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Kleiner Kombi mit grosser Vergangenheit

Vier Jahre nach der Markteinführung der vierten Clio-Generation hat Renault den Fünftürer und den viel mehr Platz bietenden Grandtour mit einem Facelift und einem effizienten 110-PS-4-Zylinder-Turbodiesel wieder richtig auf Kurs gebracht.

Der Clio hat vor mehr als einem Vierteljahrhundert die Nachfolge des erfolgreichen Renault 5 angetreten und gehört seither zu den elementaren Stützen der Modellpalette des französischen Automobilherstellers. Im Gegensatz zu vielen anderen Baureihen handelt es sich bei der Bezeichnung nicht um eine eigenstän­dige Kreation. Mindestens fortgeschrittene Kreuzworträtselfreunde verbinden den Namen mit der griechischen Mythologie, in der Clio als Muse der Heldendichtung und der Geschichtsschreibung erwähnt wird. Die Tochter des Zeus gilt nach verschiedenen Quellen als Schutzpatronin der Historiker. Dass sie auch Renault unsterblich machen könnte, war wohl der Wunschgedanke der Namensgeber des beliebten Kleinwagens.

Wie der viele Verkaufsranglisten anführende Fünftürer profitiert auch der Kombi von der sanften Modellpflege und dem erweiterten Motorenprogramm. Der 4,27 Meter lange und mit Aussenspiegeln fast zwei Meter breite Clio Grandtour garantiert mit dem neuen 1,5-Liter-4-Zylinder-Turbodiesel überzeugende Fahrleistungen und trotzdem ­akzeptable Verbrauchswerte. Um mit den vom Werk versprochenen 3,5 Litern Diesel 100 Kilo-meter weit zu kommen, sind der Eco-Modus und zusätzliche Sparmassnahmen unerlässlich. Vier Liter kommen der Realität wesentlich näher, und auch damit braucht sich Renault nicht zu verstecken. Das maximale Drehmoment von 260 Newtonmetern wird bei 1750 Umdrehungen pro Minute erreicht und beschleunigt den kleinen Kombi aus dem Stand in 11,2 Sekunden auf Tempo 100. Dass der starke Diesel­motor nur in Kombination mit dem leicht zu schaltenden Sechs-Gang-Schaltgetriebe angeboten wird, erhöht das Fahrvergnügen.

Mit der harmonischen Antriebseinheit und der praktisch alles umfassenden Swiss-Edition-Ausstattung ist der neue Clio Grandtour allerdings kein Schnäppchen. In der Schweiz wird das Topmodell für knapp 27'000 Franken angeboten und ist damit gut 10'000 Franken teurer als das 1,2-Liter-Basismodell mit 75 PS. Der Mehrwert ist jedoch praktisch in allen Belangen spürbar. Brillantschwarze 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und getönte Heckfenster gehören ebenso dazu wie der schlüssellose Zugang, die freundliche Stoff-/Velourspolsterung, beheizbare Vordersitze, die wegen der eingeschränkten Sicht nach hinten äusserst nützliche 360-Grad-Einparkhilfe mit Rückfahrkamera, der Easy-Parkassistent für das fast selbstständige Ein- und Ausparken und das moderne Multimediasystem R-Link-Evolution mit Onlinezugang, das wie ein integrierter Tablet-Computer funktioniert. Was früher erst in der Mittelklasse verfügbar war, wird heute auch in der Kleinwagenklasse vorausgesetzt.

Die bescheidenen Aussenmasse beeinträchtigen den Komfort. Die hoch positionierten Vordersitze und das einladende Cockpit sind zwar über jeden Zweifel erhaben. Im Fond können sich mangels Knie- und Beinfreiheit über längere Distanzen aber nur Kleingewachsene oder Kinder wirklich wohl fühlen. Besser aufgehoben ist das Gepäck. Durch das Umklappen der Rücksitzlehne lässt sich das Ladevolumen von 445 auf beachtliche 1380 Liter erweitern. Wird auch noch der Beifahrersitz abgeklappt, lassen sich auch Surfbretter und andere Gegenstände mit einer Länge von fast zweieinhalb Metern unterbringen. Das neu gestaltete Lenkrad, der geänderte Aluminiumschalthebel, attraktivere Türverkleidungen und die Verwendung von hochwertigeren Materialien sind Bestandteil des in der Mitte des Modellzyklus üblichen Facelifts. Die nächste Clio-Generation wird noch mindestens drei Jahre auf sich warten lassen.

Die Änderungen am vertrauten und gefälligen Aussenkleid, mit dem Renault 2012 ein neues Familiengesicht eingeführt hat, halten sich ebenfalls in einem überschaubaren Rahmen. Am auffälligsten sind der angepasste Kühlergrill, die neu gestaltete Frontschürze mit den sich unten verbreiternden Luftzufuhrschlitzen und die gut verpackten LED-Scheinwerfer mit integrierten Tagfahrleuchten. Niedrige Seitenscheiben und die zum Heck hin sanft abfallende Dachlinie prägen das elegante Erscheinungsbild des Grandtour. Die in den besseren Ausstattungen serienmässige Dachreling betont den Nutzwert der in diesem Fahrzeugsegment eher seltenen Karosserieform, die vor allem im Heimatland Frankreich und beim weiblichen Geschlecht auf erhebliches Interesse stösst, hierzu­lande aber weniger verbreitet ist.

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