Zürich

«Das Leben ist facettenreich, und so ‹malte› ich auch mein neues Album»

Eben stand Patric Scott noch im Musical «SaturdayNight Fever» auf der Walensee-Bühne, hat seine neue CD«Paint me Back» veröffentlicht und amtet demnächstals singender Zirkusdirektor bei Salto Natale – «Fuego».

Patric Scott zehrt von vielschichtiger Bühnenerfahrung – von seinen Gesangsqualitäten kann man sich anlässlich der anstehenden CD-Taufe überzeugen.

Patric Scott zehrt von vielschichtiger Bühnenerfahrung – von seinen Gesangsqualitäten kann man sich anlässlich der anstehenden CD-Taufe überzeugen. Bild: zvg / Sven Germann

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Patric Scott, Sie wippen – wie ihre Single «Whip it!» es auf den Punkt bringt – auf einer wahren Erfolgswelle. Eigentlich sollte man ja eher nach vorne schauen, aber bei Ihnen kommt man um einen Rückblick kaum herum, bei der hohen Kadenz die Sie auf allen möglichen «Schienen» fahren. Überrascht es Sie manchmal, wo Sie sich überall facettenreich ausleben können?
Patric Scott (31): Das Vergangene ist Teil von dem was ich heute bin und mir ermöglicht, nach vorn zu blicken. Ich bin aber dankbar, dass ich all das (aus-)leben kann und darf. Das scheint aber eh nur in der Schweiz ein Thema zu sein. Im Ausland ist es nichts Ausergewöhnliches, dass man neben einer Karriere als Pop/Rock Sänger, oder als Schauspieler auch am Broadway auftreten kann. Musik ist zum Anhören und Geniessen da und nicht, um in eine Schublade gesteckt zu werden.

Sie pendeln zwischen Show-, Musical- und Konzertbühnen. Eben haben Sie in «Saturday Night Fever» in der Figur des Bobby C auf der Walensee-Bühne gestanden. Das Fach ist kein Neuland. Worin bestand die Herausforderung in Rolle und Stück?
Bobby ist eine tragische, unglückliche Figur. Ich wollte ihn so spielen, dass das Publikum ihn nicht nur bemittleidet, sondern ihn versteht und Mitgefühl für ihn hat.

Was haben Sie eigentlich von John Travolta und Olivia Newton John mitbekommen, den Film zuvor angeschaut oder tun Sie genau dies bewusst nicht, um nicht «abzufärben»?
Klar hatte ich den Film mitbekommen und die Bee Gees schon immer gemocht.

Letztes Jahr haben Sie die Masterclass von Christina Aguilera in Los Angeles besucht. Bei über 1300 Anmeldungen von Profisängern aus der ganzen Welt, wurden Sie ausgewählt einen der raren elf Plätze zu belegen. Was haben Sie dort gemacht, was an Inspiration mitgenommen?
Wir durften alle einen Song von ihr vorbereiten. Was sie mir mitgab, «appreciate the beauty of imperfection» – schätze die Schönheit der Unvollkommenheit.

O-Ton Christina Aguilera: «I’ve never heard a man singing like that and I know them all». Das ist schon Balsam auf die Sängerseele oder?
Ja es war eine grosse Ehre. Auf «Paint Me Back» habe ich ihren Song «Il Will Be» gecovert.

Kürzlich sind Sie mit vielen anderen Musikern beim Tattoo Festival in Lichtenstein aufgetreten. Welche Erlebnisse haben sich da sozusagen «eingebrannt»?
Zusammen mit 40 Dudelsack- spielern in einer Burgruine zu performen, war sehr eindrücklich.

Auf CD gebrannt haben Sie 15 Songs plus Outro. Mit «Paint me Back» ist das neue Werk benannt. Ihre Wohnung in Berlin – wo auch ein Teil der Songs entstanden sind – haben Sie neulich aufgelöst. Sind nun also quasi «Back to the Roots». Ist der CD-Titel sinnbildlich so zu interpretieren?
Ein Teil des Albums ist im Studio in Berlin aufgenommen worden. Die Musik hat mich «zurück gemalt» Sie ist es, die mich durch Höhen und Tiefen immer begeleitet und mich nährt und mir Erfüllung gibt, immer wieder. Ich bin gerne zurück in der Schweiz und schätze die Lebensqualität die wir haben. Wenn ich mal wieder einen Dreh im Ausland habe, kann ich mir dort kurzfristig etwas suchen. Die Basis ist aber die Schweiz. Aktuell bin ich zwar noch «obdachlos» aber hatte auch noch nicht wirklich Zeit, mich um eine Wohnung zu kümmern.

Im Album spiegelt sich die Vielseitigkeit Ihrer Persönlichkeit. Die Songs haben Sie nach Los Angeles getragen und zu einem vielschichtigen inhaltlichen wie musikalischen Mix geformt – oder reifen lassen. Ein besonderes Lied?
«Nothing To Prove». Es ist der erste Song den ich mit Rose Ann Dimalanta zusammen geschrieben habe. Während unserer ersten Session in nur anderthalb Stunden. Wir waren beide überwältigt und hatten mit den Tränen zu kämpfen.

Zu jedem Titel gibt es wohl eine eigene Geschichte, erzählt in bunten Musikstilfärbungen. Wo haben Sie richtig mit Farbe gekleckert und wo nur mit schwarz-weiss, Schattierungen aufgetragen?
So facettenreich wie das Leben, so wollte ich mein Album groovig funkig mit Bläsern in «Lights» tönen lassen, oder wie ein Filmsoundtrack, mit herrlichen Streichern und dem grossartigen Pianospiel von RAD in «Nothing To Proove», aber auch intim nur mit Gitarre und Backing-Vocals in «Officialy Missing you». Am besten man drückt den Startknopf des CD-Players und lässt sich auf die musikalische Reise ein.

Titel 15: «What’s Love», das Tina Turner-Cover mit einer ganz besonderen Studio-geschichte…
Als ich die Idee brachte, den Song zu covern, war niemand wirklich begeistert, nach dem Motto: rühr den Song nicht an. Das änderte sich, als ich ihn so vorspielte wie ich ihn im Kopf hatte.

Anfang Monat haben Sie ein Showcase mit einer prominent bestückten Band (Massimo Buonanno – Seven, Robbee Mariano – Xavier Naidoo, Rose Ann Dimalanta – Seven, Prince) beim Music meets Media Event in Berlin gespielt. Wie kam das an?
Wir planen die Veröffentlichung von «Paint Me Back» Anfang 2018 auch in Deutschland. Die Einladung kam von der Sören Bauer Events AG, welche dieses jährliche stattfindende Event auch organisiert. Das erste Mal die Songs live zu hören, zu spüren wie die Leute darauf reagierten – es war grossartig.

In Radiointerviews sollen Sie meist werbespot-ähnlich Ihre CD anpreisen. Soll man die nun kaufen, oder besser einem Konzert beiwohnen?
Ich möchte niemanden davon abhalten meine CD zu kaufen. Ein Live Konzert ist einfach noch eine zusätzliche Variante von mir und jedes Mal einzigartig.

Zeit ist es, mit dem «Baby» hinauszugehen, die Zuhörenden spüren lassen, was man bisher für sich und im kleinen Kreise behalten hat. Am Freitag, 15. September wird das Album im Plaza Klub in Zürich «releast», wie man in Neudeutsch so schön ausdrückt. Was kommt da auf einen zu, in welchen Kleidern stecken die Songs, wie sind sie instrumentiert?
Es wird sehr speziell. Eine starke Band, ein Streichquartett, eine Bläser Section und ein paar Überraschungen werden bei der CD-Taufe geboten.

Erwin aus der Schweiz, – das ist der mit der Nickelbrille und den zu kurzen Hosen – amtet als Gastgeber. Saphira, sozusagen Ihre musikalische Ziehtochter, bestreitet den Eröffnungsakt. Was zeichnet die beiden aus, welche Scheibe würden Sie sich gerne abschneiden?
Ich schätze den feinen Humor von Erwin und Saphira ist ein grosses Talent. Sie hat für ihr junges Alter eine hohes Mass an Professionalität.

Zwischendurch wandern Sie auch noch mit prominenten Kolleginnen. Sind Sie so naturverbunden, sehen das gar als Kraftquelle, oder einfach froh, schliesslich am Ziel anzukommen?
Ich schätze und liebe die Natur und die Schweiz. Meine Kraftquelle ist aber die Musik.

Apropos Ziel und vorausblicken: bereits zum dritten Mal stehen Sie in Salto Natale – «Fuego» – als singender Zirkusdirektor in der Manege. Weil Rolf Knie von Ihrem Wirken überzeugt ist, oder sich schlecht von liebgewonnenem «Mobiliar» – zu welchem Sie inzwischen zählen – trennen kann?
Ich fühle mich natürlich geehrt, dass Rolf Knie mich angefragt hat, ein drittes Mal dabeizusein.

Das ist mittlerweile wohl nicht mehr ein rein berufliches Engagement, da wachsen Freundschaften oder?
Ja man lernt sich gegenseitig kennen und schätzen. Ich bin dankbar für das Vertrauen, das sie mir entgegenbringen.

Ende Jahr laden Sie mit Christa Rigozzi zum Musikdinner ins Schloss Sargans, dem elterlichen Wohnzimmer. Wann, wo und womit kommen Sie eigentlich mal zur Ruhe, tanken Energie?
Da die Musik mein Energietank ist, komme ich eigentlich mit wenig «Ruhe» aus. Ich versuche aber einmal pro Jahr ein bis zwei Wochen das «fast nichts tun» an einem Strand zu geniessen.

Erstellt: 08.09.2017, 17:01 Uhr

TICKETVERLOSUNG

Patric Scott – Der «Zürcher Unterländer» verlost für das CD-Release-Konzert am Freitag, 15. September, um 20 Uhr 2×2 Tickets. Die Tickets können an der Abendkasse abgeholt werden.
Kennwort: Whip
Teilnahme: Bitte eine Mail an ticketverlosung@zuonline.ch bis Montag, 11. September, 8 Uhr (mit Name, Adresse und Handy-Nr.). Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Teilnahme ist nur einmal pro Person möglich; Mitarbeiter von Tamedia sowie deren im selben Haushalt lebende Angehörige sind nicht teil- nahmeberechtigt. red

Patric Scott – CD-Taufe «Paint Me Back»

Freitag, 15. September, 20 Uhr. Plaza Klub und Bar, Badenerstrasse 109, Zürich.Infos: www.patricscott.com.
Tickets: www.ticketfrog.ch.

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