Abfallwesen

Keine Müllsäcke mehr am Postschalter

Die Post hat die Zürcher Unterland Kehrichtsäcke aus dem Sortiment genommen. Die Marge auf den Säcken habe den Aufwand nicht gedeckt, sagt das Unternehmen.

Wo noch Restbestände sind, ist die Rolle Unterland-Säcke noch erhältlich – doch auch in der Post Bülach wirds bald keine mehr geben.

Wo noch Restbestände sind, ist die Rolle Unterland-Säcke noch erhältlich – doch auch in der Post Bülach wirds bald keine mehr geben. Bild: Paco Carrascosa

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Von den 44 Unterländer Gemeinden nutzen 40 ein und denselben Gebührensack, den Sack der IGKSG, der Interessengemeinschaft Kehrichtsackgebühren Zürcher Unterland. Und diesen gibts an verschiedenen Orten zu kaufen: Im örtlichen Volg etwa, im Coop, in der Migros oder auf der Gemeindeverwaltung.

Nur bei der Post wird er künftig nicht mehr zu haben sein. Der Grund: Der Verkauf der Säcke wirft für das Unternehmen schlicht zu wenig ab. «Das Angebot der Kehrichtsäcke deckt die internen Aufwände der Post heute nicht», führt der regionale Kommunikationsverantwortliche der Post, Markus Werner, aus. Zu diesen Aufwänden zählt er unter anderem Personal, Logistik und Handling. «Wir haben deshalb das Gespräch mit der Interessengemeinschaft Kehrichtsackgebühr Zürcher Unterland gesucht und anschliessend entschieden, die Kehrichtsäcke aus dem Sortiment zu nehmen.»

400'000 Franken Mehrkosten

Bei der IGKSG bestätigt man, dass es entsprechende Gespräche gegeben hat. So heisst es in einer Mitteilung der Gemeindeverwaltung von Rafz zu diesem Thema: «Die Schweizerische Post hat die IGKSG darüber informiert, dass sie höhere Margen für den Verkauf der offiziellen Züri-Unterland-Kehrichtsäcke fordert».

Bei der Finanzverwaltung der Stadt Kloten, wo die Buchhaltung der IGKSG vorgenommen wird, erläutert Thierry Schneiter das Problem: «Die Diskussion war die folgende: Wenn wir der Post höhere Margen zahlen müssten, würden doch Migros, Coop und all die Detailhändler dasselbe verlangen.» Happige Mehrkosten wären die Folge, die IGKSG hatte die Summe auf 400'000 Franken geschätzt. Und weil die Marge am Ende ein Teil der Abfallkosten ist, würde sie im gebührenfinanzierten System letztlich dem Kunden verrechnet werden — der Sackpreis müsste angehoben werden.

An der Vollversammlung von Ende Mai hat die Interessengemeinschaft entschieden, dass man auf die Forderung der Post nicht eintreten werde. Die Post ihrerseits zog die Konsequenzen daraus und nahm die Unterländer Kehrichtsäcke aus dem Regal. Betroffen sind 29 Poststellen in der ganzen Region. «Wichtig war dabei für uns, dass den Bürgern weiterhin eine Vielzahl von alternativen Verkaufsstellen in der Region zur Verfügung steht», unterstreicht Markus Werner.

Letztlich überprüfe die Post ihr Sortiment an Drittprodukten in regelmässigen Abständen. «Wo der Deckungsbeitrag über längere Zeit ungenügend, beziehungsweise die Rentabilität nicht gegeben ist, behalten wir uns eine Sortimentsbereinigung vor.» Das Angebot an Drittprodukten richte sich einfach nach Angebot und Nachfrage. Umsatzzahlen in Sachen Unterländer Kehrichtsack werde man nicht kommunizieren.

Erstellt: 23.07.2018, 14:08 Uhr

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