Küstenwache stellt Suche nach Daniel Küblböck ein

Der DSDS-Star ist am Sonntag vor Neufundland von einem Kreuzfahrtschiff über Bord gegangen. Jegliche Suchaktionen blieben erfolglos.

Die wichtigsten Stationen im Leben des Reality-Stars Daniel Küblböck. (Video: Wibbitz/Tamedia)

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Die kanadische Küstenwache hat die Suche nach Daniel Küblböck eingestellt. Dies teilte Mediensprecher Mark Cough am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit. «Leider wurde kein Anzeichen von Herrn Küblböck gefunden», so Cough. Wegen der kurzen Überlebenszeit im eiskalten Wasser sei die schwere Entscheidung getroffen worden, die Suche einzustellen.

Der Sänger war bei einer Kreuzfahrt des Kreuzfahrtschiffs «Aidaluna», Aida Cruises, über Bord gegangen. Derweil wies die Schauspielschule, an der Küblböck seit 2015 in Berlin eine Ausbildung machte, Gerüchte über Mobbing des ehemaligen Mitwirkenden von «Deutschland sucht den Superstar» zurück.

Wie die Reederei berichtete, wurde die «Aidaluna» von der kanadischen Küstenwache aus der Suchaktion entbunden und setzte ihre Fahrt in Richtung Halifax fort. Das Kreuzfahrtschiff war am 29. August und damit zwei Tage nach dem 33. Geburtstag von Küblböck in Hamburg zu einer 17-tägigen Transatlantikfahrt gestartet, die in New York enden soll.

Schule weist Mobbingvorwürfe zurück

Nach der Weiterfahrt des Kreuzfahrtschiffs übernahm die kanadische Küstenwache allein die Suche nach Küblböck. Eine Rettung des Künstlers galt allerdings mit fortdauernder Zeit als zunehmend unwahrscheinlich.

Derweil wies die Schauspielschule, an der der Sänger seit 2015 studierte, Spekulationen über Mobbing gegen diesen zurück. «Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück», heisst es in einer Erklärung auf der Facebook-Seite der Schule.

In einem angeblich von Küblböck stammenden Eintrag soll dieser darüber geklagt haben. Die Schule zeigte sich «zutiefst bestürzt und geschockt» über das Verschwinden.

Britische Urlauberin gerettet

Küblböck war nach Angaben der Reederei am frühen Sonntagmorgen von Bord des Schiffs gesprungen. Die Reederei erklärte, in dieser «schwierigen Zeit» sei sie mit ihren Gedanken bei der Familie des Vermissten.

Im Mittelmeer war im August eine britische Urlauberin nach zehn Stunden gerettet worden, nachdem sie vor der Küste Kroatiens von einem Kreuzfahrtschiff gesprungen war. Nach zehn Stunden wurde sie von einem Schiff der Küstenwache in Sicherheit gebracht. Die Retter fanden sie rund 1,3 Kilometer entfernt von dem Ort, an dem sie ins Wasser gefallen war.

DSDS und Dschungelcamp

Die künstlerischen Zukunftspläne von Daniel Küblböck reichten bis zum Ende kommenden Jahres: Seit wenigen Wochen bot er für 159,90 Euro Karten für ein Silvesterkonzert am 31. Dezember 2019 in Nürnberg an, um mit seinen Fans «voller Hoffnung, Zuversicht und Neugier» ins nächste Jahrzehnt hinein zu feiern.

In der breiteren Öffentlichkeit taucht Küblböck schon seit längerem vor allem unter der Frage «Was macht eigentlich...?» auf. Seine grösste Bekanntheit hatte er vor etwa 15 Jahren. Er war sowohl in der ersten Staffel der RTL-Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) als auch in der ersten Staffel des RTL-Dschungelcamps dabei. Dabei sorgte er als schriller, aber gleichzeitig sympathischer Kandidat mit für den grossen Zuschauererfolg der bis heute erfolgreichen Formate.

Lange ist das her - dabei feierte der am 27. August 1985 im niederbayerischen Hutthurm geborene Sänger erst kürzlich seinen 33. Geburtstag. Rund um diesen hatte der sonst in den sozialen Netzwerken sehr aktive Künstler dort auf Aktivitäten und Mitteilungen verzichtet.

Fotos in Frauenkleidern

Doch trotz seiner verschiedenen Neustarts in den vergangenen Jahren bewahrte sich Küblböck immer eine treue Fangruppe. In den vielen Einträgen in den sozialen Netzwerken sind nun die Fragen zahlreich, was Küblböck in seinen letzten Tagen bis zum Sprung vom Kreuzfahrtschiff «Aidaluna» umtrieb. Ein in der «Bild»-Zeitung veröffentlichtes Foto soll ihn in einem Kleid mit hochhackigen Schuhen zeigen, das Bild soll während der Kreuzfahrt in Richtung New York entstanden sein.

Bei Instagram existiert neben seinem offiziellen Profil noch ein anderes Profil, das von Küblböck angelegt worden zu sein scheint. Mit «Künstlerin. Schauspielerin. Transsexuell» ist das Profil umschrieben, auf dem unter anderem in den vergangenen Tagen mehrere Fotos von Küblböck in Frauenkleidern veröffentlicht wurden.

Fortdauernd auf der Suche

Dass Küblböck anscheinend fortdauernd auf der Suche war, zeigen seine wechselnden Aktivitäten. Noch 2004 nach «DSDS» sah er sich offenbar tatsächlich als Superstar, er sei «der stärkste und gefestigste» unter den aktuellen Popstars, behauptete er damals. Zwar war er tatsächlich beliebt, aber nach der Show verglühte sein Erfolg sehr schnell.

Küblböck versuchte sich daraufhin in verschiedenen Stilrichtungen, sang plötzlich statt Pop Jazz oder Soul. Er liess sich in Tanz ausbilden und investierte - nach eigenen Angaben erfolgreich - Geld in Solaranlagen. 2011 liess er sich von einer Gönnerin und Geschäftsfrau adoptieren. Seither trägt er den Namen Kaiser-Küblböck, weil seine von ihm als «Omi» bezeichnete Adoptivmutter, Kaiser heisst.

Küblböck lebte zuletzt wechselweise auf Mallorca und in Berlin. Dort besuchte er seit 2015 eine Schauspielschule, an der er in diesem Jahr den Abschluss machen sollte. (sep/sda/afp)

Erstellt: 10.09.2018, 18:15 Uhr

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