Weihnachts-FlashBack

Das isch de Schtärn vo Betlehem

D Zäller Wiehnacht, das musikalische Krippenspiel von Paul Burkhard, rührt den Online-Redaktor des Zürcher Unterländers, Michael Caplazi, zu Tränen.

Zäller-Chind im Opernhaus Zürich.

Zäller-Chind im Opernhaus Zürich. Bild: Bildarchiv TA, Zürich

Heiligabend ist verbunden mit so vielen wertvollen Erinnerungen aus meiner Kindheit. Das rhythmische Gebimmel des Engelpiels, der heimelige Duft des Christbaums und der Kerzen, die glitzernden Augen meiner Brüder und Schwester. Oder das Sitzen im längst kalt gewordenen Badewasser, wartend, bis das Christkind mit seinem Glockengebimmel das „Go“ gibt, das Bad zu verlassen und in die Stube zu laufen, wo es seine Gschänkli unter dem Baum platziert hat.

Und im Hintergrund läuft der Plattenspieler. Auf dem Teller, längst schon von Kratzern zerfurcht und deshalb hie und da springend: Die Zäller Wiehnacht. Zu hören sind tief in die Seele gebrannte Lieder vom Stern von Betlehem, dem Aufruf nicht zu schlafen sondern aufzuwachen und die traurigen Ballade von der Mutter, die nicht weiss, was mit ihrem Kind geschehen wird.

Rosmarie, die Maria

Und dann noch die Erinnerung an die 5., vielleicht auch 6. Klasse. Und meine erste grosse Liebe, die Rosmarie, die die Maria gespielt hatte in der Zäller Wiehnacht, aufgeführt in der reformierten Kirche. Und in der dritten Reihe sitzend ein kleiner Junge mit einem brennenden Herzen in seiner Brust.

Ja, die Zäller Wiehnacht hat mich geprägt. Und die acht Lieder aus diesem Krippenspiel rufen so viele schöne, aber auch schmerzhafte und traurige Erinnerungen wach. Los geht das Krippenspiel mit dem Lied: «Das isch de Schtärn vo Betlehem».

Noch wird getuschelt in der Kirche, aber dann, pompös und in den schönsten Harmonien setzten die Bläser ein. Mein Atem wird schwer, ich sehe vor meinem geistigen Auge Rosmarie neben Josef auf die Bühne treten. Wunderschön ist sie. Der Chor setzt ein, die Kinder singen vom Stern, dem allerschönsten, der uns zum Heiland führen wird.

Quelle Youtube

Links und rechts im Publikum wird das eine oder andere Auge feucht. Wenn nicht jetzt, dann spätestens beim nächsten Lied: «Kei Muetter weiss, was ihrem Chind wird gscheh».

Ja, und dann zieht sich das halt so weiter. Bis zum Schluss des musikalischen Krippenspiels und dem Lied «Was isch das für e Nacht».

Quelle Youtube

Spätestens jetzt bin ich nudelfertig. Emotional erschöpft. Aber irgendwie wars ja auch schön. (zuonline.ch)

Erstellt: 17.12.2016, 10:56 Uhr

Weihnachts-FlashBack

Weihnachtszeit ist auch die Zeit der Kinder. Geschenke, Süssigkeiten, Suche nach dem Christchindli. Auch wir Erwachsene denken mit etwas Wehmut an die schöne Zeit anno dazumal zurück – und manche Traditionen und kleine Momente lassen wir auch heute noch hochleben (wenn auch nur heimlich). Die sechs Redaktoren von ZRZ-Online (zsz.ch, zuonline.ch, landbote.ch) berichten über ihre persönlichen «Weihnachts-FlashBacks».

(Bild: ZRZ-Online)

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