Zürich

PJZ nähert sich der Bauphase

Die Projektierung des Zürcher Polizei- und Justizzentrums ist abgeschlossen. Als nächster Schritt schreibt der Kanton das Projekt aus und sucht einen Generalunternehmer.

Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs entsteht in den nächsten Jahren ein Strafverfolgungszentrum. Der Kostenrahmen beträgt rund 570 Millionen Franken.

Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs entsteht in den nächsten Jahren ein Strafverfolgungszentrum. Der Kostenrahmen beträgt rund 570 Millionen Franken. Bild: Johanna Bossart

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Der Bau des Zürcher Polizei- und Justizzentrums (PJZ), der auf dem Areal des früheren Güterbahnhofs neben der Hardbrücke realisiert wird, ist an Komplexität kaum zu überbieten. Über 30 Standorte von Polizei und Justiz werden zusammengelegt. Dazu gehören auch das Polizei- und Justizgefängnis, das Forensische Institut, die Sicherheitspolizei, das Zwangsmassnahmengericht, die Abteilung für Cybercrime und die Polizeischule.

Der fünfstöckige Bau wird 280 Meter lang, 80 Meter breit und 33?Meter hoch. Das Volumen entspricht rund 500 Einfamilienhäusern. Die Fläche der Büroräume beläuft sich auf etwa 55 600 Quadratmeter – ohne Korridore und Nebenräume. 1600 bis 1800 Mitarbeiter werden das Gebäude bevölkern, ausserdem bis zu 350 Personen in Polizei- oder Untersuchungshaft.

Schon letztes Jahr wurde bekannt, dass die Fläche nicht ausreicht, um alle Abteilungen im PJZ unterzubringen. Das Gebäude wurde aber so geplant, dass ein weiterer Teil modulartig angehängt werden könnte (siehe Box).

Wechselvolle Geschichte

Die Geschichte des PJZ ist eine lange und wechselvolle. Seit im Jahr 2000 der Standort gefunden wurde, haben die Stimmbürger zweimal abgestimmt, der Kantonsrat hatte zwischendurch den Objektkredit verweigert, und das Bundesgericht musste sich ebenfalls mit dem PJZ befassen.

Gestern nun haben mit Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP), Baudirektor Markus Kägi (SVP) und Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) drei Regierungsräte über das Ende der Projektierungsarbeiten informiert.

Auf Anfang 2016 ist die Ausschreibung des Projekts geplant. Es wird ein Generalunternehmer gesucht, der die Bauarbeiten ausführt. Nach dem Spatenstich im vierten Quartal 2016 soll das Strafverfolgungszentrum 2020 bezugsbereit sein. Zur Frage, ob der Kostenrahmen von rund 570 Millionen Franken eingehalten wird, äusserte sich Kägi nicht konkret. Er wolle die Ausschreibung nicht beeinflussen. Mario Fehr sagte immerhin, es sei das Ziel, den Kreditrahmen einzuhalten.

4000 Besucher pro Woche

Der Gesamtprojektdelegierte, Hans-Rudolf Blöchlinger, gab gestern einen kleinen Einblick in die Komplexität des Projektes. Diese liegt wesentlich in den verschiedenen Nutzungen begründet. Pro Woche wird mit rund 4000 Besuchern, 600 Einvernahmen und 300 anderen Anlässen gerechnet. Da müssen die Eingangskontrolle, die Personenflüsse und die Nutzung der 30 bis 35 Räume für Einvernahmen genau geregelt sein. Das PJZ ist auf einen 24-Stunden-Betrieb ausgerichtet.

Erstellt: 10.09.2015, 21:09 Uhr

Ganzes Kasernenareal für die Öffentlichkeit

SP diskutiert über einen Vorstoss

Vor der zweiten Abstimmung über das Polizei- und Justizzentrum (PJZ) wurde der Bevölkerung versprochen, dass das Kasernenareal bei einem Ja vollständig für die Öffentlichkeit geräumt wird. Gestern hat der Regierungsrat erneut bestätigt, dass dies nicht so geplant ist. Ein Teil des Kapo-Kommandos verbleibt in der Polizeikaserne. Laut Regierungsrat Mario Fehr (SP) liesse sich das Problem mit einem Erweiterungsbau des PJZ lösen. Kostenpunkt: 50 Millionen Franken. «Im Kantonsrat kann schon morgen eine entsprechende Motion eingebracht werden», sagte Fehr.
SP-Kantonalpräsident Daniel Frei nahm den Ball auf: «Wir werden parteiintern ernsthaft über einen Vorstoss im Kantonsrat diskutieren.»
Die FDP forderte gestern den Regierungsrat auf, die gemachten Versprechen zu halten. Gemeint ist der Kostenrahmen von 570 Millionen Franken und die vollständige Räumung des Kasernenareals. Eine parlamentarische Initiative ist im Kantonsrat hängig. Keine Lösung wäre es für die FDP, weitere 50 Millionen Franken in einen Zusatzbau zu investieren.?pag

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