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Femen-Aktivistin beschimpft Bill Cosby als Vergewaltiger

Der Prozess gegen Entertainer Bill Cosby musste schon wieder verschoben werden. Wegen Jury-Problemen und Protesten.

Zwischenfall: Beim Prozessbeginn gegen Bill Cosby demonstrierte eine Aktivistin gegen den Entertainer. (Video: Tamedia/AP)

Nach vielen Verschiebungen war der Auftakt des neu aufgelegten Strafprozesses gegen Bill Cosby wegen sexueller Nötigung für Montag angesetzt. Aber dann warf sich eine halbnackte Demonstrantin vor den US-Entertainer und die Verteidigung meldete Zweifel an einem Juror.

Ursprünglich hatten am Montagmorgen (Ortszeit) an einem Gericht in Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania Anklage und Verteidigung ihre Eröffnungserklärungen abgeben wollen. Der Richter entschied jedoch, sich zunächst mit einem Einwand der Verteidigung zum Zweifel an der Unabhängigkeit eines Jurors zu beschäftigen.

«Mister Cosby, Vergewaltiger»

Zuvor war es auf Cosbys Weg zum Gericht zu einem Zwischenfall gekommen. Eine halbnackte Frau sprang dem 80-Jährigen vor dem Gerichtsgebäude in den Weg und schrie «Mister Cosby, Vergewaltiger». Das Wort «Vergewaltiger» (Rapist) hatte sie sich auch in roter Farbe auf den nackten Oberkörper geschrieben.

Kurz darauf wurde sie von der Polizei überwältigt, festgenommen und abgeführt. Cosby musste umkehren und warten, bis sich die Lage beruhigt hatte.

Eine zwölfköpfige Jury hat Bill Cosby für schuldig befunden. (26. April 2018)
Eine zwölfköpfige Jury hat Bill Cosby für schuldig befunden. (26. April 2018)
Mark Makela/Getty
Cosby zeigte zunächst kaum Reaktionen auf das Urteil und wirkte mürrisch.
Cosby zeigte zunächst kaum Reaktionen auf das Urteil und wirkte mürrisch.
Matt Slocum, Keystone
Bill Cosby auf dem Weg ins Gericht im US-Bundesstaat Pennsylvania.
Bill Cosby auf dem Weg ins Gericht im US-Bundesstaat Pennsylvania.
AP Photo/Corey Perrine, Keystone
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Zum Strafprozess in Philadelphias Vorort Norristown, das nicht weit entfernt von Cosbys Wohnhaus liegt, versammelte sich am Montag auch eine kleine Gruppe von Cosby-Gegnern und -Unterstützern. Auf Schildern und mit Rufen forderten sie Gerechtigkeit für Klägerin Andrea Constand - beziehungsweise für Cosby.

Bereits vor einigen Tagen hatte Cosbys Verteidigung per Antrag darum gebeten, einen Juror seines Postens entheben zu lassen, der den Entertainer vor Jury-Kollegen als schuldig bezeichnet haben soll. «Dieser Einwand veranlasst das Gericht, sofort zu handeln», sagte Richter Steven O'Neill. «Ich beschütze das Wesen dieses Prozesses und stelle sicher, dass er fair und unabhängig ablaufen kann.»

Erster Prozess geplatzt

Zwölf Juroren waren in der vergangenen Woche ausgesucht worden, sind aber noch nicht eingeschworen. Nun sollten die Beteiligten befragt werden. «Wir lassen das jetzt erstmal zu und schauen dann, wie wir weiter vorgehen können», sagte O'Neill. Cosby gab in einem kurzen Kommentar sein Einverständnis. Wann der Prozess starten konnte, blieb am Montag zunächst unklar.

Ein erster Prozess war vor rund zehn Monaten geplatzt, weil die Jury sich auch nach tagelangen Beratungen nicht auf ein Urteil hatte einigen können. Für den zweiten Prozess war nun eine neue Jury ausgesucht worden, ausserdem hat Cosby neue Verteidiger.

Bei einer Verurteilung könnte ihm eine lange Haftstrafe drohen. Auch in der Neuauflage des Prozesses geht es um die Frage, ob Cosby die Klägerin Constand an einem Abend im Jahr 2004 sexuell missbraucht hat. Der Entertainer, der in den 80er Jahren mit der «Bill Cosby Show» weltberühmt geworden war, weist die Anschuldigungen zurück.

SDA/bla

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