firmenporträt

Blockaden auf natürliche Weise heilen

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist in der Schweiz als alternative Heilmethode beliebt. Sinoswiss bietet TCM hierzulande in 20 Praxen an, zwei davon finden sich in Bassersdorf und der Bülacher Altstadt.

Mit Schröpfen (Bild), Elektro-Akupunktur, Tuina-Massage, Wärme- und Kräutertherapie befreit Jiang Hua Energiebahnen von Blockaden.

Mit Schröpfen (Bild), Elektro-Akupunktur, Tuina-Massage, Wärme- und Kräutertherapie befreit Jiang Hua Energiebahnen von Blockaden. Bild: Balz Murer

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Alternative Heilverfahren sind hierzulande zur festen Therapieform geworden. Neben der herkömmlichen Schulmedizin gehören beispielsweise homöopathische Behandlungen oder diverse Naturheilverfahren nach einer eidgenössischen Abstimmung seit 2012 zu den Pflichtleistungen der Krankenversicherer.

Dies gilt auch für Therapien der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Diese werden zum Teil von der Grundversicherung und zum Teil von der Zusatzversicherung bezahlt. Die Sinoswiss Medical AG bietet seit 2005 TCM-Behandlungen in der Deutschschweiz an (siehe Kasten). Zwei Filialen stehen im Zürcher Unterland, seit Herbst 2016 eine in Bassersdorf, bereits seit 2014 diejenige in Bülach.

Gleichgewicht fürLebensenergie herstellen

Behandelnder Arzt in der Bülacher Praxis inmitten der Altstadt ist Jiang Hua. Er bringt das Prinzip der TCM auf den Punkt: «Wir stellen den Ausgleich gegensätzlicher Pole (Yin und Yang) in einem menschlichen Körper wieder her. Das Gleichgewicht von Yin und Yang bestimmt den freien Fluss des Qi, der Lebensenergie.

Der Mensch wird krank, wenn eines der beiden Elemente zu dominant oder zu schwach wird.» Im Gegensatz zur Schulmedizin werden Gleichgewicht und Abwehrkräfte in der TCM nicht medikamentös hergestellt oder gestärkt. «Wir befreien Energiebahnen von Blockaden auf natürliche Weise», betont Jiang Hua. Dies passiere mit Prozeduren wie herkömmlicher oder Elektro-Akupunktur, Tuina-Massage, Schröpfen, Wärme- und Kräutertherapie.

Die TCM sehe sich nicht als Konkurrenz zur herkömmlichen Schulmedizin, sondern als Ergänzung. «Wir arbeiten mit Hausärzten gut zusammen», versichert Jiang. Nach einem Unfall sei eine Operation vielfach unumgänglich. «Die Nachbehandlung kann dann aber traditionell erfolgen oder alternativ bei uns. Auch Kopfschmerzen, Muskelbeschwerden, Rückenleiden, Atemwegerkrankungen oder Allergien benötigen nicht zwingend Spritzen oder Tabletten, sondern können auf natürlichem Weg therapiert werden.»

Was Patienten, vor allem solche mit chronischen Schmerzen, mitbringen müssen, ist Geduld. «Natürliche Heilung ist ein langwieriger Prozess», erklärt Jiang. Schweizerinnen und Schweizer scheint dieser Umstand aber nichts auszumachen. «Die einen werden vom Hausarzt überwiesen, immer mehr kommen aber von sich aus zu uns, wenn ihnen die Schulmedizin nicht mehr weiterhilft.» Jiang Hua erzählt das Beispiel einer älteren Frau. «Sie sind meine letzte Hoffnung», habe diese gesagt, kaum habe sie die Praxis in Bülach betreten.

Der 51-jährige Jiang Hua lebt und praktiziert seit sechs Jahren in der Schweiz. Er studierte TCM in Shanghai, arbeitete am Medical College in Kunming und betätigte sich auch zwei Jahre als Akupunktur-Arzt im afrikanischen Uganda.

Die Schweiz als Arbeits- und Lebensort gefalle ihm sehr gut, sagt Jiang. «Ich schätze die hohe Lebensqualität, die schöne Natur mit den Bergen und Seen – und die saubere Luft zum Atmen. Deshalb gehe ich sehr gerne wandern.»

Akupunktur brauchtÜberzeugungsarbeit

Seine Schweizer Kundschaft erlebt Jiang grundsätzlich als offen gegenüber den TCM-Methoden. «Die Tuina-Massage (Schiebe-, Reibe- sowie ziehende Techniken) ist bei allen sehr beliebt. Immer noch mehr Überzeugungsarbeit braucht es für die Akupunktur. Wie bei Spritzen sind vielen Leuten die Nadeln zuerst nicht geheuer.»

Wohl mit ein Grund, dass Sinoswiss die erste Therapiestunde mit Puls- und Zungendiagnose sowie einer kombinierten Behandlung der diversen TCM-Methoden jeweils gratis anbietet. Erst danach entscheiden sich die Patienten, ob sie die Dienste von Sinoswiss in Anspruch nehmen wollen.

TCM erlebe einen Boom in der Schweiz, sagt Jiang Hua, «weil sie eine Ergänzung zu anderen Behandlungsmethoden ist und weil sie keine Nebenwirkungen hat.» Dass TCM-Praxen hierzulande wie Pilze aus dem Boden schiessen würden, zeige nicht nur positive Auswirkungen. «Auch bei uns gilt: Masse ist nicht gleich Klasse», warnt Jiang Hua und rät: «Patienten müssen die Angebote sogfältig prüfen und auswählen.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.03.2017, 17:26 Uhr

20 Filialen schweizweit

Die Firma Sinoswiss Praxis für Chinesische Medizin wurde im Jahr 2005 vom Ehepaar Wei Qing und Xiaosong Lu gegründet. Die Grundidee war, die natürlichen Heilmethoden der TCM als Ergänzung zur herkömmlichen Schulmedizin auch in der Schweiz anzubieten.
Sinoswiss ist eine Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Zug. Das Unternehmen betreibt aktuell 20 Filialen in der Deutschweiz und eine in Lausanne. Sinoswiss bezeichnet sich selber als ein expandierendes mittelständisches Unternehmen, das sowohl in der Deutschschweiz, als auch in der Romandie und im Tessin weitere Praxen eröffnen will. Im Jahr 2016 kamen zwei neue Praxen in der Deutschschweiz hinzu, eine davon in Bassersdorf.
Fast alle Mitarbeitenden bei Sinoswiss verfügen laut der Firmenleitung über einen Schweizer oder einen EU-Pass. Die TCM-Therapeutinnen und -therapeuten absolvierten ein fünfjähriges TCM-Universitätsstudium, sammelten fünf bis zehn Jahre Berufserfahrung, haben alle in TCM-Spitälern in China gearbeitet und danach eine Zeit lang in der Schweiz oder in Europa praktiziert.rce

Sinoswiss im Zürcher Unterland:

Bassersdorf, Klotenerstrasse 8,
044 533 28 86; Bülach, Hintergasse 1, 044 860 78 78. new.sinoswiss.ch

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