Firmenporträt

Ein halbes Jahrhundert in der Schweiz auf Achse

Seit 50 Jahren gibt es die Schweizer Landesgesellschaft der Dachser SE. An acht Standorten, je einer davon in Glattbrugg und in Regensdorf, arbeiten 260 Menschen für den weltweit tätigen Logistiker.

Urs Häner schaut bei Dachser in Regensdorf als Niederlassungsleiter und Managing Director European Logistics zum Rechten.

Urs Häner schaut bei Dachser in Regensdorf als Niederlassungsleiter und Managing Director European Logistics zum Rechten. Bild: Francisco Carrascosa

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Man schreibt das Jahr 1930. Der junge Fuhrunternehmer Thomas Dachser aus Kempten im Allgäu hat gerade einen Ein-Mann-Betrieb gegründet. Hätte man Thomas Dachser damals gesagt, dass sein Unternehmen einmal weltweit 27 450 Mitarbeitende zählen wird, er hätte sich wohl erst einmal hinsetzen müssen.

Echte Familienangelegenheit

Heute, 87 Jahre später, gehört sein Unternehmen zu den führenden Logistikdienstleistern Europas und zu den Weltmarktführern im Bereich Systemlogistik. Und kaum zu glauben, es ist immer noch ein Familienunternehmen ohne Börsengang. Seit 2005 steht Bernhard Simon, Enkel des Geschäftsgründers, als CEO an der Unternehmensspitze. Bei den Dachsers ist man trotz einem Jahresumsatz von 5,7 Milliarden Euro unter sich geblieben und obwohl man jährlich gut 38 Millionen Tonnen befördert, geschieht das so sorgfältig, wie es einst Firmengründer Thomas Dachser vorgelebt hat.

Auf der Website von Dachser gibt es eine Weltkarte und jeder Punkt darauf, markiert einen Standort. Dieses Netzwerk ermöglicht einen getakteten Fahrplan und verbindet ganz Europa. Es gibt Direktverbindungen aber auch regionale Plattformen, in denen Stückgutsendungen nach Bestimmungsort gebündelt werden. Eurohubs in Clermont-Ferrand, Überherrn und Bratislava sorgen für flexiblen Transport innerhalb Europas.

Doch damit nicht genug. Das Dachser-Netz reicht bis nach Nordafrika, in die Türkei und in den Nahen Osten. Interkontinental erfolgt die Anbindung über das globale Luft- und Seefrachtnetzwerk von Dachser Air & Sea Logistics. Speziell ist: Alle aktuell 409 Punkte des Netzwerks sind gleich gross, obwohl einige Weltstädte markieren, andere winzige Inseln im Pazifik. «Das ist wie bei dem Mitarbeitern. Jeder einzelne ist wichtig und trägt zum Unternehmenserfolg bei», sagt Urs Häner.

Seit 1997 ist er bei Dachser, seit 2014 als Managing Director European Logistics der Schweizer Landesgesellschaft und zugleich Niederlassungsleiter in Regensdorf. «Regensdorf ist kein Dorf, sondern ein wichtiger Standort im globalen Netzwerk von Dachser», betont Häner. Seit 1967 gibt es die Dachser Spedition AG in der Schweiz und sie feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Neben Birsfelden und Reinach, Lyss, Ramsen, Cheseaux-sur-Lausanne und St. Gallen kümmert man sich bei Air&Sea Logistics in Glattburgg und im Logistikzentrum Regensdorf um die Fracht der Kundschaft. 593 500 Sendungen und eine Tonnage von 234 400 Tonnen bewältigte man 2016.

«Just in Time» ist Trend

2004 hat die Dachser Spedition AG im Regensdorfer Industriequartier Allmend auf 28 000 Quadratmetern eine Niederlassung mit 50 Rampenplätzen und einem 4000 Quadratmeter grossen Umschlaglager gebaut. Eine eigene Bauabteilung am Hauptsitz in Kempten plant konzeptionell und so kommt es, dass weltweit alle Dachser Gebäude das gleiche Gesicht haben. Auf dem Regensdorfer Gelände gibt es eine Enteisungsanlage, unter welcher die Fahrzeuge im Winter von Eis befreit werden, ein Generator sorgt im Falle eines Stromausfalls für «Saft».

260 Menschen sind in der Schweiz bei Dachser angestellt, hundert davon in Regensdorf. Hier findet man unter anderem Zollspezialisten, Disponenten, Spediteure, die Packmittelabteilung, den Kundendienst, die IT, den Verkauf sowie die Buchhaltung. Und doch sind es gerade die 100 LKWs, welche regelmässig auch Regensdorf anfahren und das Gesicht des Unternehmens in der Schweiz prägen. Hier im Furttal betreibt Dachser das klassische Stückgutgeschäft. Der Grossteil der Sendungen wiegt 100 bis 350 Kilo. «Just in Time-Lieferungen sind der Trend», erklärt er.

Als Häner vor 40 Jahren in der Logistikbranche angefangen hat, wurde die Zolldeklaration noch auf der Schreibmaschine getippt und Deutsch war die Sprache im täglichen Geschäftsleben. Heute hat die moderne Technik den Arbeitsablauf verändert und gesprochen wird grösstenteils Englisch. Die Branche hat sich geändert, denn parallel zum physischen Transport verläuft heute der Transport der Daten. Der Kunde kann immer mitverfolgen, wo seine Lieferung gerade ist. «Die Lastwagen sind der sichtbare Teil. Dahinter verbirgt sich aber ein riesiges Netzwerk, das digital gesteuert wird. Logistik ist nicht einfach ein Transport von Waren, sondern verlangt täglich Perfektion und Innovation», sagt Häner.

1971 entwickelte Dachser die Wechselbrücke mit ausklappbaren Stützfüssen. Der LKW kann also an die Rampe fahren, die Wechselbrücke zum Entladen abstellen um dann an einer anderen Rampe einen frisch beladenen Wechselcontainer aufzuladen. «Das sorgt für Effizienz und Flexibilität», sagt Häner. Er weisst aber auch darauf hin, dass Dachser seither der Branche viele Impulse gegeben hat und in Zeiten der Digitalisierung mit Logistik 4.0 Partner für die Industrie 4.0 ist. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 05.05.2017, 15:25 Uhr

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