Schleinikon

Oldtimer-Traktor läuft wie geschmiert mit altem Frittieröl

Hunderte von Besuchern staunten am Wehntaler Traktorentreffen über den speziellen Treibstoff des fast 90 Jahre alten Lanz Bulldog.

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«Wupp-wupp-wupp», der Sound der Lanz Bulldogs ist unverkennbar und Musik in den Ohren der Fans von alten Traktoren. Von den rund 200 gehegten und gepflegten Oldtimern am Dieselfest vom letzten Samstag in Schleinikon zählte der Typ 15/30 von Kevin Wobmann aus Schneisingen zu den interessantesten Objekten. Besonders viele Besucher scharten sich beim Starten des 10,3 Liter-Glühkopfmotors um die Rarität bis er mit dem Schwungrad rund läuft. «Das dauert etwas und ist nicht ganz ungefährlich», betont Wobmann. Damit der mit Schweröl oder mit altem Frittieröl betriebene Motor läuft, muss der Glühkopf mit einer Petroliumheizlampe auf über 100 Grad vorgewärmt werden. Ist dies soweit, schraubt Wobmann das Lenkrad los und dreht es an der Kurbelwelle bis der Motor stockend und hustend anläuft. Dabei bockt das drei Tonnen schwere Vehikel auf der Stelle und stösst graublauen Rauch aus dem langen Kamin. Strahlende Gesichter bei den Zuschauern und ein Schluck Bier belohnen die harte Arbeit.

Schon als Kind begeisterte sich Wobmann für Traktoren und kommt im Beruf fast täglich mit dem Landwirtschaftsgerät in Kontakt. Er bekennt: «Es war schon immer mein Traum einmal einen Lanz zu haben, weil mich die alte Technik fasziniert. » Vor etwa drei Jahren konnte er den Schlepp-Traktor «Ackerluft» von einem Bekannten erwerben. Dieser hatte ihn vor über 25 Jahren in Frankreich gekauft und in der Scheune stehen lassen. Wobmann: «Ich habe den Traktor mechanisch revidiert, die Rostpatina aber gelassen.»

Heimspiel für Bucher

Von den in Reih und Glied aufgestellten Traktoren der verschiedensten Marken fielen besonders die eleganten Bucher-Traktoren mit ihrer leuchtend roten Farben auf. Sie alle, wie fast 5000 andere, wurden von 1953 bis 1973 im Nachbardorf Niederweningen produziert. So auch der D1800 mit 2-Zylinder luftgekühlte MWM-Dieselmotor von 1957 von Werner Merki aus Oberweningen. «Er hat den gleichen Jahrgang wie ich und deshalb habe ich ihn auch gekauft», erklärte der Traktörler. Dazu kommt, dass er seine Lehre bei Bucher-Guyer in Niederweningen absolviert hatte. Mit dem moderneren D4000 hat er einen zweiten Bucher in seiner Werkstatt. Bei Ausfahrten zu Traktoren-treffen stellt Merki immer wieder fest, dass viele Automobilisten Freude und Verständnis für die langsameren Oldtimer zeigen, nur wenige sich nerven.

Polit-Prominenz vor Ort

Das Traktorentreffen in Schleinikon organisierten die «Jungen Wehntaler» Raphael Kiener, Tobias Ineichen und Nico Lehmann und ist aus einer Bieridee geboren. Das Trio war schon mit Möfis und Olditmer-Traktoren in der Schweiz unterwegs und kam auf die Idee, selbst einen Anlass durchzuführen. «Wir sind richtig überrannt worden», betonte Ineichen und fuhr fort: «Schon in der Dieselnacht am Freitag waren wir ausgebucht und am Samstag waren es Hunderte, die sich die Traktoren ansahen und sich dann in unserer Festwirtschaft verpflegten.»

Unerkannt vom OK mischten sich auch die Nationalräte Barbara Steinemann und Mauro Tuena unters Volk. Sie betonten beide ihr Interesse an den altenTraktoren und dem ungezwungenen Beisammensein. Lobend über den Anlass äusserte sich auch Anwohner Sepp Birri. «Wir wurden rechtzeitig auf mögliche Immissionen aufmerksam gemacht und freuten uns über die Initiative der Jungen.»

Erstellt: 14.07.2019, 18:50 Uhr

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