Sauriermuseum

Ein Ausflug in die Vergangenheit

Die neue Sonderausstellung widmet sich den fossilen Pflanzen und Hölzern. Kunstvolle Gebilde und eine über 400 Millionen Jahre alte Geschichte.

Im Sauriermuseum zu sehen: Achatisiertes Araukarien-Astholz, durch Chromeinlagerungen blaugrün gefärbt.

Im Sauriermuseum zu sehen: Achatisiertes Araukarien-Astholz, durch Chromeinlagerungen blaugrün gefärbt. Bild: zvg / Urs Moeckli

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«Wunderwelt der fossilen Pflanzen und Hölzer» nennt sich die neue Sonderausstellung im Sauriermuseum in Aathal. Sie vergegenwärtigt die über 400 Millionen Jahre alte Geschichte der Pflanzen. Das Spektrum reicht von den ersten Landpflanzen und den ersten Urnadelbäumen des Erdaltertums über die Epoche der grossen Farnwälder der Karbonzeit, die farblich spektakulären Trias-Hölzer von Arizona bis hin zu den phantastisch erhaltenen tertiären Laub- und Nadelbäumen der Vulkanregion des amerikanischen Nordwestens.

Spitzenstücke und Raritäten

Die Sammlung von versteinerten Hölzern und Pflanzen wurde Hans-Jakob Siber, dem Direktor des Sauriermuseums, in vier Jahrzehnten systematisch aufgebaut und enthält beeindruckende Exponate und Raritäten. Unter den exquisiten Exemplaren sind vor allem die erstaunlich bunten, zu Achat gewordenen fossilen Hölzer aus Arizona zu erwähnen. Hier zeigt die Natur ihr ganzes künstlerisches Talent. Ebenso prachtvoll sind ein mit funkelndem Edelopal umhülltes Aststück aus dem Virgin Valley von Nevada und der fossile Araukarienzapfen aus dem argentinischen Patagonien, der beim Prozess der Versteinerung durch und durch von rot-weissem Achat ersetzt worden ist.

Versteinerte Bäume, ja ganze versteinerte Wälder, gibt es nicht nur von den berühmten Fundstellen in Arizona oder in Madagaskar. Es gibt sie weltweit, von Europa bis Asien, von Afrika über die Antarktis bis nach Nord- und Südamerika. Viele davon sind in der neuen Ausstellung als Zeugen einer längst vergangenen Pflanzenwelt vertreten.

Food für Vegi-Dinos

Die zahlreichen, teils immens grossen Pflanzenfresser – allen voran die riesigen Langhalsdinosaurier – müssen Unmengen von pflanzlichem Futter verschlungen haben. Welches waren wirklich ihre bevorzugten Gewächse? Gras gab es damals noch nicht. Waren es Farne, oder Schachtelhalme oder die oft in Saurierillustrationen dargestellten urtümlich aussehenden Zykadeen? Die Frage ist auch in Fachkreisen nicht eindeutig geklärt. Im Sauriermuseum findet man eine mögliche Antwort, und diese fällt doch recht überraschend aus.

Im paläobotanischen Garten des Museums, dem Dino-Giardino, wachsen einige Pflanzen und Bäume, deren Vorfahren schon zur Zeit der Dinosaurier lebten: Araukarien, Gingko-Gewächse, Schachtelhalme und Farne. Welches waren wohl die Leibspeisen der Vegi-Dinos? Könnten etwa Koprolithe, versteinerter Saurierkot, Auskunft geben?


«Wunderwelt der fossilen Pflanzen und Hölzer» Ab 21. April, Samstag, 10 bis 17 Uhr, Ostersonntag und Ostermontag, 10 bis 18 Uhr. Sauriermuseum, Zürichstrasse 69, Aathal. www.sauriermuseum.ch. ()

Erstellt: 13.04.2017, 18:29 Uhr

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