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Auengebiet wird vor Badegästen geschützt

In den Sommermonaten halten sich Tausende von Erholungssuchenden an den Rheinufern von Rüdlingen und Buchberg auf. Weil sie auch in das Auengebiet, das zum Bundesinventar gehört, eindringen, will der Kanton Schaffhausen nun eine Schutzverfügung erlassen.

Seit der Aufwertung der Rheinufer in Rüdlingen ist der Besucherdruck auf das Gebiet gewachsen.
Seit der Aufwertung der Rheinufer in Rüdlingen ist der Besucherdruck auf das Gebiet gewachsen.
Sibylle Meier

Vergangenes Jahr sind 30 000 Besucher an die Rheinufer von Rüdlingen und Buchberg gepilgert. An Spitzentagen wurden in Vergangenheit über 1000 Besucher gezählt. Die Gemeinde Rüdlingen war immer wieder mit einem Verkehrschaos, mit Abfallbergen und gar mit menschlichen Fäkalien konfrontiert.

Konnten diese Probleme mittlerweile in den Griff bekommen werden, macht der Kanton Schaffhausen auf eine andere Problematik aufmerksam: Der Publikumsdruck auf das Auengebiet Eggrank-Thurspitz ist so gross, dass dieses vor den Badegästen geschützt werden muss. Das Reservoir befindet sich teilweise in den Gemeinden Rüdlingen und Buchberg – der wesentlich grössere Bereich liegt in Rüdlingen – und ist im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgeführt. Es gilt als geologisch, biologisch, kulturhistorisch und landschaftlich als bedeutend. Eine grosse Anzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten leben in dieser Gegend. Dazu gehören Vögel, Amphibien, Fische, Libellen und Tagfalter sowie Wasser- und Sumpfpflanzen.

Schutzverfügung soll noch vor dem Sommer gelten

«Der Freizeitdruck auf das sensible Gebiet hat derart zugenommen, dass wir eine Schutzverfügung erlassen wollen», sagt Herbert Billing, Leiter Naturschutz beim Planungs- und Naturschutzamt des Kantons Schaffhausen. In dieser sollen Verbote festgeschrieben werden. Besonders seit die Axpo die Rheinufer in diesem Gebiet aufgewertet hat, zieht es mehr und mehr Badegäste in die Gegend. Der Besucherdruck auf dem Wasser und an Land ist mit den Schutzzielen des Auengebiets nichts mehr vereinbar. Auch die Hunde stellen ein Problem dar: Laut Billing brüten bestimmte Vogelarten nicht, wenn die Menschen mit ihren Vierbeinern unterwegs sind.

Die Schutz- und Unterhaltsmassnahmen für Objekte von nationaler Bedeutung obliegt den Kantonen. Während der Kanton Zürich für seinen Teil des Augengebiets schon im April 2011 eine Schutzverfügung erlassen hat, hinkt der Kanton Schaffhausen hinterher. In der Zürcher Verordnung sind Zonen definiert, in denen bestimmte Aktivitäten verboten sind. So sind zum Beispiel in manchen Bereichen das Anfachen von Feuer, das Baden oder auch das Anlanden von Schiffen untersagt.

Details über das Schaffhauser Pendant will Billing mit Verweis auf das laufende Verfahren noch nicht preisgeben. Der Verfügungsentwurf hat die Vernehmlassung hinter sich gebracht. In einer Woche soll eine Sitzung mit dem Baudirektor stattfinden. Das Ziel ist laut Billing, dass der Regierungsrat die Verfügung noch vor der diesjährigen Badesaision verabschiedet.

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