Zum Hauptinhalt springen

Very British, very cool!

Velar hiess der erste geheime Prototyp des Ur-Range. Velar heisst nun die vierte Baureihe von Range Rover. Sie führt den Wow-Effekt des Evoque auf ein neues Level.

Um ehrlich zu sein: Es gibt einiges, was uns am neuen Range Rover Velar nicht gefällt. Die Auspuffrohre beispielsweise sind zu weit innen angeordnet, das verleiht dem Heck einen x-beinigen Ausdruck. Die ausfahrbaren Türgriffe sind haptisch wirklich kein Vergnügen. Und was sollen diese komischen Reflektoren an der Diffusor-Andeutung?

Doch um ehrlich zu bleiben: Der neue Range Rover Velar ist eines der coolsten Autos, die wir je gefahren sind. Trotz der erwähnten Makel ist er wunderschön. Aufregend. Wegweisend. Er sieht aus wie ein Concept Car, führt den Wow-Effekt des kleineren Evoque auf ein neues Level. Man sieht ihn und man will ihn haben. Bei jedem einzelnen Blick aufs Neue.

Und dann der Innenraum – hier setzt die vierte Range-Baureihe eine neue Benchmark. Freilich fährt sich der Velar auch gut und bietet die vom Hersteller gewohnten, herausragenden Geländefähigkeiten. Doch vorerst genug der Loblieder, betrachten wir zunächst die nüchternen Fakten.

Sportlich ausgerichtet

Der Range Rover Velar soll die Lücke füllen, die zwischen dem Evoque und dem Range Sport entstanden ist. Mit einer Länge von 4,8 und einer Breite von 2 Metern passt er dort auch gut hinein, allerdings ist er mit einer Höhe von 1,66 Metern deutlich flacher als der Sport. Diese gestreckten Proportionen machen klar: Der Velar ist sportlich ausgerichtet, konkurriert eher mit dem Porsche Macan oder dem BMW X4, obwohl die klar kürzer sind; längenmässig zielt er eher auf Porsche Cayenne und BMW X5 ab. Der Velar ist aber so oder so ungleich offroadtauglicher: Das Geländefahrprogramm Terrain Response ist in der neuesten Generation an Bord, die Bodenfreiheit lässt sich in Versionen mit Luftfederung auf 251 Millimeter erhöhen, und freilich sind alle Varianten mit intelligentem Allradantrieb ausgestattet.

In der Motorenpalette finden sich bekannte Aggregate aus dem Konzern. Für die Schweiz besonders wichtig sind der stärkere Diesel, ein 3-Liter-V6 mit 300 PS und beeindruckenden 700 Nm Drehmoment, sowie der stärkste Benziner, ein 3-Liter-V6-Kompressor mit 380 PS und 450 Nm. Darunter gibt es je zwei Vier­zylinder mit 250 und 300 respektive 180 und 240 PS. Die Kraft wird in allen Versionen über eine 8-Stufen-Automatik übertragen.

Im norwegischen Molde machen wir uns auf zu einer Rundfahrt, entlang wunderschöner Seen, auf kurvigen, engen Strassen mit kleinen Abstechern ins Gelände hier und da. Der erste Eindruck: Der Velar fährt sich, wie er aussieht, sportlich, elegant, souverän. Die Luftfederung sorgt für einen hohen Fahrkomfort, dennoch liegt der Velar gut in der Kurve, wankt und schaukelt nicht.

Im Gelände konnten wir uns in arger Schräglage, in happigen Steigungen, steilen Bergabpassagen und bei einer Flussdurchfahrt von seinen Offroadfähigkeiten überzeugen – doch ganz ehrlich, einem Range Rover hätten wir das auch ungeprüft geglaubt.

Wegweisend

Spezielle Erwähnung verdient das Cockpit des Velar. Der neue Range hat gleich vier Displays. Ein grosser Bildschirm hinter dem Lenkrad ersetzt die klassischen Rundinstrumente und lässt sich in verschiedenen Layouts konfigurieren. Darüber projiziert ein Head-up-Display die relevanten Infor­mationen auf die Wind­schutz­scheibe direkt ins Blickfeld des Fahrers. In der Mittelkonsole ist oben ein flacher, breiter Monitor, der sich beim Motorstart wie von Geisterhand anwinkelt, damit er besser ablesbar ist. Und darunter, dort wo die Klimaanlage bedient wird, ist nun ein vierter Bildschirm: Darauf können die Einstellungen für die Temperatur, die Sitze (Heizung, Lüftung, Massage), aber auch sämtliche Offroad­einstellungen oder die Audiosteuerung vorgenommen werden.

Land Rover hat das so elegant in die Mittelkonsole integriert, dass es futuristisch, sehr hochwertig und begehrenswert wirkt. Ob die Benutzerfreundlichkeit dadurch erhöht wird, kann bezweifelt werden – cool ist dieses vierte Display auf jeden Fall, und viele andere Hersteller werden diese Idee übernehmen.

Und der Name? Velar ist gemäss Duden ein Begriff aus der Phonetik und umschreibt einen Gaumensegellaut. Velar hiess aber auch der allererste Prototyp des Ur-Range; Velar steht, aus dem Lateinischen abgeleitet, auch für verstecken oder verhüllen.

Verbergen muss sich der neue Range Rover aber keineswegs: Er ist ein sehr attraktiv gestaltetes Fahrzeug mit einem herrlichen, topmodern ausgestatteten Innenraum, das sich sowohl auf als auch neben der Strasse tadellos fährt. Mit seiner Grösse passt er gut in den Schweizer Markt, besser noch als seine grösseren Brüder. Und der Preis ab 63‘500 Franken ist nicht zu abgehoben. Dem Erfolg steht also nichts im Wege – der Velar wird weggehen wie warme Weggli. Wetten?

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch