Zum Hauptinhalt springen

IS weckt «Arianators»

Bisher nahmen meine beiden Töchter von den Terroranschlägen junger, Al­lahu Akbar schreiender Männer wenig Notiz. Nach dem Anschlag auf das Konzert von Ariana Grande in Manchester scheint sich das radikal zu ändern.

«Ich akzeptiere, dass in der Schule immer mehr Mädchen Schleier tragen. Aber die Islamgläubigen sollen gefälligst auch akzeptieren, dass wir kurze Röcke tragen und Popmusik hören», eröffnete mir die 15-Jährige kürzlich höchst entrüstet. Ich musste nachfragen, um zu verstehen, warum der Anschlag auf ein harmloses Popkonzert einen Teenager wütend macht, während die Attentate auf Weihnachtsmärkte und Touristenhochburgen meine Töchter allenfalls nur etwas traurig gestimmt hatten.

«Das sind Loser, die auf dem Pausenplatz meist alleine rumsitzen», liefert die 13-Jährige ihre Beurteilung solcher «Scheissmänner» nach, die Ariana doch bloss um ihre Schönheit und ihren Erfolg beneiden würden. Beide sind offenbar gleicher Meinung wie der US-Präsident, der nach dem Anschlag für einmal den Nagel auf den Kopf der Popwelt getwittert hat: «Es sind keine Monster. Es sind Loser!»

«Wir werden den Rock noch kürzer tragen, noch mehr Ariana anklicken . . .» Erstmals füllen meine Töchter ihre Instagram-Accounts mit Solidaritätsbekundungen. Die Generation Z (1994–) sei durch die Flüchtlingskrise politisiert worden, hiess es kürzlich in den Medien. Davon war bisher nicht viel zu spüren. Wer weiss, vielleicht gehen die heutigen Teenager (2000–) bald als «Arianators» – so werden die 107 Millionen Grande-Fans genannt – gegen IS-Sympathisanten auf die Strasse.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch