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Das grüne Gold, das auf Bäumen wächst

Avocados werden seit Urzeiten als Wunderfrucht verehrt, während sie Köche von heute als Vielfach-Talente preisen. Und dies verwundert kaum: Die grünen Baumfrüchte schmecken praktisch zu allem.

Avocados liefern im Handumdrehen eine Mahlzeit und sind erst noch reich an wichtigen Nährstoffen.
Avocados liefern im Handumdrehen eine Mahlzeit und sind erst noch reich an wichtigen Nährstoffen.
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Keine Lust, nach einem harten Arbeitstag noch den Herd anzuwerfen? Kein Problem und noch lange kein Grund, schon wieder eine Fertigpizza in den Ofen zu schieben. Wer eine Alternative sucht, kann sich auf dem Nachhause-Weg eine reife Avocado kaufen, dazu vielleicht eine Gurke, ein paar Karotten. Wenn die Zutaten nicht sowieso schon zur Grundausstattung gehören.

Das Fruchtfleisch der Avocado mit Zitronensaft, Senf und ein bisschen Olivenöl pürieren oder mit der Gabel zerdrücken, ein paar Kapern, Kräuter oder gewürfelte Cornichons darunter mischen, mit Pfeffer und Salz abschmecken – fertig ist die cremige Remoulade. Jetzt nur noch das Gemüse in Stäbchen schneiden, sie ins Püree tunken und zufrieden vor sich hinknabbern.

Sie hat alles, was der Organismus braucht

Eine Avocado liefert im Handumdrehen eine ganze Mahlzeit und strotzt vor Nährstoffen. Sie hat alles, was der Organismus braucht – von Vitaminen über Mineralien bis hin zu hochwertigem Eiweiss und Ballaststoffen. Eins ideales und vollwertiges Lebensmittel, insbesondere für Vegetarier und Veganer. Zudem hat man das Gefühl, etwas richtig Gutes und Sättigendes gegessen zu haben. Und dennoch liegt nichts schwer im Magen.

Dabei können Geniesser die Warnung diverser Ernährungsexperten getrost in den Wind schlagen. Aufgrund des hohen Fettgehaltes nur massvoll geniessen, heisst es. Avocados sind in der Tat keine «leichten Früchtchen». Sie haben den höchsten Fettgehalt aller bekannten Früchte- und Gemüsesorten.

Reich an ungesättigten Fettsäuren

Aber: Es handelt sich überwiegend um ungesättigte Fettsäuren, die sich günstig auf den Cholesterinspiegel und das Herz-Kreislauf-System auswirken können. Ausserdem ist anzunehmen, dass sich nicht jeden Tag der Avocado-Appetit meldet.

Er dürfte sich jedoch in regelmässigen Abständen einstellen. Avocados sind vielseitig einsetzbar; man wird derer so rasch nicht überdrüssig. Allein nach Guacamole lecken Fans sich immer wieder die Finger. Die beliebten Dips aus der mexikanischen Küche zählen bei uns inzwischen zu den Küchen-Klassikern. Beim «Mexikaner» assen das grasgrüne Püree viele wohl zum ersten Mal. Dies in Begleitung von Tortilla-Chips und der grossen Gefahr, kaum damit aufhören zu können. Es schmeckte einfach zu gut.

Mit Chilli und Koblauch zur scharfen Variante

Guacamole mundet auch zu Süsskartoffelschnitzen oder als Brotaufstrich. Mit Avodacos lassen sich aber noch viele andere Gerichte zaubern. Mit Chilli, Knoblauch und frischem Koriander erhält man eine scharfer Variante des Klassikers. Verfeinert mit Sauerrahm, Limettensaft, etwas Paprika, Salz und Pfeffer lassen Avocado-Pasta zaubern.

Im Sommer wird die kalte Avocado-Gurken-Suppe ein Renner sein. Und natürlich eignet sich das Acvocadomus auch zum Füllen von Wraps, die mittlerweile ebenfalls Klassiker-Status haben. Erst recht, wenn noch Putenbrust mit im Wickel steckt. Er ist eine ideale Verpflegung für unterwegs und zwischendurch. Darüber hinaus ein Hit bei Kindergeburtstagen.

Eigentlich sind es Beeren – oder eben Baumfrüchte

Der Link zu Mexiko kommt nicht von ungefähr: Dort hat der bis zu 15 Meter hohe Avocado-Baum seinen Ursprung. Er gehört zur Familie der Lorbeergewächse. Was wir verzehren, ist botanisch betrachtet eine Beere – die Baumfrucht eben. Bereits die Azteken schwörten darauf. Bei ihnen waren Avocados nach Sonja Schuberts Angaben nicht nur Grundnahrungs-, sondern auch Heil- und Stärkungsmittel.

Spanische Eroberer brachten das «grüne Gold» in die Karibik, nach Chile und Madeira. Später dann verbreitete sich die Frucht bis nach Afrika, Madagaskar, Malaysia und auf die Philippinen. Heute wird sie unter anderem in Nord- und Mittelamerika, Afrika, Israel und Spanien kultiviert. Der grösste Produzent ist laut Wikipedia Mexiko. Mehr als 1,3 Millionen Tonnen wurden im Jahr 2012 geerntet.

Es gibt sie mit glatter oder genoppter Schale

Wie viele Sorten es gibt, dazu schwanken die Angaben, von 200 bis 400 ist die Rede. Sie können eine flaschengrüne, violette oder schwarze Farbe haben, glatte oder genoppte Schalen. Sogar eine kleine kernlose Variante hat es darunter. Sie lässt sich wie eine Leberwurst aus der Schale drücken. In unseren Läden gibt es vor allem die grüne, birnenförmige «Fuerte». Sie hat hellgelbes, an den Rändern lindgrünes Fruchtfleisch und ist weltweit am bekanntesten.

Ebenfalls weit verbreitet ist eine rundliche Sorte mit harter, warziger Schale – die sogenannte «Hass». Sie ist nach dem Kalifornier Rudolph Hass benannt. Er entdeckte der Überlieferung nach in den 1930er Jahren einen Avocadobaum in seinem Garten. Was darauf wuchs, war eine Laune der Natur, eine zufällige Mutation. Aber eine ziemlich erfolgreiche: Alle weltweit verbreiteten Avocado-Bäume dieser Sorte sollen von jenem kalifornischen Exemplar abstammen.

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