Wallisellen

Kurzer Prozess mit Schere und Spreizer

Am Tag der offenen Tür demonstrierte die Stützpunktfeuerwehr Wallisellen den Ernstfall.

Figurant Christian Oberholzer, Leiter Ausbildung bei der Stützpunktfeuerwehr, wird aus dem Unfallauto befreit.

Figurant Christian Oberholzer, Leiter Ausbildung bei der Stützpunktfeuerwehr, wird aus dem Unfallauto befreit. Bild: Paco Carrascosa

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Pech für diesen Kleinwagen, den der Figurant und Angehörige der Stützpunktfeuerwehr Christian Oberholzer auf dem Übungsplatz lenkte. Zum Zwecke der Vorführung wurde dieser nämlich von einem weiteren Fahrzeug frontal gerammt. Der von einem Passanten getätigte Notruf an die Nummer 118 löste unverzüglich den Einsatz «Strassenrettung mit Bergung einer verletzten Person» aus.

Nach dem Eintreffen der Rettungsfahrzeuge, zur Freude der Gäste mit eingeschaltetem Blaulicht und Martin-Horn, veranschaulichte der reibungslose Einsatz der Rettungskräfte deutlich, dass nicht nur jeder Handgriff, sondern auch jede Minute zählt.

Mit allen Mitteln

Rund 500 Besucherinnen und Besucher beobachteten während dieser von einem Sprecher begleiteten Vorführung, wie aus dem Kleinwagen ein «Cabriolet» wurde. Weil sich der eingeklemmte Figurant nicht einfach so über die Seitentüre befreien liess, ordnete der befehlshabende Offizier das Aufschneiden des Autodaches an.

Für viele ein Bubentraum

An vorderster Front bei der Absperrung sass der 5-jährige Samuel. Ausgerüstet mit einem knallroten Feuerwehrhelm überblickte er auf Papis Schultern das Szenario mit den vielen herumrennenden Feuerwehrleuten. Was ihm denn an der Feuerwehr so gefalle? «Ich finde es cool, wenn das Feuerwehrauto zum Unfall fährt und es Düda macht», umschrieb er seine Begeisterung.

Neben Vater und Sohn stand einer, der weiss, wie es sich bei echten Einsätzen anfühlt: Der 28-jährige Marco Camastral ist der zukünftige Korporal der Stützpunktfeuerwehr Wallisellen. Am Tag der offenen Tür war er beim Posten «Wärmebildkamera» zuständig. Dort konnten die Besucher in einem raucherfüllten Raum mit einem Handgerät ein Glutnest ausmachen. «Meine freiwillige Mitarbeit bei der Feuerwehr ermöglicht es mir, etwas Sinnvolles für die Bevölkerung zu machen», sagte der hochmotivierte Camastral. Er sieht seinen Traum aus Kindheitstagen als verwirklicht.

Keine Nachwuchssorgen

«Mit einem Sollbestand von 89 aktiven Feuerwehrleuten und einer Jugendfeuerwehr mit acht Kids sind wir auf einem sehr guten Wert», betonte Feuerwehrkommandant Michael Huwel. Ausserdem verwies er stolz auf eine Frauenquote von 15 Prozent. «Wir begrüssen aber sehr gerne neue Mitglieder in unserer tolle Feuerwehrmannschaft», sagte er und lehnte sich dabei an ein Oldtimer Feuerwehrauto der Marke Packard mit Jahrgang 1928.

Die besondere Rolle seiner Feuerwehr wird dadurch deutlich, dass sie als Stützpunktfeuerwehr zusätzlich zum gemeindeeigenen Tanklöschfahrzeug drei weitere Fahrzeuge bemannt: Ein Fahrzeug mit Drehleiter, ein Pionierfahrzeug zur Strassenrettung sowie ein Universallöschfahrzeug.

Erstellt: 23.06.2019, 17:59 Uhr

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