Reizgas-Diebe sind auch in der Schweiz aktiv

In einer Disco in Ancona löste ein Pfefferspray eine Massenpanik aus. Sechs Menschen starben. Es gibt Parallelen zum Unglück in Turin. Die gleiche Masche wird auch in der Schweiz eingesetzt.

«Wir kennen das Phänomen von der Street Parade»: Pfefferspray. (Archivbild)

«Wir kennen das Phänomen von der Street Parade»: Pfefferspray. (Archivbild) Bild: Eddy Risch/Keystone

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Ein Unbekannter hat in der Diskothek Lanterna Azzurra in der italienischen Stadt Ancona Reizgas in die Menge gesprüht. Augenzeugen berichten von einem beissenden Geruch, wie er für Pfeffersprays typisch ist. Sechs Menschen sind bei der dadurch ausgelösten Massenpanik ums Leben gekommen.

Die laufenden Ermittlungen zeigen, dass es Parallelen zu einem anderen Unglück gibt. In Turin gab es ebenfalls wegen einem Pfefferspray eine Massenpanik. Diebe hatten das Reizgas an einem Public Viewing des Champions-League-Finals eingesetzt, um in der allgemeinen Verwirrung die Zuschauer auszurauben. In der ausgelösten Panik kam eine Frau ums Leben. 1500 Menschen wurden verletzt.

Street Parade kennt Phänomen

Derselbe Trick wird auch in der Schweiz angewendet, wie der «SonntagsBlick» schreibt. Italienische Diebesbanden seien auch hierzulande unterwegs. «Wir kennen das Phänomen von der Street Parade», sagte Judith Hödl von der Zürcher Stadtpolizei auf Anfrage der Zeitung.

2016 seid diese neue Vorgehensweise zum ersten Mal von der Polizei registriert worden. Frauen seien in der Menge mit Pfefferspray attackiert worden, um ihnen den Schmuck zu entreissen. Die Polizei habe seitdem die Reizgas-Masche laut dem «SonntagsBlick» besonders im Auge. 2017 seien 50 Täter verhaftet worden, die Mehrheit der Verdächtigen seien laut der Zürcher Stadtpolizei Italiener. (chk)

Erstellt: 09.12.2018, 02:54 Uhr

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