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Nagra-Pläne heiss diskutiert

Die betroffenen Gemeinden reagieren unterschiedlich auf die Tiefenlager-Pläne der Nagra. In Stadel und Weiach gibt es wenig Widerstand. In Glattfelden zeigt eine Umfrage: Für einige Einwohner wäre das ein Grund, umzuziehen.

Nun also auch noch Stadel: Jetzt sind die Standorte bekannt, welche die Nagra für Sondierbohrungen auserkoren hat.
Nun also auch noch Stadel: Jetzt sind die Standorte bekannt, welche die Nagra für Sondierbohrungen auserkoren hat.
Screenshot Google Maps

Nun ist also bekannt, wo die Nagra im Gebiet Nördlich Lägern bohren will. Bülach, Eglisau, Glattfelden, Stadel und Weiach kommen noch als Standort für ein Tiefenlager infrage.

Die Gesuche sind gestern bei den Gemeinden eingetroffen. Viele Einwohner wurden aber bereits anfang Monat via Mitteilungsblatt informiert. In Glattfelden bildete sich daraufhin Widerstand. Bewohner meldeten sich beim «Zürcher Unterländer» und erzählten von Rissen in ihren Häusern, die aufgrund der Messungen der Nagra entstanden seien (siehe Box rechts).

Die Hälfte würde wegziehen

Ernst Gassmann, Gemeindepräsident von Glattfelden, sieht dem Ganzen ein bisschen gelassener entgegen. «Die Nagra hat uns stets gut informiert. Das ist hilfreich und beruhigt einen», sagt er. Dennoch, die meisten Bewohner stellen sich gegen das Projekt der Nagra. Gassmann erzählt: «Es gibt eine Glattfelden-App. Auf dieser haben wir eine Umfrage gestartet mit der Frage: Ein Tiefenlager für radioaktiven Abfall in Glattfelden.

Was ist Ihre Meinung dazu?». 48 Prozent haben angekreuzt: «Geht gar nicht. Das wäre für mich ein Grund von hier wegzuziehen.» 42 Prozent sind der Meinung, dass, falls Glattfelden wirklich der perfekte Standort sei, ein Tiefenlager im Dorf durchaus Sinn machen würde. Die übrigen 10 Prozent sind unschlüssig. Der Gemeindepräsident sagt aber: «Das ist natürlich keine repräsentative Umfrage. Trotzdem spürt man die Stimmung im Dorf.»

Leute interessiert es nicht

Mit solchen Problemen müssen sich Dieter Schaltegger, Gemeindepräsident von Stadel, und Stefan Arnold, Gemeindepräsident von Weiach, nicht herumschlagen. Arnold sagt: «Die Einwohner sind nicht wirklich interessiert an diesem Thema.» Man wolle nun aktiv auf die Leute zugehen und ihnen das Projekt näher erläutern. «Ich will nicht, dass Panik ausbricht, wenn wir als Standort für das Tiefenlager ausgesucht werden.»

In Stadel wird die ganze Thematik gemächlicher angegangen: «Wir informieren die Bevölkerung nicht so intensiv, wie das in den anderen Gemeinden der Fall ist», sagt Schaltegger. Es habe aber auch noch keine kritische Äusserungen von Einwohnern gegeben und das obwohl die Nagra in Stadel gar an zwei Standorten bohren will.

In Eglisau ist es die Gemeindepräsidentin selbst, welche die geplanten Bohrungen kritisch beleuchtet. Ursula Fehr sagt: «Es dauert lange und kostet viel Geld, ein einziges Bohrloch 10 Millionen Franken.»

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