Pro und Kontra

Braucht es den Valentinstag?

Der kommende Donnerstag, 14. Februar, ist Valentinstag. Für die einen ein Grund, die Liebsten mit Blumen oder Schokolade zu beschenken. Für die anderen nicht.

Zeichen der Liebe: Eine Rose zu Valentinstag verschenken. Doch braucht es den speziellen Tag, um seine Liebe zu zeigen?

Zeichen der Liebe: Eine Rose zu Valentinstag verschenken. Doch braucht es den speziellen Tag, um seine Liebe zu zeigen?

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«Ja, es braucht den Valentinstag!»Stefan Bill, Praktikant

Seine bessere Hälfte verehren und selbst verehrt werden, Liebe zeigen und Geschenke kriegen. Wer kann dazu schon Nein sagen? Klar sind romantische Gesten unaufgefordert und unter dem Jahr noch schöner. Doch sollte eine romantische Geste in die Situation passen. Und seien wir mal ehrlich - wie viele solcher Situationen gibt es denn im Alltag?

Der heilige Valentin hilft daher all jenen, die sonst in Sachen Romantik von ihrem Partner etwas vernachlässigt werden. Denn am Valentinstag wird selbst der grösste Romantik-Muffel dazu gedrängt, seiner Angebeteten zu zeigen, wie sehr er sie schätzt. Und es wird ihm an diesem Tag sogar besonders einfach gemacht. Es gibt nämlich kaum ein Geschäft, das nicht bereits vorgefertigte romantische Geschenke verkauft. Ausreden gelten daher nicht!

Selbst wenn das für viele aufgesetzt und erzwungen wirkt, löst die Wertschätzung auf jeden Fall ein Gefühl der Freude bei der Partnerin aus, was jeder Beziehung nur guttun kann. Und an die Paare mit der Einstellung «Wir brauchen keinen Tag, um uns zu sagen, dass wir uns lieben»: Springt über euren Schatten! Was ist denn Schlimmes dabei, es einmal mehr zu sagen? Zudem könntet ihr auch einfach von den vielen Valentinstags-Rabatten profitieren.

Doch der Tag muss nicht durch Konsumrausch bestimmt sein. Es geht beim Valentinstag ja auch nicht per se um Geschenke. Es geht um Anerkennung, Liebe und um deren Ausdruck. Ich finde, wenn wir einen Feiertag für Geister und Kürbisse haben, ist es nur recht, dass auch die Liebe und die Rosen einen eigenen Tag bekommen. Die Liebe verdient es, gefeiert zu werden!

Nur: Gerade weil es an diesem Tag für einmal ausschliesslich um die Liebe geht, hat er bei vielen Singles einen bitteren Beigeschmack. Sie fühlen sich einsam, obwohl sie ja nicht plötzlich für einen Tag einsam werden. Der Valentinstag muss nämlich nicht ein Tag der Paare sein. Jeder hat Freunde oder Familie oder ganz allgemein: Menschen, die er liebt. Und mit diesen sollte man den Tag verbringen.

Diejenigen, die diesem besonderen Tag der Liebe noch immer nichts Positives abgewinnen können, sollen doch wenigstens an die Wirtschaft denken. Viele Blumenläden hätten ohne diesen Tag finanzielle Einbussen. Zudem gibt es nach dem Valentinstag für mindestens eine Woche günstig Pralinen zu kaufen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

«Nein, es braucht den Valentinstag nicht.»Martin Liebrich, Redaktionsleiter

Nein, Nein und nochmals Nein. Ich weigere mich schon, am Muttertag Blumen zu verschenken. Es gibt 364 andere Tage im Jahr, an denen man das ebenfalls könnte. Und wenn man es sonst nie tut, kann man es am Muttertag ja auch gleich sein lassen. Und nun kommen Blumen- und Süssigkeitenverkäufer mit der Idee, dass auch zum Valentinstag etwas verschenkt werden soll, wenn auch einer anderen Zielgruppe. Da sehe ich fast alle Argumente auf meiner Seite. Der Valentinstag hat hierzulande kaum Tradition. In der katholischen Kirche wird er praktisch nicht mehr gefeiert. Genauer: Er wurde vor einem halben Jahrhundert aus dem römischen Generalkalender gestrichen. Aber zurück zu den Blumen. Grundsätzlich gönne ich den Floristen den zusätzlichen Umsatz. Sie sind ein Gewerbe, das beim Verbreiten von Freude hilft - das freut mich auch. Doch was glauben Sie, woher die Blumen mitten im Winter kommen?

Rosen, und oft sollen es ja Rosen sein, beispielsweise aus Kenia. Bis der Strauss hier ist, sind 6000 Kilogramm CO2 verpufft, wie an der englischen Cranfield University berechnet wurde. Die Rosen reisen per Flugzeug.Diese Menge CO2 entspricht dem, was eine 13-Watt-Glühbirne in 52 Jahren verbrauchen würde. Oder es könnten 450 Kilo Rindfleisch produziert werden. Also ich werfe lieber ab und zu für mich und meine Frau ein Entrecote auf den Grill. Und Rosen, die zum Beispiel aus Holland kommen, sind auch nicht besser. Im Gegenteil: Für einen Strauss aus dem Gewächshaus sind 35000 Kilogramm CO2 nötig. Da hätte man die Glühbirne anzünden können, als der Grossvater des Komponisten Ludwig van Beethoven das Licht der Welt erblickte. Freude, schöner Götterfunken: Sie würde bis heute brennen.

Deshalb kaufe ich lieber einen Rosenstock und pflanze ihn in den Garten. Die Blumen blühen dann zu ihrer Saison jährlich wiederkehrend. Zu speziellen Gelegenheiten und ohne Ansage durch Marketingspezialisten darf es dann immer noch ein gekaufter Strauss mit einheimischen Blumen sein.Alternativ zu den Blumen gäbe es noch Valentins-Süssigkeiten zu verschenken. Nur: Wozu? Der Süssigkeitenvorrat im Haus versiegt bei uns ohnehin nie. Dafür sorge ich mit grossem Elan. In diesem Sinn: Einen schönen Valentinstag!

Erstellt: 09.02.2019, 08:43 Uhr

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