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Coronavirus in der Schweiz+++ Mutiertes Virus in Frauenfeld +++ Tessin: 500 Schüler und 70 Lehrer in Quarantäne +++ R-Wert bei 0,83

Kantone, die ihre Bevölkerung zu langsam gegen Covid-19 impfen, könnten bald kein Serum mehr erhalten. Nationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 13. Januar weitere Massnahmen beschlossen und geltende Regeln bis Ende Februar verlängert. (Lesen Sie dazu: Bundesrat greift durch).

  • In Grossbritannien und Südafrika ist eine Virus-Mutation aufgetaucht, die als ansteckender gilt als die bisher bekannte Variante. Beide Mutationen wurden in der Schweiz nachgewiesen.

  • Alle Schweizer Kantone haben mit der Corona-Impfung begonnen.

Hier geht es zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

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Mutiertes Virus in Frauenfeld

Im Oberstufenzentrum Reutenen in Frauenfeld TG hat sich eine Schülerin mit der neuen Coronavirus-Variante aus Grossbritannien infiziert. Dies berichtet Tagblatt.ch. Auch Regierungsrat Urs Martin hat die Mitteilung verbreitet.

Dies hat nun zur Folge, dass nicht nur die Kontaktpersonen der Infizierten in Quarantäne müssen, sondern auch die Kontaktpersonen der Kontaktpersonen. «Das ist eine neue Dimension» sagt Andreas Wirth, Präsident der Schulen Frauenfeld, gegenüber der Zeitung. Für die betroffenen Oberstufenschüler aus Frauenfeld gilt ab Montag darum wieder Fernunterricht. Weiter empfehlen die Schulbehörden allen Schülerinnen und Schülern, sich testen zu lassen, auch wenn sie symptomfrei sind.

R-Wert im Land auf 0,83 gesunken

Die Reproduktionszahl (R-Wert), die angibt, wie viele Menschen eine mit dem Coronavirus infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, ist in der Schweiz und in Liechtenstein auf 0,83 gesunken. Das meldet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf seiner Internetseite.

Die Zahl bezieht sich auf den 6. Januar. Am Freitag war für den 5. Januar ein Wert von 0,84 gemeldet worden. Liegt die Reproduktionszahl (R-Wert) über 1, nimmt die Summe aller angesteckten Personen zu.

Einen R-Wert von über 1 vermeldete das BAG am Sonntag nur noch für den Kanton Obwalden. Unter 0,8 lag der Wert im Tessin, in Nidwalden und in Liechtenstein.

Tessin: 500 Schüler und 70 Lehrkräfte in Quarantäne

Rund 500 Schülerinnen und Schüler sowie 70 Lehrkräfte der Mittelschule Morbio Inferiore haben sich in Quarantäne begeben müssen. Grund waren 13 positive Tests mit dem Coronavirus, davon mindestens zwei mit der neuen britischen Variante, wie die Tessiner Gesundheitsbehörden am Sonntag bekannt gaben.

Während der zweiwöchigen Schulschliessung soll ein Fernunterricht durchgeführt werden. Es handle sich um den ersten derartigen Fall im Kanton Tessin, schreiben die Gesundheitsbehörden weiter. Die 13 positiven Fälle waren zwischen dem 7. Januar und dem (gestrigen) Samstag in der Schule aufgetreten. Die Schülerinnen und Schüler können sich nun kostenlos auf das Coronavirus testen lassen, um allfällige weitere positive Fälle entdecken zu können.

Am Samstag habe der Kantonsarzt die Bestätigung erhalten, dass es sich bei zwei Fällen um die neue britische Variante handelt, die als viel ansteckender gilt. Die Schule befindet sich nicht weit von Balerna entfernt, wo im Tessin in einem Pflegeheim am vergangenen Donnerstag erstmals die britische Virusvariante bestätigt worden war.

Als Vorsichtsmassnahme beschloss der Tessiner Staatsrat, im Bezirk Mendrisio alle sportlichen Aktivitäten mit Körperkontakt sowie in Innenräumen für Kinder bis 16 Jahre zu verbieten.

Blick auf Morbio Inferiore.
Blick auf Morbio Inferiore.
Foto: Screenshot www.ticino.ch
Weniger Impfdosen für langsame Kantone?

Kantone, die ihre Bevölkerung zu langsam gegen Covid-19 impfen, könnten bald kein Serummehr erhalten. Das zeigen Recherchen der «NZZ am Sonntag». Habe ein Kanton weniger als die Hälfte der Dosen gebraucht, könnte er künftig keine mehr erhalten, erklären mehrere voneinander unabhängige Quellen aus regierungsnahen Kreisen. Wer die Dosen schnell aufgebraucht hat, könnte dagegen mehr bekommen.

Bis jetzt haben Kantone die Schuld für den schleppenden Impfstart dem Bund gegeben. Dieser habe zu wenig Impfdosen eingekauft. Doch nun zeigt sich, dass einige Kantone nicht in der Lage sind, die Vakzine zügig unter die Leute zu bringen. Im Rückstand sind etwa die Waadt und das Wallis. Beide haben erst ein Viertel des Impfstoffs gebraucht, den ihre Kantonsapotheke an Lager hat.

Ein Arzt rotiert vor dem Abfüllen in die Spritzen ein Fläschchen Covid-19 Impfstoff von Pfizer-Biontech.
Ein Arzt rotiert vor dem Abfüllen in die Spritzen ein Fläschchen Covid-19 Impfstoff von Pfizer-Biontech.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone/16. Januar 2021)
Marcel Tanner verlässt Taskforce

Die wissenschaftliche Corona-Taskforce hat einen weiteren Abgang zu verkraften. Nach Christian Althaus hat nun auch der Basler Epidemiologe, Malariaforscher und Public-Health-Experte Marcel Tanner seinen Rücktritt bekannt gegeben, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Im Gegensatz zu Althaus, der sich laut der Zeitung darüber beklagt hat, dass die Wissenschaft vom Bundesrat zu wenig gehört wird, geht Tanner «nicht im Unfrieden mit dem Bundesrat».

«Wir liefern der Politik die wissenschaftlichen Grundlagen und Handlungsoptionen. Dass nicht alles umgesetzt werden kann, liegt in der Natur und der Rolle der Taskforce», sagte er der «NZZ am Sonntag». Er begründe seinen Rücktritt damit, dass er gleichzeitig Präsident der Akademien der Wissenschaften sei, schreibt die Zeitung weiter.

Bund und Kantone wollen Impftempo verschärfen

Bundesrat Alain Berset hat sich am Samstag online mit den kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren über die Lage in der Corona-Pandemie ausgetauscht. Beide Parteien waren sich einig, dass das Impfen beschleunigt werden muss.

Die gemeinsame Beurteilung ist, dass die getroffenen Massnahmen aufgrund der beunruhigenden Verbreitung der Mutation nötig sind, wie Tobias Bär, Kommunikationsverantwortlicher der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) sowie Peter Lauener, Sprecher des Innendepartements, auf Anfrage bekannt gaben.

Gleichzeitig sei die zentrale Bedeutung unterstrichen worden, die Impfungen jetzt mit den nun zunehmend verfügbaren Impfdosen zu beschleunigen. Auch das Testen solle verstärkt werden, um die Bekämpfung von Ausbrüchen beispielsweise in Pflegeheimen, in Schulen oder anderen exponierten Orten unterstützen zu können.

Entscheidend sei, dass die Bevölkerung mit Überzeugung bereit sei, die Massnahmen mitzutragen und sich in den nächsten Wochen und Monaten auch impfen zu lassen.

Amherd: «Schliessung der Skigebiete könnte nötig werden»

Momentan dürfen die Kantone selber entscheiden, ob die Skigebiete offen sind. Der Bundesrat argumentiert damit, dass das Skifahren eine Aktivität im Freien ist. «Wenn wir das Skifahren verbieten, können wir auch gleich das Joggen verbieten», sagte Gesundheitsminister Alain Berset an einer Medienkonferenz.

Viola Amherd bekräftigt die Haltung des Bundesrates in einem Interview mit «CH Media». «Auf einer Skipiste ist man an der frischen Luft», sagt sie, schränkt aber gleich ein: «Im Moment ist es richtig, dass sie offen sind, aber wir müssen flexibel sein. Je nach Entwicklung könnte eine Schliessung nötig werden. Das Virus gibt den Takt vor, nicht die Politik.»

Bundesrätin Viola Amherd macht sich Gedanken über eine weitere Verschärfung der Corona-Massnahmen.
Bundesrätin Viola Amherd macht sich Gedanken über eine weitere Verschärfung der Corona-Massnahmen.
Keystone
219 Neuansteckungen in Bern

Im Kanton Bern ist die Zahl der Corona-Neuansteckungen weiterhin leicht rückläufig. Am Samstag wurden 219 Neuansteckungen bekannt, gut 100 weniger als vor einer Woche bei fast gleich viel durchgeführten Tests. Das gab der Kanton Bern auf seiner Website bekannt.

Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg hatte am Freitag davor gewarnt, wegen der rückläufigen Fallzahlen fahrlässig zu werden. Mit der neuen Virusvariante sei das Risiko einer erneuten Explosion der Fallzahlen sehr gross.

Seit Freitag sind neun weitere Menschen in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben, wie den aktualisierten Zahlen zu entnehmen ist. Seit Beginn der Pandemie gab es 809 Todesopfer.

Die Zahl der Hospitalisierten wird am Wochenende nicht aktualisiert. Am Freitag lagen 212 Covid-Patienten in Berner Spitälern, 39 von ihnen auf der Intensivstation.

Fast 4400 Geimpfte

Weitere 1169 Menschen sind im Kanton Bern am Freitag ein erstes Mal gegen Corona geimpft worden. Seit Beginn der Impfkampagne am vergangenen Montag kamen damit 4387 Frauen und Männer zum Zug.

Tessin verhängt Besuchsverbot in Altersheimen und Spitälern

Das Tessiner Departement für Gesundheit und Soziales hat ein Verbot von Besuchen in Altersheimen, Spitälern und Behindertenheimen verhängt. Das Verbot gilt ab Samstag. Grund für das Verbot sei die britische Coronavirus-Mutation, heisst es.

199 Fälle der neuen Coronavirus-Varianten in der Schweiz

In der Schweiz sind bisher 199 Fälle der mutierten Varianten des Coronavirus gefunden worden. Davon konnten 147 der britischen Variante B.1.1.7 zugeordnet werden.

Sieben Viren gehörten zur Variante aus Südafrika, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag mitteilte. Und bei 45 Fällen sei im Virusmaterial eine Mutation gefunden worden, die aber nicht genüge, um sie eindeutig einer der beiden Linien zuordnen zu können.

Weil die Untersuchungen nur bei Verdacht durchgeführt würden, seien sie nicht repräsentativ. Deshalb könne auch keine Aussage darüber gemacht werden, wie gross der Anteil der mutierten Viren in der Bevölkerung sei und wie schnell sich dieser verdopple.

BAG meldet 2396 Neuinfektionen

Dem BAG sind innerhalb der letzten 24 Stunden 2396 neue Ansteckungen gemeldet worden. Am Freitag vor einer Woche waren es 3220 Fälle. Die Positivitätsrate beträgt 9,5 Prozent bei 25'092 neu gemeldeten Tests.

Es gab 139 neue Spitaleinweisungen und 66 Todesfälle. Zum Vergleich: Am Freitag vor einer Woche wurden 166 Spitaleinweisungen und 75 Todesfälle gemeldet.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 14,1 Prozent. Im selben Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 449 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 5. Januar bei 0,84.

Seit Beginn der Pandemie gab es 495'228 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus. 20'575 Personen mussten bisher wegen einer Corona-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung belief sich auf 7970.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befinden sich laut Angaben des BAG 23'974 Menschen in Isolation und 33'100 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befinden sich 4762 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

Lage in Wengen (BE) «unberechenbar»

Im Berner Oberländer Tourismusort Wengen bleibt die Lage aus epidemiologischer Sicht «angespannt und unberechenbar». Dies teilte der Kanton Bern am Freitag mit. Am Mittwoch und Donnerstag waren 567 Schnelltests durchgeführt worden, davon resultierten 3 positiv.

Bei 47 PCR-Tests stehen die Resultate noch aus, hiess es weiter. Die Bevölkerung in Wengen werde dringend gebeten, sich testen zu lassen. Dies vor allem bei Symptomen, aber auch dann, wenn es eine Verbindung zu einer positiv getesteten Person gibt. Auch alle übrigen Personen werden eingeladen, sich testen zu lassen.

Idealerweise sollte ein Test fünf Tage nach dem ersten Termin wiederholt werden. Der Kanton Bern kündigte zudem an, zusammen mit der Gemeinde am kommenden Montag auch in Lauterbrunnen ein Testzentrum in Betrieb zu nehmen, um auch die Gemeindeteile Mürren, Gimmelwald, Stechelberg, Isenfluh abzudecken.

Die Berner Kantonsbehörden rufen andere Skigebiete und Wintersportorte auf, im Hinblick auf die kommenden Sportferien ihre Testkapazitäten zu erhöhen. In Wengen wird zudem der Fernunterricht in der Schule um eine weitere Woche verlängert.

Der Kanton Bern hatte am Dienstag beschlossen, die Testkapazitäten in Wengen zu erhöhen, nachdem innert relativ kurzer Zeit 70 Einheimische und Gäste positiv aufs Coronavirus getestet worden waren.

Auch wurde bei sechs Personen die neue Coronavirus-Variante aus Grossbritannien festgestellt. Die Berner Behörden gingen davon aus, dass sich die meisten oder sogar alle in Wengen positiv getesteten Personen mit der Variante B1.1.7 infizierten. Deshalb verbot der Kanton Bern am Montag die Durchführung der Lauberhornrennen.

Die Berner Behörden hatte am Dienstag die Bevölkerung des 1000-Seelen-Dorfs dazu aufgerufen, sich testen zu lassen. Hoteliers sollten zudem ihre Gäste dazu aufrufen, sich ebenfalls aufs Virus testen zu lassen. (sda)

Lesen Sie dazu auch: Superspreader im Berner Oberland

Der Berner Skiort wurde zum Corona-Hotspot – mit der ansteckenderen Virusmutation aus England. Jetzt werden alle im Dorf nochmals grossflächig getestet, um eine weitere Ausbreitung zu stoppen.

In Uri sind die Altersheimbewohner geimpft

Der Kanton Uri hat in den beiden ersten Wochen der Corona-Impfkampagne rund 700 Personen geimpft. Alle impfwilligen Bewohnerinnen und Bewohner der Urner Pflegeheime hätten die erste Dose des Pfizer/Biontech-Impfstoffs erhalten, teilte der Sonderstab Covid-19 am Freitag mit.

In den nächsten Tagen werde der neu zugelassene Impfstoff von Moderna ausgeliefert, hiess es weiter. Dieser werde im Impfzentrum im Kantonsspital Uri verwendet. In zwei Wochen könnten in einem beschränkten Ausmass auch die Hausärzte den Moderna-Impfstoff verabreichen.

Weitere 1000 Personen im Kanton Bern geimpft

Im Kanton Bern sind innert eines Tages erstmals über 1000 Personen geimpft worden. Damit steigt die Zahl der mit einer ersten Dosis Geimpften seit anfangs Woche auf 3218 Personen.

Am Donnerstag erhielten 1095 Personen einen erste Spritze, wie den am Freitagmorgen aktualisierten Zahlen auf der Impfwebseite des Kantons Bern zu entnehmen ist. Die täglichen Zahlen steigen seit Impfstart kontinuierlich. Am Montag wurden 573 Personen «gepiekst», am Dienstag 745, am Mittwoch 805 und am Donnerstag 1095.

Sobald genügend Impfstoff zur Verfügung steht, sollten im Kanton Bern täglich bis zu 5000 Personen geimpft werden können. In der ersten Phase steht die Impfung ausschliesslich Personen über 75 Jahren zur Verfügung.

Onlinehändler Competec profitiert von Corona

Die Competec-Gruppe, zu der unter anderem der Onlineshop Brack.ch gehört, hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2020 deutlich gesteigert. Zudem schuf das Unternehmen im letzten Jahr 140 neue Stellen.

Konkret wuchs der Umsatz der Gruppe gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent auf 1,026 Milliarden Franken. Damit habe man erstmals in der Firmengeschichte die Milliardengrenze überschritten, teilte die Aargauer Handels- und E-Commerce-Gruppe am Freitag mit.

Vor allem im Geschäft mit Privatkunden habe die Gruppe ein ausserordentliches Wachstum erzielt. Die Covid-19-Krise habe dem Onlinehandel «unbestritten in die Karten gespielt», erklärte Competec. Insgesamt wurden im letzten Jahr 3,2 Millionen Pakete verschickt – 1,1 Millionen mehr als im Jahr zuvor.

Die Competec-Gruppe, zu der unter anderem der Onlineshop Brack.ch gehört, hat während der Coronapandemie beim Umsatz erstmals die Milliardengrenze geknackt. (Archivbild)
Die Competec-Gruppe, zu der unter anderem der Onlineshop Brack.ch gehört, hat während der Coronapandemie beim Umsatz erstmals die Milliardengrenze geknackt. (Archivbild)
Foto: Christian Beutler (Keystone)
Pro Senectute hilft Senioren bei Anmeldung für Impftermin

Weil die Anmeldung für einen Impftermin gegen das Coronavirus für Seniorinnen und Senioren mitunter nicht ganz einfach zu bewerkstelligen ist, bietet die Organisation Pro Senectute nun Unterstützung an.

Die ersten Impftermine, die am Montag im Kanton Bern verfügbar waren, waren rasch ausgebucht. Per Telefon war kaum ein Durchkommen und die digitale Anmeldung war für viele Seniorinnen und Senioren eine hohe Hürde, namentlich weil viele der über 75-Jährigen keinen Internetzugang haben.

Seniorinnen und Senioren, die Unterstützung bei der Anmeldung brauchen, können sich telefonisch bei den Pro Senectute-Beratungsstellen melden, wie die Organisation am Freitag mitteilte. Die Unterstützung ist kostenlos.

Emmi Zimmerli hält sich den Oberarm nach der Impfung gegen Covid-19 in Gelterkinden. (29. Dezember 2020)
Emmi Zimmerli hält sich den Oberarm nach der Impfung gegen Covid-19 in Gelterkinden. (29. Dezember 2020)
Foto: Alexandra Wey (Keystone)
Schweizer Hotels erleiden Übernachtungseinbruch im November

Die Corona-Krise hat die Schweizer Hotellerie fest im Griff. Im Monat November haben in den Schweizer Hotels nicht einmal halb so viele Gäste wie im Vorjahr eingecheckt.

Gegenüber 2019 brachen die Übernachtungen in dem Monat um rund 57 Prozent auf 890'000 ein, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Freitag mitteilte. Das waren etwa 1,2 Millionen weniger als in der Vorjahresperiode.

Damit war auch der Start in die Wintersaison ein Reinfall für die Tourismusindustrie. Bereits in den Sommermonaten Mai bis Oktober gingen mehr als 9 Millionen Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr verloren. Im Zeitraum von Januar bis November 2020 brachen 14,6 Millionen Übernachtungen oder fast 40 Prozent weg.

Städte erneut härter getroffen

Wie in den Vormonaten zeigt sich weiterhin ein Stadt-Berg-Gefälle. In der Stadt Zürich wurden beispielsweise im November 2020 gerade einmal 57'500 Logiernächte verzeichnet, im Vorjahr waren es über 262'000. In der gesamten Region brachen etwa 75 Prozent der Übernachtungen weg. Luzern verbuchte mit 22'600 nach 86'800 Übernachtungen auch entsprechend weniger. In der Region Luzern/Vierwaldstättersee brachen etwa die Hälfte der Gäste weg.

Derweil hielt sich der Rückgang im mondänen Winterort St. Moritz mit 9'200 gegenüber 11'200 Übernachtungen in Grenzen. Ganz Graubünden liegt sogar mit rund 12'000 Logiernächten im Plus. Auch Saas-Fee legte mehr Übernachtungen vor – im November wurden 13'000 Logiernächte verbucht, im Vorjahr waren es nur 9'800. Im Kanton Wallis lag der Rückgang dann aber doch bei knapp 40 Prozent. Das Tessin hält sich im Vergleich stabil.

Insgesamt hatten auch knapp 10 Prozent weniger Betriebe im November 2020 als noch im Vorjahresmonat geöffnet. Dabei ging die Auslastung der geöffneten Betriebe um gut die Hälfte zurück.

Ausbruch in Tessiner Altersheim mit neuer Mutation

In einem Altersheim in Balerna hat die britische Mutation zu einem grösseren Coronavirus-Ausbruch geführt. Innert kürzester Zeit hätten sich zahlreiche Bewohner und Mitarbeiter angesteckt, teilte der Kanton Tessin mit.

Das Altersheim in der Region Mendrisio sei inzwischen für Besuche geschlossen worden, schreibt das Tessiner Departement für Gesundheit und Soziales in einem am Donnerstag verschickten Communiqué.

Entdeckt worden sei der Fall der britischen Coronavirus-Mutation durch die vor kurzem erfolgte Neuansteckung eines Bewohners sowie zahlreiche Folgeinfektionen.

In einem Tessiner Altersheim ist die britische Coronavirus-Mutation bestätigt worden. Symbolbild
In einem Tessiner Altersheim ist die britische Coronavirus-Mutation bestätigt worden. Symbolbild
Foto: Ti-Press/Keystone (Symbolbild)

Rund die Hälfte des Personals sowie drei Viertel der Bewohnerinnen und Bewohner seien in einer flächendeckenden Überprüfung positiv auf das Coronavirus getestet worden, schreibt das Tessiner Departement für Gesundheit und Soziales weiter. Dass es sich dabei um die britische Mutation des Virus handelt, sei am Mittwochabend bestätigt worden.

BAG meldet 2474 Neuinfektionen

Dem BAG sind innerhalb der letzten 24 Stunden 2474 neue Ansteckungen gemeldet worden. Am Donnerstag vor einer Woche waren es 3975 Fälle, vor zwei Wochen 4391. Die Positivitätsrate beträgt 10,1 Prozent bei 24'465 neu gemeldeten Tests.

Es gab 106 neue Spitaleinweisungen und 53 Todesfälle. Zum Vergleich: Am Donnerstag vor einer Woche wurden 196 Spitaleinweisungen und 75 Todesfälle gemeldet, vor zwei Wochen 166 Spitaleinführungen und 77 Todesfälle.

Seit Beginn der Pandemie gab es 492'832 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus. 20'436 Personen mussten bisher wegen einer Corona-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung belief sich auf 7904.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befinden sich laut Angaben des BAG 25'552 Menschen in Isolation und 35'199 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befinden sich 6395 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

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Graubünden setzt auf grosse Teststrategie

Der Kanton Graubünden setzt im Kampf gegen die Corona-Pandemie neu auf Massentests. Die von der Regierung beschlossene grosse Impf- und Teststrategie hat Kosten von 25 Millionen Franken zur Folge. Die kantonale Impf- und Teststrategie beruht auf freiwilliger Basis und umfasst neun regionale Impf- und Testzentren. Dazu kommen grossflächige, regelmässige Betriebs- und Schultests, wie die Bündner Regierung am Donnerstag in Chur bekanntgab. In Bezug auf die Coronatests nehme der Kanton eine Pionierrolle ein, hiess es.

Die durchgeführten Pilotprojekte im Engadin und in drei Südtälern zeigten laut Regierungsangaben auf, dass wiederholtes Testen ein geeignetes Mittel ist, um Übertragungsketten des Coronavirus frühzeitig zu unterbrechen. In allen Regionen, in denen Flächentests durchgeführt worden seien, sei die Zahl der Neuansteckungen für mindestens fünf Tage rückläufig gewesen. Die Test- und Impfstrategie soll auch dazu beitragen, die Wintersaison fortzusetzen. Es brauche eine Alternative zu den Beschränkungen, betonte der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Marcus Caduff. Die Kosten von 25 Millionen Franken wurden für den Zeitraum von Januar bis August berechnet.

red/sda/Reuters

2555 Kommentare
    R. Man

    Ich hoffe ihr nennt jetzt nicht jeden Ort wo das neue Virus auftaucht. Ist für das einzelne Individuum irrelevant und beschleunigt nur die allgemeine Coronamüdigkeit.