Auto

Bella Macchina belebt SUV-Segment

Was lange währt, wird endlich gut. Dies trifft auf den Alfa Romeo Stelvio treffend zu, den ersten SUV der Marke in ihrer langen Geschichte.

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Die Italiener haben sich Zeit gelassen. Viel Zeit. Denn erstmals in der Geschichte der 1910 gegründeten Traditionsmarke bietet nun auch Alfa Romeo einen SUV namens Stelvio an. Der Name ist eine Hommage an den höchsten asphaltierten Pass in den italienischen Alpen und den zweithöchsten in ganz Europa – das Stilfser Joch (2757 m ü. M.)

Der erste Offroader von Alfa Romeo ist der Stelvio streng genommen allerdings nicht. Denn bereits Anfang der Fünfzigerjahre fertigten die Turiner für das italienische Militär über 2000 Einheiten des allradgetriebenen Geländewagens Matta (italienisch «die Irre») an, ehe die Armee 1954 zum technisch einfacheren und günstigeren Fiat Campagnola wechselte. Von der Matta gab es auch 154 zivile Ausführungen für Alfisti, die auf keinen Fall etwas verpassen wollten.

Nun ist also Alfa Romeo als einer der letzten Automobilhersteller auf den boomenden SUV-Zug aufgesprungen. Als Plattform dient das Mittelklassemodell Giulia. 1,66 Tonnen schwer, 4,68 Meter lang, 2,1 Meter breit sowie 1,67 Meter hoch, stellt der Stelvio eine stattliche Erscheinung dar, ohne dabei martialisch zu wirken, wie das bei Konkurrenzprodukten schon mal der Fall ist. Vielmehr kommt der SUV mit einem unverwechselbaren Markendesign daher und verströmt Lifestyle-Feeling mit einem Schuss Eleganz. Denn auch in der Seitenlinie wirkt der Stelvio eher wie eine schlanke Mittelklasselimousine.

Im gleichen Stil geht es im geräumigen Innenraum mit seiner hochwertigen Ausstattung weiter. Beispiel dafür sind etwa das genarbte Leder für die Sitzbezüge und Dekorleisten aus Edelholz. Fahrer und Beifahrer können es sich auf den achtfach verstellbaren und beheizbaren Sitzen gemütlich machen.

Die sportlich ausgelegten Vordersitze sind sehr bequem und bieten einen ausgezeichneten Seitenhalt. Genügend Platz finden auch drei Mitfahrer auf der Rückbank vor. Wer allerdings eine Grösse von 1,8 Metern erreicht, muss schauen, wie er seine Beine am besten platziert.

Selbstverständlich lassen sich die hinteren Sitze mit einem einfachen Griff abklappen. Der Kofferraum fasst 525 Liter und ist über die elektrische Heckklappe bequem zugänglich. Raffiniert, wie die Endstellung bei geöffneter Heckklappe in acht Stufen variiert werden kann, einstellbar über das Infotainmentsystem Alfa Connect.

Das Prunkstück des Stelvio ist unter der Haube in Form eines muskulösen, 280 PS leistenden Turbobenziners zu finden; daneben steht zum Marktstart ein Turbodiesel mit 210 PS zur Wahl. Angesichts der grossen motorischen Potenz der Paradeausführung tut der Fahrer gut daran, sich in Disziplin zu üben. Andernfalls können schnell einmal Bussenzettel ins Haus flattern.

Die erste Bekanntschaft auf einer vorwiegend kurvigen Strecke von Innsbruck nach Sölden und hinauf ins Skigebiet Hochgurgl auf 2154 Metern in den Ötztaler Alpen hat hell begeistert. Der 2-Liter-Vierzylinder generiert ein üppiges Drehmoment von 400 Nm bei 2250 Umdrehungen und sorgt für Beschleunigungswerte, die das Herz jedes eingefleischten Alfisti höherschlagen lassen. Das Aggregat reagiert spontan auf Gasbefehle und geht freudig zur Sache.

Die Leistungsdaten sind denn auch beeindruckend, wie den Werksangaben zu entnehmen ist: In 5,7 Sekunden erledigt der Stelvio den Spurt von 0 auf 100 km/h und stösst erst bei 230 km/h an seine Grenzen. Der durchschnittliche Verbrauch wird mit 7 Litern pro 100 Kilometer angegeben.

Für viel Fahrspass und Sicherheit sorgt das gut abgestimmte Fahrwerk, das auch in forsch angegangenen Kurven nie die Contenance verliert und dafür sorgt, dass die feurige Italienerin wie auf Schienen ihres Weges zieht. Der permanente Allradantrieb garantiert die bestmögliche Traktion. Bei normalen Strassenverhältnissen wird die Antriebskraft zu 100 Prozent auf die Hinterräder geschickt. Sobald sich Schlupf aufzubauen beginnt, wird das Drehmoment blitzschnell bis zu 50 Prozent auf die Vorderräder gegeben. Geschaltet wird über eine diskret arbeitende 8-Gang-Automatik, die mit dem Motor optimal zusammenarbeitet.

Das Parademodell mit dem 280 PS starken 2-Liter-Benziner kostet in der Ausführung First Edition 64‘900 Franken und in der Version Super 57'950 Franken. Die 2,2-Liter-Dieselversion (210 PS) ist für 54‘150 Franken zu haben. Alle Modelle sind ab sofort lieferbar. (zuonline.ch)

Erstellt: 10.05.2017, 15:01 Uhr

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