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Zum 90. Geburtstag erklingen musikalisch italienische Perlen

Das 90-jährige Bestehen des Gemischten Chors Otelfingen (GCO) wurde mit einer edlen Darbietung italienischer Musik gefeiert. Das nächste Konzert findet in Zürich statt.

Der Gemischte Chor Otelfingen beging seinen 90. Geburtstag im festlichen Rahmen mit einem heimischen Auftritt in der reformierten Kirche.
Der Gemischte Chor Otelfingen beging seinen 90. Geburtstag im festlichen Rahmen mit einem heimischen Auftritt in der reformierten Kirche.
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Es war eine prachtvolle, lebendige und auch andächtige Vorstellung, die der Gemischte Chor Otelfingen (GCO) seinen Zuhörern bot. «Perlen Italienischer Chormusik» hiess das Spektrum des Konzerts am letzten Samstagabend und reichte von Komponisten der Renaissance bis zu Grosswerken von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini. Runde 90 Jahre Bestehen feiert der 50-köpfige Chor dieses Jahr, so war der Rahmen festlich.

Die reformierte Kirche Otelfingen war mit 280 Personen auf den letzten Platz besetzt, als die edel gekleideten Sängerinnen und Sänger mit ihrem Dirigenten Matthias Kofmehl, der den Chor nach elf Jahren verlassen wird, ihre Bühne betraten. Am Flügel begleitete den GCO wie so oft Urs Vonesch, als Solisten sangen Ernst Bucher (Tenor) und Claudio Danuser (Bass).

Nach «Alta Trinita beata» eines anonymen Komponisten hörten die Besucher zwei fröhliche Stücke von Orlando di Lasso, «Das Echo» bei dem ein Teil des Chors für den titelgebenden akustischen Effekt vom Balkon aus sang, und ein ironisches Werben eines Deutschen um eine Italienerin in «Matona mia cara».

Carlo Gesualdo komponierte mit «O vos omnes» eine musikalische «Übersetzung» der Pietà von Michelangelo – den Moment, in dem Maria den vom Kreuze genommenen Jesus in ihrem Schoss hat. Der Titel beziehe sich auf Marias Worte, sagte Kofmehl: «Oh ihr alle, die ihr des Weges kommt. Schaut her und seht, ob es einen Schmerz gibt, gleich meinem Schmerz.» Ebenso andächtig tönte Giuseppe Verdis «O padre nostro», also «Vater unser».

18-jähriges Genie

Die vielleicht mit Abstand beste Maturarbeit der Welt war schliesslich für den Schluss reserviert. Giacomo Puccini komponierte 1880 als 18-Jähriger eine 45-minütige Vertonung des Messordinariums, die «Messa di Gloria», als Abschlussarbeit seines Studiums am Instituto Musicale Pacini. «Wenn man das hört, versteht man, dass unglaubliche Opern wie Madame Butterfly bei ihm folgen mussten.» Der Chor zog alle Register seines Könnens und bekam vom Publikum eine lange Standing Ovation.

«Es war eine unglaubliche Leistung», sagte eine Dällikerin, die den GCO regelmässig besucht. «Ihr Niveau ist wirklich beeindruckend.» Die «Messa di Gloria» sei auch das bisher längste und schwierigste Unterfangen des Chors, sagte Präsidentin Dorothea Forster. «Wir haben vor zwei Jahren entschieden, was wir singen werden», sagte Dirigent Matthias Kofmehl. Er blicke auf die elf Jahre mit dem Chor sehr positiv zurück und freue sich über die Fortschritte, die fortlaufend gemacht worden seien.

Der am 1. Dezember 1927 gegründete Gemischte Chor Otelfingen ist ein fester Bestandteil der Furttals. Gesangsfeste, Abendunterhaltungen, Gottesdienste – überall wirkt er mit. Sein Niveau wir auch an Wettbewerben anerkannt. An den Schweizer Gesangsfesten 2008 und 2015 bekam der Chor die Bewertung «ausgezeichnet.» So sollte auch das dritte und letzte Konzert des Jubiläums werden: Am Samstag, 18. November singt der Chor um 20 Uhr in der katholischen Kirche Bruder Klaus in Zürich-Unterstrass.

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