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Dem Gefieder im Schwarzwald auf der Spur

Der Schwarzwald ist nicht nur Erholungsgebiet, sondern war schon immer auch eine Region, in der getüftelt und technikbasierte Produkte entwickelt wurden. Zum Beispiel Uhren und Keramik, was heute auch touristisch genutzt wird.

Einer der überraschenden Ausblicke?entlang des U(h)rwaldpfads Rohrhardsberg, kurz nach der Schwedenschanze. Auf diesem Wanderweg wird das Thema Schwarzwalduhr mit dem Thema Zeit verbunden.
Einer der überraschenden Ausblicke?entlang des U(h)rwaldpfads Rohrhardsberg, kurz nach der Schwedenschanze. Auf diesem Wanderweg wird das Thema Schwarzwalduhr mit dem Thema Zeit verbunden.
Peter Granwehr
Weit mehr als nur Kuckucksuhren ?werden im Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen gezeigt.
Weit mehr als nur Kuckucksuhren ?werden im Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen gezeigt.
Peter Granwehr
Ein Meisterwerk gotischer Baukunst: Vom Schlossberg aus sieht man das Münster in seiner vollen Grösse.
Ein Meisterwerk gotischer Baukunst: Vom Schlossberg aus sieht man das Münster in seiner vollen Grösse.
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In Deutschland gehörten die zwei früher fast in jeden Haushalt: Hahn und Henne –als Verzierung von Tellern und Tassen aus der Keramik Manufaktur in Zell am Harmersbach südöstlich von Offenburg. 1794 gegründet, florierte der Betrieb die meiste Zeit bis in den Zweiten Weltkrieg. Danach folgten wechselhafte Jahre, schliesslich Umfirmierungen und ab 2006 eine Sanierung.

Unter einem neuen Besitzer werden seither die Formen von Hand gegossen und grosse Teile der Produktion wieder von Hand bemalt. Heute gehört «Hahn und Henne» als Kultprodukt zum meist verkauften Artikel der Manufaktur. Selbst in China findet Zeller Keramik Liebhaber.Seit Ende 2007 besteht das dem Betrieb angeschlossene Museum. Dort können Besucher den Keramikmalerinnen bei der Arbeit zuschauen und sich selbst im Malen versuchen.

Das Ergebnis wird ihnen nach Glasur und Brand per Post nach Hause geschickt. Ein weiterer Teil des Museums ist der Fertigung gewidmet. Die Keramformer erklären hier ihr Handwerk und die ausgestellten Formen in ihren Funktionen. Im Fabrikladen, wo 60 Prozent der Produktion abgesetzt werden, kann man diese in ihrer ganzen Vielfalt bestaunen.

Thematische Wanderwege

Zell am Harmersbach wirbt für sich als «Heimatstädtle von Hahn & Henne» und als kleinste Reichsstadt im Heiligen Römische Reich von 1330 bis zu dessen Auflösung 1803.Der fast 700 Jahre alte Storchenturm erinnert an diese Zeit als Wahrzeichen der Stadt.

Von ihm aus geniesst man eine schöne Aussicht; in seinem Inneren wird man über 850 Jahre Stadt- und Kulturgeschichte der Region informiert. Sehenswert ist die Hauptstrasse – gesäumt einerseits von alten Fachwerkhäusern, anderseits von klassizistischen und Jugendstilbauten, die nach dem Stadtbrand von 1899 errichtet wurden.

Schliesslich lässt sich auf dem Zeller Premiumweg eine abwechslungsreiche 14 Kilometer lange Wanderung in der Ferienregion «Brandenkopf» unternehmen mit Rast- und Einkehrmöglichkeiten auf alten Bauernhöfen: die Hahn-und-Henne-Runde mit Bänken und Rastplätzen, die mit dem berühmten Gefieder-Logo gekennzeichnet sind. Nicht weniger anspruchsvoll ist der knapp neun Kilometer lange U(h)rwaldpfad Rohrhardsberg bei Schonach nördlich von Furtwangen.

Kennern zufolge bietet er alles, was den Schwarzwald ausmacht: Weiden und Wiesen, Wälder und Moore, einen Wasserfall und immer wieder neue, teils grandiose Ausblicke. So vom 1163 Meter hohen Gipfel des Rohrhardsbergs in Richtung Rheinebene, Vogesen, Nordschwarzwald und Schwäbischer Alb.

Der Wanderweg ist markiert mit Kuckucksuhren in allen Formen und Farben, die gleichzeitig als Brut- und Nistplätze dienen. An jeder dieser Uhren regen kurze Texte über das Thema «Zeit» zum Innehalten und Nachdenken an.

Deutsches Uhrenmuseum

Die Erklärung liegt nah: Wir sind mitten im Kuckucksuhrengebiet; die Uhrenhäuschen für die Vögel wurden von der 1894 gegründeten Manufaktur Rombach & Haas in Schonach gestaltet. Und im nahen Furtwangen befindet sich seit 160 Jahren das Deutsche Uhrenmuseum mit über 8000 Zeitmessern aus aller Welt, von denen auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern etwa 1000 ausgestellt sind. Auch dort kann der interessierte Besucher Hand anlegen, sich sein eigenes Kuckucksührchen zusammenbauen und bemalen.

Das heisst freilich nicht, dass das Uhrenmuseum das touristische Aushängeschild für die Schwarzwälder Uhrenindustrie ist. Wohl zeigt es eine umfangreiche Sammlung einheimischer Holz- und Kuckucksuhren, doch es «bürstet mit seiner schnörkellosen Präsentation das Schwarzwaldklischee tüchtig gegen den Strich», wie dort betont wird.

Die Ausstellung bietet einen Überblick über die Geschichte der Zeit, vom Steinzeitkalender und der Sonnenuhr bis zur Atomuhr. Das Museum ist täglich geöffnet und führt im Jahr rund 1000 Führungen durch für alle, welche den dreisprachig erschlossenen Rundgang nicht auf eigene Faust unternehmen wollen.

Es entstand aus der Uhrensammlung der Grossherzoglich Badischen Uhrenmacherschule, deren Nachfolgerin die Hochschule Furtwangen ist, zu der das Museum gehört.

www.schwarzwald-tourismus.info Linkwww.deutsches-uhrenmuseum.de

Diese Seite ist das Resultat einer von Baden-Württemberg Tourismus und Schwarzwald Tourismus organisierten Pressereise.

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