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56. Solothurner FilmtageOnline ist die einzige Option

Zuerst als Spielbein gedacht, jetzt als Standbein fixiert: Die 56. Solothurner Filmtage finden auf einer neuen Online-Plattform statt.

So wars 2020: Filmtage-Präsident Felix Gutzwiller, Bundesrat Alain Berset mit Ehefrau Muriel Zeender Berset und Filmtage-Direktorin Anita Hugi bei der Eröffnung der 55. Solothurner Filmtage.
So wars 2020: Filmtage-Präsident Felix Gutzwiller, Bundesrat Alain Berset mit Ehefrau Muriel Zeender Berset und Filmtage-Direktorin Anita Hugi bei der Eröffnung der 55. Solothurner Filmtage.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Es war einer der letzten Schweizer Grossanlässe vor Corona. Die 55. Solothurner Filmtage, die ersten unter der Leitung von Anita Hugi, zählten 66’000 Besucher, und es war im Januar 2020 im Prinzip wie immer: Nebel in den Gassen, Grossandrang in den Sälen, das Ticketingsystem stiess an seine Grenzen.

Inzwischen ist die Lage bei Schweizer Filmfestivals wegen Corona unübersichtlich geworden. Einige Anlässe wie das Zurich Film Festival brachten mit Glück ein physisches Vollprogramm durch, andere wählten ein verschlanktes Hybridprogramm (Locarno), wichen auf Online aus (Winterthur) oder sagten gänzlich ab (Genf). Und Solothurn?

Man habe diese Sonderedition zunächst als Hybridvariante vorbereitet, sagt Filmtage-Direktorin Anita Hugi. Aufgrund der aktuellen Lage – bis Ende Januar 2021 gilt für Veranstaltungen eine Obergrenze von 30 Personen – werden die 56. Filmtage nun aber als Onlinefestival stattfinden. Eine minimale physische Anbindung vor Ort sei denkbar, sagt Filmtage-Präsident Felix Gutzwiller, die grossen Spielstellen Reithalle, Landhaus und Konzertsaal müssten jedoch geschlossen bleiben.

Ein gewisses Festivalfeeling soll erhalten bleiben

Präsentiert wird die kommende Ausgabe auf einer neuen Onlineplattform, die laut Hugi bereits seit Mai 2020 entwickelt wurde – «zunächst als Spielbein, jetzt ist es unser Standbein». Man wolle jedoch keine Onlinefilmhalde errichten, es werde also nicht alles aufs Mal aufgeschaltet, sondern ungefähr 15 Filme pro Tag, sagt Hugi. Damit soll ein gewisses Festivalfeeling mit Bezahlangebot erhalten bleiben. Geplant sind zudem Onlinefilmgespräche und andere digitale Begegnungsformen.

Hugi betont, dass nicht nur sämtliche Programmsektionen und Preise für die 56. Filmtage beibehalten werden, sondern auch eine neue Sektion («Im Atelier») und ein neuer Preis («Opera Prima» für Erstlingswerke, dotiert mit 20’000 Franken) geschaffen wurden. Als positives Signal in schwierigen Zeiten. Insgesamt wurden 651 Filme eingereicht (Vorjahr: 626), zum Programm waren zum jetzigen Zeitpunkt erst grobe Züge zu erfahren: Das Programm «Rencontre» ist dem Tessiner Regisseur und Produzenten Villi Hermann gewidmet, beim «Fokus» widmet man sich der Filmkritik.

56. Solothurner Filmtage: 20. bis 27. Januar 2021, www.solothurnerfilmtage.ch