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Polizisten gehen im Zürichsee an ihre Grenzen

Am Hypothermiekurs der kantonalen Seepolizei gingen die Polizisten an ihre Grenzen. Das Ziel des Kurses ist es, zu erfahren, wie der unterkühlte Körper während einer Rettungsaktion reagiert.

Unbeirrt stürzt sich ein Polizist der Kapo Zürich in den 5 Grad kalten See bei Oberrieden.
Unbeirrt stürzt sich ein Polizist der Kapo Zürich in den 5 Grad kalten See bei Oberrieden.
zvg/Kantonspolizei Zürich
Was auf den ersten Blick wie eine grosse Rettungsaktion aussieht, ist in Wirklichkeit das Hypothermietraining, das die Kantonspolizei ihren Polizisten jedes Jahr anbietet.
Was auf den ersten Blick wie eine grosse Rettungsaktion aussieht, ist in Wirklichkeit das Hypothermietraining, das die Kantonspolizei ihren Polizisten jedes Jahr anbietet.
zvg/Kantonspolizei Zürich
Die kantonale Seepolizei führt den Kurs jährlich auf dem beim schmalen Bootssteg neben dem Stützpunkt in Oberrieden durch.
Die kantonale Seepolizei führt den Kurs jährlich auf dem beim schmalen Bootssteg neben dem Stützpunkt in Oberrieden durch.
zvg/Kantonspolizei Zürich
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Es ist Anfangs Februar und trotz einigen etwas wärmeren Tagen liegt die Wassertemperatur des Zürichsees nach wie vor im tiefen einstelligen Bereich. 4.8 Grad misst das Thermometer an diesem Tag um genau zu sein. Es ist Mittwochmorgen und 16 Polizisten stehen triefend und bis auf die Knochen durchnässt auf dem schmalen Bootssteg neben dem Stützpunkt der Seepolizei in Oberrieden.

Was auf den ersten Blick wie eine grosse Rettungsaktion aussieht, ist in Wirklichkeit das Hypothermietraining, das die Kantonspolizei ihren Polizisten jedes Jahr anbietet. Als Hypothermie bezeichnet man in der Medizin einen Zustand der Unterkühlung des Körpers. Das Kursziel sei, die eigenen Grenzen in einer Extremsituation zu erkennen und damit richtig umzugehen zu lernen, erklärt Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich. «Es ist wichtig zu wissen, wie der eigene Körper bei dieser Rettungsaktion auf die extreme Kälte reagiert.»

Sogar Deutsche kommen zum Frieren nach Oberrieden

Die Teilnehmer des Kurses mussten, unter Anleitung eines erfahrenen Tauchlehrers, während zwei Stunden im 5 Grad kalten Wasser abwechselnd schwimmen, tauchen und eine Puppe aus 4 Meter Tiefe bergen. Damit der Ernstfall realistisch erprobt werden kann, wurde die Polizisten nicht etwa mit Neoprenanzügen versehen, sondern trugen ihre ganz normale Ziviluniform. Die Kleider anzulassen sei in diesem Fall besser als in der Badehose den Ertrinkenden zu retten, wie Stefan Oberlin erklärt: «Je wärmer die Kleidung, desto länger bleibt man auch vom kalten Wasser verschont.»

Für die Seepolizisten ist der Hypothermiekurs Pflicht. Die Übrigen, wie zum beispiel Tauchlehrer und weitere Polizisten nahmen jedoch freiwillig an dieser ungewöhnlichen Übung teil. Insgesamt 16 Teilnehmer, darunter eine Polizistin fanden dieses Jahr den Weg ins kalte Seewasser bei Oberrieden. Zwei Polizisten der Wasserschutzpolizei Bodensee sind sogar eigens aus Deutschland nach für den Kurs nach Oberrieden gereist, wie Oberlin berichtet.

Als Belohnung nach dem kalten Training wartete dann übrigens eine warme Dusche und ein langer Saunaaufenthalt auf die harten Polizisten.

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