Region

Der Weggen wurde weggespart, dafür gibt es andere Bräuche

Heute ist der letzte Tag in diesem Schuljahr. Die Schulen feiern den Anlass unterschiedlich – traditionell mit Examenweggen oder individuell mit einer Aktivität oder einem Ausflug.

Alina (12), Dominik (11) und Jasmine (12) (von links) gehen ins Leepünt in Dällikon. Das ist eines der Schulhäuser in der Region, in dem es noch Examenweggen gibt.

Alina (12), Dominik (11) und Jasmine (12) (von links) gehen ins Leepünt in Dällikon. Das ist eines der Schulhäuser in der Region, in dem es noch Examenweggen gibt. Bild: Balz Murer

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Früher erhielten Kinder mit dem Zeugnis einen Examenweggen. Dieser Brauch stammt aus einer Zeit, als Schülerinnen und Schüler noch kantonale Examensaufgaben lösen mussten, als Belohnung gabs danach ein Brötchen. Die Examen sind verschwunden, die Weggen sind zum Teil geblieben.

In der Region halten aber nur wenige Schulen an diesem Brauch fest, eine davon ist das Leepünt in Dällikon. Schulleiterin Astrid Incerti erklärt, warum: «Obwohl es schon lange keine Examen mehr gibt, haben wir diese Tradition beibehalten. Es ist schön, wenn die Kinder am letzten Schultag noch ein Znüni bekommen.» Allerdings hätten sie dieses Jahr auf kleinere Exemplare gewechselt, da die Kinder zum Teil nicht das ganze Brötchen essen konnten. Auch in der Nachbargemeinde Dänikon im Schulhaus Rotflue bekommen noch alle Kinder den gezackten Weggen am letzten Schultag.

Weder Weggen noch Gipfeli

Vielerorts fiel das Brötchen den Sparmassnahmen zum Opfer – auch in der Schule Unteres Rafzerfeld. Schulpflegepräsident Peter Zuberbühler, teilt mit, dass es den Examenweggen sicherlich seit über 10 Jahren nicht mehr gäbe. In Anlehnung daran hätte die Schule bis Ende 2017 an den Besuchstagen den Schülerinnen und Schülern ein Brötchen spendiert. Doch auch das sei aus Spargründen – zusammen mit dem Gipfeli für die Eltern zum Kaffee – gestrichen worden.

Das Schulende wird dennoch gefeiert: «In den letzten Wochen vor den Ferien gibt es in den Klassen individuelle Schlussanlässe», sagt Zuberbühler. So würden beispielsweise die Eltern in eine Lektion eingeladen oder eine Klasse mache einen Ausflug oder eine Reise zum Abschied.

Zum Abschied Spalier stehen

Auch in der Regensdorfer Primarschule Chrüzächer sind die Examenweggen schon länger Geschichte, aus den selben Gründen wie in den anderen Gemeinden. «Für die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler, die nach den Sommerferien in die Sekundarstufe kommen, gibt es dafür grosse Lollis», sagt Schulleiterin Claudia Bogana. «Ausserdem stehen die Kinder der gesamten Schule Spalier, die Schüler der sechsten Klassen laufen durch und erhalten ihre Zeugnisse.» Dieses Ritual fand allerdings bereits gestern statt.

Glace statt Brötchen

Im Schulhaus Mettlen in Opfikon übernachten die Kinder einiger Klassen von Donnerstag auf Freitag in der Schule. Heute steht ein gemeinsames Frühstück an, bevor es an die Zeugnisübergabe und ans Aufräumen geht.

Die Schülerschaft der Primarschule Niederglatt wiederum verbringt den heutigen Tag gemeinsam auf dem Höriberg. «Einige wandern, andere fahren mit dem Velo, wieder andere reisen mit dem öffentlichen Verkehr an», berichtet Schulleiterin Kathrin Steffen. Auf dem Berg werde gegrillt, gespielt und Glace gegessen. «Die Zeugnisse werden an unserer Schule auch nicht mehr am letzten Tag abgegeben, sondern in der zweitletzten Woche. Vor den Sommerferien bringen die Kinder diese unterschrieben zurück in die Schule», sagt sie. «Zur Verabschiedung der Sechstklasskinder stehen alle Schülerinnen und Schüler Spalier und wünschen den scheidenden Primarkindern alles Gute.»

Ob es zum Schulschluss einen Examenweggen gibt oder nicht, allen Schulkindern stehen nun fünf Wochen Ferien bevor.

Erstellt: 12.07.2018, 18:29 Uhr

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