Eiseskälte

Kalt – aber nicht rekordverdächtig

Die herrschende Nordströmung in Kombination mit klaren Nächten sorgt derzeit für Temperaturen wie im Gefrierschrank. Der Peak ist am Samstagmorgen erreicht.

Es ist derzeit zwar sehr kalt - aber die Kältewelle des Jahres 2012 toppen die aktuellen Temperaturen nicht.

Es ist derzeit zwar sehr kalt - aber die Kältewelle des Jahres 2012 toppen die aktuellen Temperaturen nicht. Bild: Keystone

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Die derzeit herrschenden Temperaturen sind nichts für Zartbesaitete. Die eisige Kälte geht durch Mark und Bein – selbst wer eingepackt ist mit Mütze, Schal, Handschuhen und dicker Winterjacke ist froh, wenn er sich nicht zu lange im Freien aufhalten muss.

Und es geht noch kälter: Am Samstagmorgen werden die tiefsten Temperaturen in der bisherigen Wintersaison erwartet. Auch in tiefen Lagen sinkt das Thermometer verbreitet auf minus 14 Grad. Einzig am Zürichsee dürfte es ein kleines bisschen «wärmer» sein, weil der See noch immer Wärme in die Umgebung abgibt.

Verantwortlich für die eisigen Temperaturen ist die polare Eisluft in Kombination mit den klaren Nächten. Die ganze Wärme kann ungehindert ins Weltall entweichen und die kalte Luft zu Boden sinken.

Rekordwerte liegen lange zurück

Auch wenn man es sich kaum vorstellen mag: Es geht noch kälter. Am Flughafen beispielsweise fiel das Thermometer von den 1960er bis zu den 1980er Jahren regelmässig auf unter minus 20 Grad. Der Rekord wurde im Januar 1963 aufgestellt: Minus 24,6 Grad.

Die 3 tiefsten Werte am Flughafen

  • 14. Januar 1963 -24,6 Grad
  • 09. Januar 1985 - 24,4 Grad
  • 12. Januar 1987 - 23.9 Grad

Neun der zehn absoluten Tiefsttemperaturwerte in Wädenswil finden sich in den 80er Jahren. Der Rekord wurde im Januar 1985 gemessen. Mit minus 20,1 Grad. Aber auch vor nicht all zu langer Zeit war es bitterkalt: Am 5. Februar 2012 zeigte das Thermometer minus 15 Grad.

Die 3 tiefsten Werte in Wädenswil

  • 06. Januar 1985 -20,1 Grad
  • 12. Januar 1987 -19,2 Grad
  • 09. Januar 1985 -18,8 Grad

Auch die Messstation bei Aadorf / Tänikon zeigt: Die 80er-Jahre würden dem Winter 2016/2017 das Fürchten lernen:

Die 3 tiefsten Werte in Aadorf/Tänikon

  • 12. Januar 1987 -29,9 Grad
  • 07. Januar 1985 - 26,6 Grad
  • 09. Januar 1985 - 26,5 Grad

Extreme Kältewelle im Februar 2012

Die massivste Kältewelle der vergangenen 27 Jahre brachte der Februar 2012. An der Messstation Zürich-Fluntern zeigte die Kaltperiode vom 1. bis 14. Februar ein Temperaturmittel von minus 9,9 Grad. Damit gehört sie hier zu den zehn kältesten 14-Tagesperioden seit Messbeginn 1864.

Über zwei Wochen anhaltende Kältewellen sind gemäss Meteoschweiz im Verlauf der letzten 150 Jahre deutlich seltener geworden:

Zürich 1864-2012, Häufigkeit von 14-tägigen Kältewellen, Quelle: Meteoschweiz

Vor allem in den letzten vier Jahrzehnten sind ausgeprägte Kältewellen eine rare Erscheinung. In die gleiche Zeit fällt auch die starke Zunahme der Wintertemperatur in der Schweiz.

Es bleibt winterlich

Gemäss Meteoschweiz kann es bis Mitte nächster Woche auch immer mal wieder schneien. Die Nordströmung hält an und bringt die für Schneefall nötige Feuchtigkeit mit. Zwar zieht am Wochenende eine «Warmfront» auf, die Temperaturen bleiben dennoch im negativen Bereich. Und schon am Montag kommt die nächste Kaltfront. Gemäss den aktuellen Wetterbildern könnte am übernächsten Wochenende wieder bis in ganz tiefe Lagen teils ergiebig Schnee fallen. Dies dank einer dann aktiven Westströmung.

Auch wenn so mancher bei den aktuell herrschenden Temperaturen von einer Seegfrörni träumen mag – es wird beim Träumen bleiben. Für eine Eisschicht auf dem Zürichsee wäre schon ein kalter November vonnöten. Gemäss Meteoschweiz waren hierfür aber November und Dezember zu warm. Eine Seegfrörni wird es deshalb auch im Winter 2016/2017 nicht geben.

Erstellt: 06.01.2017, 14:53 Uhr

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