Schneisingen

Erstmals Schweizer Popcorn im Angebot

Auf dem Landwirtschaftsbetrieb Aemmerthof in Schneisingen hat der Agronomiestudent Daniel Amgarten gemeinsam mit drei weiteren Studierenden auf 15 Aren Popcorn produziert. Ein Novum in der Schweiz, denn bisher wurde der gesamte Bedarf an diesem beliebten Snack importiert.

Das Projektteam mit (von links) dem Schneisinger Daniel Amgarten, Nadja Schütz, Anja Madörin und Matthias Rutishauser auf dem Versuchsfeld  in Schneisingen. Im Hintergrund ist Niederweningen mit der Fabrikanlage von Bucher Industries zu sehen.

Das Projektteam mit (von links) dem Schneisinger Daniel Amgarten, Nadja Schütz, Anja Madörin und Matthias Rutishauser auf dem Versuchsfeld in Schneisingen. Im Hintergrund ist Niederweningen mit der Fabrikanlage von Bucher Industries zu sehen. Bild: pd

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wenn alles nach Plan verläuft, sollte ab morgen in rund 25 Läden das Schneisinger Popcorn unter dem Markennamen Topcorn gekauft werden können. In der Gegend des Zürcher Unterlandes bietet der Spargelhof der Jucker-Farm in Wil, der Lindenhof in Buchberg, der Volg-Laden in Schneisingen und der Bauernhof der Eltern von Daniel Amgarten in Schneisingen das neue Produkt an.Der Landwirtschaftliche Mediendienst (LID) hält in einem Bericht fest: «Am Anbau des wärmeliebenden Popcorn-Maises haben sich in der Schweiz schon viele Bauern und Verarbeiter die Zähne ausgebissen.» Der Anbau sei schon an vielen Orten ausprobiert worden, wie zum Beispiel im warmen Tessin. Die erforderliche Qualität sei jedoch nie erreicht worden. Bis jetzt.

Starthilfe für die Pflänzchen

Daniel Amgarten, Anja Madörin, Nadja Schütz und Matthias Rutishauser sind Agronomiestudierende im fünften Semester an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (Hafl) im bernerischen Zollikofen. Im Rahmen einer Projektarbeit sind sie auf die Idee gekommen, Schweizer Popcorn zu produzieren. Dies, nachdem der Schneisinger festgestellt hatte, dass der gesamte Bedarf an dieser klassischen Kinoverpflegung aus dem Ausland importiert werden muss.

Nach einer schwierigen Phase der Informations- und Samenbeschaffung säten die angehenden Agronomen auf einem Hof in Liestal 10 Aren und auf einem Acker des elterlichen Bauernhofs von Daniel Amgarten in Schneisingen 15 Aren dieser empfindlichen Maissorte. Um den jungen Pflänzchen eine Starthilfe zu geben, wurde der Acker mit einem Vlies, wie er beim Gemüseanbau verwendet wird, abgedeckt.

Da die Körner des Popcorn-Mais kleiner und runder sind als jene des Futtermais, musste auch beim Säen ein grösserer Aufwand in Kauf genommen werden. Angesät wurde eine Hybrid- und eine Landmaissorte.

Viel Handarbeit

Der Frühling sei aufgrund des schlechten Wetters eine Kata­strophe gewesen, erklärte Amgarten gegenüber den Medien. Zweifel kamen auf, ob das Projekt überhaupt noch zu retten sei – es war: Mitte September konnten die ersten Popcorn-Maiskolben geerntet werden. Da das Geld für die Miete einer Erntemaschine fehlte, schälten die vier jungen Leute jeden Kolben in Handarbeit einzeln aus seinem Blättermantel. Dieser Mehraufwand ermöglichte ihnen jedoch, jeden einzelnen Kolben auf seine Qualität zu überprüfen. Danach wurden die Kolben getrocknet, gedroschen und zu Popcorn verarbeitet.

Topcorn ist zwar etwa fünfmal teurer als die Importware, doch dafür erhält man ein nachhaltig und regional hergestelltes Schweizer Produkt. Im Angebot steht gesalzenes, genussfertiges Popcorn oder Maiskörner, die man selber in der Pfanne knallen lässt. Gemäss Amgarten dürfte eine Tonne Topcorn in den Verkauf gelangen.

Ob es bei einem einmaligen Anbau von Popcorn-Mais bleibt oder ob das Projekt zu einem Business weiterentwickelt wird, steht noch nicht fest.


Weitere Informationen auf www.topcorn.ch (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 04.10.2016, 23:29 Uhr

Verschiedene Sorten

Mais als energiereiches Futter für Tiere, Mais als köstliche Nahrung für Menschen

Ob für Tierfutter oder die menschliche Ernährung: Je nach Verwendung werden andere Maissorten angebaut. Futtermais ist dank Züchtung weniger kälteempfindlich und eignet sich bestens für den Anbau in der Schweiz. Insgesamt werden auf rund 60 000 Hektaren Mais für die Fütterung von Nutztieren angebaut.
Auf rund drei Vierteln dieser Fläche bauen Landwirte Silomais an, bei dem die ganze Pflanze siliert wird. Auf einem Viertel wächst Körnermais, wo die getrockneten Körner gemahlen und verfüttert werden. Mais wird von Bauern geschätzt, weil er ein energiereiches Futter ist und der Anbau im Vergleich zu Kartoffeln oder Rüben weniger intensiv und damit kostengünstiger ist.
Die Produktion von Mais für die menschliche Ernährung ist in der Schweiz eine Nische – ei-ne aber, die wächst. Die Anbaufläche von Zuckermais hat sich in den vergangenen 15 Jahren mehr als verdoppelt. Aktuell werden auf knapp 200 Hektaren Fläche Zuckermais kultiviert. Das Hauptanbaugebiet für diese Delikatesse liegt im Kanton Aargau. LID

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.

Kommentare

Newsletter

Die Woche in der Region.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!