Trockenheit

Gemeinden dürfen Bauern das Wasser ausschenken

Ohne Bewässerung würden ihre Kulturen eingehen. Landwirte dürfen deshalb Wasser aus Rhein und Glatt entnehmen, sofern die Gemeinden ihr Gesuch bewilligen. Noch bleiben die Anfragen dort aus.

Wasser ist für die Landwirtschaft derzeit ein wichtiges Gut. Damit Unterländer Bauern schneller zum kostbaren Nass aus Rhein und Glatt kommen, dürfen sie sich ausnahmsweise an ihre Gemeinde wenden.

Wasser ist für die Landwirtschaft derzeit ein wichtiges Gut. Damit Unterländer Bauern schneller zum kostbaren Nass aus Rhein und Glatt kommen, dürfen sie sich ausnahmsweise an ihre Gemeinde wenden. Bild: Balz Murer

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Die Landwirtschaft ächzt unter der Trockenheit. Immer mehr Landwirte im Kanton stellen deshalb Gesuche um Wasserentnahme aus Flüssen und Seen, um ihre Kulturen zu bewässern. Damit diese Anfragen schneller behandelt werden können, hat das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) am Dienstag den Gemeinden die Erlaubnis zur Bewilligung von Wasserentnahmen übertragen.

Letztmals griff das Amt 2015 und 2006 zu dieser Massnahme. Sie ist beschränkt auf die grossen Gewässer, bei denen vorderhand keine Wasserknappheit droht. Dazu gehören der Zürichsee, der Greifensee und der Pfäffikersee, der Rhein, die Thur, die Limmat, die Sihl, die Reuss und die Glatt. Für die übrigen Gewässer bleibt das Awel zuständig. Die Bewilligungen der Gemeinden sind nur kurzfristig gültig. Unerlaubte Wasserentnahmen sind gemäss Awel strafbar.

Kein Ansturm auf Gemeinden

Im Zürcher Unterland sind die Gemeinden entlang von Rhein und Glatt betroffen. Bis jetzt scheinen sie aber nicht von Gesuchen überschwemmt zu werden. Auf Anfrage erklären sowohl Bülach als auch Oberglatt und Rümlang bis anhin keine entsprechenden Fälle behandelt zu haben. «Die Stadt Bülach ist nur durch einen kurzen Glatt-Abschnitt betroffen», erklärt Heinz von Moos, Leiter Umwelt und Infrastruktur der Stadt. Würde ein Gesuch eingereicht, müsse der Landwirt plausibel darlegen können, dass ohne Bewässerung grösserer Schaden entsteht. «Ein bewilligtes Gesuch ist dann gemäss Musterbewilligung des Awel maximal vier Wochen gültig», so von Moos.

Von den aktuell nicht in den Ferien Weilenden könne sich niemand darin erinnern, wann die Gemeinde letzmals ein Gesuch behandelt habe.

In Rümlang erinnert man sich daran, letztmals vor drei oder vier Jahren eine Bewilligung zur Entnahme von Wasser aus der Glatt erteilt zu haben. In der aktuellen Trockenperiode sei aber bis dato noch kein Gesuch eingegangen, sagt der Rümlanger Gemeindepräsident Peter Meier-Neves. Bei der Erteilung richte man sich nach den Vorgaben des Awel. Dieses regelt die Bestimmungen in einem 21 Punkte umfassenden Papier. So wird beispielsweise vorgeschrieben, wo, zu welcher Tageszeit, wieviel Wasser entnommen werden darf. Einmal erteilt, bleibt die Bewilligung der Gemeinde Rümlang bis zum nächsten Starkregen gültig.

Bäche sind tabu

Für die Wasserentnahme aus Bächen sind gemäss Awel keine provisorischen Bewilligungen möglich. Damit will man die Restwasserführung gewährleisten. Landwirte, die bereits über eine entsprechende Konzession verfügen, dürfen sie im bewilligten Umfang nutzen, teilt das Amt mit.

Der Nachbarkanton Schaffhausen hat den Landwirten bereits am vergangenen Donnerstag verboten, dem Fluss Biber Wasser zu entnehmen. Seither können die betroffenen Bauern ihre Kulturen nicht mehr wässern, was besonders für jene, die Salat anpflanzen, einschneidende Folgen hat. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 24.07.2018, 17:08 Uhr

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