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ZugespitztNicht nur die Covid-App muss weg

Die Swiss-Covid-App ist längst nicht die einzige, der das Referendumskomitee den Kampf ansagen müsste.

Über die Gesetzesgrundlagen für die Corona-Warn-App soll das Stimmvolk befinden. Eine Gruppierung hat ein entsprechendes Referendum lanciert.
Über die Gesetzesgrundlagen für die Corona-Warn-App soll das Stimmvolk befinden. Eine Gruppierung hat ein entsprechendes Referendum lanciert.
Bild Keystone

Liebe Verschwörungstheoretiker und -theoretikerinnen, wo ihr doch grad dabei seid, die Swiss-Covid-App per Referendum zu versenken, hätte ich hier noch ein paar weitere Vorschläge. Das Unterschriftensammeln gegen die «digitale Diktatur» ginge dann gleich in einem Aufwisch. Die Covid-App ist nämlich längst nicht die einzige, die euch gefährlich erscheinen müsste. Hier ein paar Inputs:

Outdoor-Apps

Sagt den digitalen Gefahrenherden, wie «Bergfex» oder «Schweiz Mobil» unbedingt den Kampf an. Sie stiften unerfahrene Menschen zu potenziell lebensbedrohlichen Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren an. Und noch viel schlimmer: Sie sorgen dafür, dass mein geliebter Apfelstrudel in der Berghütte schon um 11 Uhr ausverkauft ist, was unter Umständen zu einer Unterzuckerung, einem Sturz und damit zu einer unerwünschten Belastung des schweizerischen Gesundheitssystems führen kann.

Wetter-Apps

Auch sie sind des Teufels. Falsch-positive Prognosen können zu einem Grillabend verleiten. Wenn es dannund das ist ja meistens der Fallletztlich doch aber aus Kübeln giesst, droht die stundenlange Quarantäne mitsamt Gästen im Wohnzimmer.

Shopping-Apps

Sie fördern den gesellschaftlichen Druck des Konsumverhaltens, verleiten zum Geldausgeben, führen zur Überschuldung oder gar zu einer «Diktatur des Konsums», wie wir sie aus Amerika kennen. Ausserdem ist im Parlament nie seriös darüber diskutiert worden, ob das Volk überhaupt einkaufen will.

Dating-Apps

Stellvertretend seien hier «Tinder» oder «Parship» genannt. Diese digitalen Schlangen verführen treue Menschen. Sie fühlen sich genötigt, eine neue Beziehung einzugehen. Richtig-positive Resultate bei der Partnersuche enden vielleicht gar in einer Scheidungund das wollen wir doch nicht, n’est-ce pas?

Liefer-Apps

Ganz gefährlich! Wer sein Essen per Knopfdruck bestellt und liefern lässt, verbrennt bei der Nahrungssuche und -zubereitung keine Kalorien. Das führt mittel- und längerfristig zu Übergewicht, Diabetes, Herzkrankheiten. Eine tickende Zeitbombe für Volksgesundheit und -wirtschaft.

Medien-Apps

Jetzt, liebes Referendumskomiteejetzt wird es ganz, ganz gefährlich, denn durch Zeitungs-Apps könnte das Denken angeregt werden. Und das wollen wir doch nicht riskieren. So läuft man nämlich Gefahr, inne zu werden, dass das Herunterladen der Swiss-Covid-App absolut freiwillig und ein Referendum deshalb ziemlich sinnfrei ist.