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«Ich glaube nicht an einen Scherz»

Die als Ku-Klux-Klan verkleidete Gruppe an der Schwyzer Fasnacht ist schon einmal an einem Umzug marschiert. Weitere Spuren führen nach Brunnen.

Den Güdelmontag missbraucht: Die Polizei hat Ermittlungen gegen die Gruppe aufgenommen. (4. März 2019)
Den Güdelmontag missbraucht: Die Polizei hat Ermittlungen gegen die Gruppe aufgenommen. (4. März 2019)
Leserreporter 20 Minuten

Die zwölf Personen, die am vergangenen Montagabend mit weissen Kutten und der Aufschrift KKK sowie brennenden Fackeln an der Fasnacht in Schwyz für Aufsehen sorgten, waren schon einmal als Ku-Klux-Klan-Gruppe unterwegs. Gemäss dem «Boten der Urschweiz» seien vier Personen in derselben Kluft am 11. Februar am Nachtumzug in Unteriberg SZ unterwegs gewesen. Ein Augenzeuge erklärte dem Lokalblatt, dass das Quartett in Richtung Dorf marschiert, später aber nicht mehr auffindbar gewesen sei.

Wie «20 Minuten» und «Blick» berichten, hätte sich das Dutzend vor dem Auftritt am Montag in Schwyz in einem Restaurant in Brunnen SZ getroffen. Dies würden Bilder aus dem Internet belegen. Zwar war das Lokal an jenem Tag geschlossen, doch soll ein Familienmitglied im Umfeld der Wirtschaft einen Schlüssel besitzen. Diese Person solle Sympathien für die rechte Szene haben, wie Einträge auf ihrem Facebook-Profil zeigen würden.

Von langer Hand geplant?

Kein Verständnis für den Auftritt am Güdelmontag haben die Behörden. Die Kantonspolizei Schwyz hat Ermittlungen aufgenommen, auch was die Spuren zum Speiserestaurant in Brunnen betreffen. Der Gemeindepräsident des Kantonshauptortes verurteilt den Vorfall. «Wenn ich die Bilder anschaue, glaube ich nicht an einen Scherz», sagt Xaver Schuler (SVP) im «Blick». Der Auftritt erinnere ihn an ein extremistisches Milieu: «So etwas gehört nicht nach Schwyz.»

Laut dem privaten TV-Sender Tele Züri habe die Polizei einen Anruf eines besorgten Bürgers mit einem Hinweis auf die Gruppe erhalten. Es sei aber keine Unterstützung angefordert worden, erklärt Polizeisprecher Florian Grossmann. Deshalb habe man entschieden, nicht auszurücken.

Ein Augenzeuge berichtet «20 Minuten», dass es sich beim Aufmarsch an der Fasnacht um ein politisches, provokatives Statement gehandelt habe, das von langer Hand geplant gewesen sei. Eine andere Person meinte, dass es sich «bei den Beteiligten grösstenteils um Bauern mit sehr schwarzem Humor aus dem Dorf handelt, die aber noch lange keine Neonazis sind». Dezidierter äussert sich Gemeindepräsident Schuler: «Falls Strafbestände vorliegen, sollten diese zur Anzeige gebracht werden.»

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