zu einem tragischen Zwischenfall gekommen. Zwei junge Männer wollten alte Turnschuhe mit einer Teleskopstange von einem Baum angeln. Dabei touchierten sie eine Stromleitung und erlitten Stromschläge. Deutsche Energiewerke mahnen die Shoefiti-Fetischisten denn auch: «Finger weg von Stromleitungen!»

Laut Lufingens Gemeindeschreiber Kurt Renk könnte es aber noch eine andere Erklärung für die Schuhe auf dem Kabel geben: «Möglicherweise wurden die Schuhe dort von Bauarbeitern mit Absicht angebracht, um das Kabel zu signalisieren, also gewissermassen als Sicherheitshinweis.» Renk selber habe dieses Vorgehen durch eine Baufirma bereits einmal beobachtet.

Wie auch immer die Schuhe in Lufingen auf das Kabel gelangt sind: Aus Berlin vermelden deutsche Medien bereits einen neuen Trend. Er nennt sich «Brafiti». Dabei werden BHs auf Bäume und Laternen geschleudert. Um einen Sicherheitshinweis dürfte es sich dabei wohl nicht handeln.

Erstellt: 29.11.2019, 14:07 Uhr

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