Auto

Abgespeckt und zugelegt

Kann ein SUV als Limousine, Offroader und Sportwagen auftrumpfen? Der neue Porsche Cayenne meistert diese Ansprüche souverän.

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«Wenn wir einen Geländewagen nach unseren Qualitätsansprüchen bauen würden, der zudem den Porsche-Schriftzug trägt, dann würden es die Leute kaufen.» Diese Vision von Ferry Porsche († 1998), dem Sohn des Automobilkonstrukteurs Ferdinand Porsche, gegenüber der Zeitung «Die Welt» Anfang 1989 sollte im Jahr 2002 Tatsache werden, als Porsche seine bis dahin nur aus Sportwagen bestehende Modellpalette um einen Sport Utility Vehicle (SUV) erweiterte. Binnen 15 Jahren haben die Stuttgarter vom Erfolgsmodell rund 800'000 Exemplare verkauft.

Die vollkommen neu entwickelte dritte Generation des Porsche Cayenne orientiert sich optisch stark an der Sportwagen-Ikone 911 und kommt nun noch athletischer und komfortabler daher. Der SUV wirkt filigraner als das Vorgängermodell. Zudem hat der Neue trotz deutlich mehr Ausstattung 65 Kilogramm abgespeckt. Hülle, Chassis, Fahrwerkskomponenten und Front sind komplett aus Aluminium.

Zum Marktstart im Dezember ist der neue Cayenne mit zwei Triebwerken zu haben. Ein 6-Zylinder-Turbomotor mit drei Litern Hubraum leistet 340 PS (40 mehr als bisher) und entwickelt ein Drehmoment von 450 Nm. Damit sorgt bereits das 91'500 Franken kostende Basismodell mit souveränen Fahrleistungen für viel Spass. Aus dem Stand auf Tempo 100 km/h vergehen gerade mal 6,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 245 km/h angegeben. Wer noch mehr Power sucht, kann den Cayenne S für 112'200 Franken mit dem 2,9-Liter-V6-Motor mit Biturboaufladung bestellen. Dieses ebenfalls neu entwickelte Aggregat leistet 440 PS (20 mehr als beim Vorgänger) und erreicht ein Drehmoment von 550 Nm. Entsprechend kürzer fällt mit 5,2 Sekunden die Beschleunigung von 0 bis 100 km/h aus. Erst bei Tempo 265 km/h ist laut Werk Schluss.

Unbestrittenes motorisches Prunkstück ist unter der Haube des etwas später in den Verkauf gelangenden Cayenne Turbo zu finden, wo ein 4-Liter-V8-Biturbo bei einem maximalen Drehmoment von 770 Nm satte 550 PS entwickelt und für fulminante Fahrleistungen sorgt. Die Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 in 4,1 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 286 km/h sprechen für sich. Für diese Topversion ist man ab 169'500 Franken dabei.

Im Fahrbetrieb auf öffentlichen Strassen muss man schon sehr disziplinert sein, um die 550 ungestümen Pferdchen zu zügeln und sich nicht von der im Überfluss abrufbaren Power verführen zu lassen. Bei zügig angefahrenen Biegungen klebt das Fahrzeug dank dem Leichtbau-Fahrwerk förmlich auf der Fahrbahn. Die neue Mischbereifung auf jetzt mindestens 19 Zoll grossen Rädern verbessert die Stabilität und die Fahrdynamik in Kurven.

Auch im Gelände bietet der Cayenne unkomplizierten Fahrspass. Mehrere Offroad-Modi machen es dem Fahrer einfach, das passende Setup für den Einsatz zu wählen. Standardeinstellung ist das Strassenprogramm. Weitere Modi aktivieren die Konditionierung auf problematischem Gelände: schlammigem Untergrund, Sand oder felsigem Terrain. Fast müssig zu erwähnen, dass der Porsche-SUV auch auf langen Strecken als bequeme und geräumige Reiselimousine eine gute Figur macht.

Der neue Cayenne – alle Versionen sind serienmässig mit Allradantrieb bestückt – verdankt sein erweitertes Spektrum zwischen Sportlichkeit und Komfort nicht zuletzt dem neuen 8-Gang-Tiptronic-S-Getriebe. So kommen kürzere Schaltzeiten und sportlichere Übersetzungen in den unteren Gängen sowohl im Normalbetrieb als auch im Gelände spürbar zum Tragen.

Das Cockpit ist neu und gefällt durch seine Übersichtlichkeit und das hübsche Design. Platz gibt es ausreichend, auch auf der Rückbank. Die Verarbeitung innen und aussen ist Porsche­typisch hochwertig und edel.

Mit der dritten Generation des Cayenne endet nach 17 Jahren dessen Produktion in Leipzig. Künftig kommt der SUV komplett aus Bratislava, wo auch die Schwestermodelle VW Touareg und Audi Q7 vom Band laufen. Eine Dieselversion figuriert vorderhand nicht im Angebot. Ob Porsche nach dem Abgasskandal rund um das Modell mit 3-Liter-TDI (Euro 6) auch den Neuen mit Selbstzündern anbietet, war an der internationalen Pressepräsentation nicht zu erörtern. Mit Bestimmtheit wird es aber eine Benzin-Hybrid-Variante sowie einen V8 geben. Zudem ist eine Coupé-Version in der Pipeline. (zuonline.ch)

Erstellt: 22.11.2017, 17:19 Uhr

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