Schulpreis

Schulen stehen vor grosser Ehrung

Vier Schulen aus dem Unterland sind für den Schweizer Schulpreis 2017 nominiert. In einem ersten Teil stellt der «ZU» zwei Finalisten vor: die Primarschule Otelfingen und die Primarschulen Niederhasli, Niederglatt, Oberglatt zusammen mit der Oberstufe Niederhasli-Hofstetten.

Otelfingen: Lehrerin Franziska Baumann und Schulleiter Martin Heimo sind überzeugt, dass an ihrer Schule vieles richtig gemacht wird. Die drei Zwerge in den Händen der Lehrerin , begleiten ihre Erstklässler im ersten Jahr.

Otelfingen: Lehrerin Franziska Baumann und Schulleiter Martin Heimo sind überzeugt, dass an ihrer Schule vieles richtig gemacht wird. Die drei Zwerge in den Händen der Lehrerin , begleiten ihre Erstklässler im ersten Jahr. Bild: mca

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In Otelfingen ist nicht zuletzt Schulleiter Martin Heimo verantwortlich, dass die Primarschule in diesem Rennen mitmischt. Denn er hat das Bewerbungsdossier eingereicht. «Was macht eigentlich eine gute Schule aus?», fragt er. «Die Ansprüche ändern schnell. Viele Berufe, die wir heute kennen, wird es so gar nicht mehr geben, wenn die jetzigen Erstklässler eine Lehrstelle suchen. Was also müssen die Schüler lernen?» Trotz oder gerade wegen diesen Herausforderungen, hat er sich für die Bewerbung entschieden. Bewertet werden die Schulen nach sechs Kriterien, etwa «Leistungen» oder «Schulklima».

Die Primarschule Otelfingen will aber mit dem Gesamtbild überzeugen. «Wir sind eine offene Schule und immer in Bewegung», sagt Heimo. Neue Ideen seien willkommen und bei Problemen ziehe man sich nicht ins Schneckenhaus zurück. Seit 2014 unterrichtet die Schule in Anlehnung an das «Churer Modell». Dieses an der Stadtschule Chur eingeführte Modell setzt auf die sogenannte Binnendifferenzierung: die Vermittlung des Stoffs auf unterschiedlichen Lernniveaus innerhalb einer Klasse. Otelfingen hat sich intensiv mit diesem Modell beschäftigt und setzt es in vielen Punkten um – allerdings auf die «Otelfinger Art».

Redezeit der Lehrerist beschränkt

Tagtäglich tut dies zum Beispiel Franziska Baumann. Sie unterrichtet seit 25 Jahren in Otelfingen und hat vor wenigen Wochen wieder eine erste Klasse übernommen. Jeden Morgen bildet sie mit ihren Schülern im vorderen Bereich des Klassenzimmers einen Kreis. Die Inputs, welche die Schüler dann erhalten, sind möglichst kurz gehalten. Maximal zehn Minuten. Danach wählen die Schüler aus Lernangeboten mit verschiedenen Niveaus das für sie Passende aus. «Wir haben am Anfang die Redezeit der Lehrer gestoppt und gemerkt, dass schnell mal 25 Minuten vorbei waren», erzählt Heimo. «Je weniger lang der Lehrer redet, desto mehr Zeit haben die Schüler zum Lernen», ergänzt Baumann.

Niederhasli, Niederglatt und Oberglatt: Am Makerspace werden zwei Mädchen der 6. Klasse von einem Schüler der 3. Oberstufe betreut und in die Welt der Robotik eingeführt. Bild: zvg

Im ihrem Klassenzimmer haben die Kinder keinen fixen Arbeitsplatz. «Sie suchen sich ihren Platz und ihr Gspändli je nach Aufgabe selber aus», sagt sie. Der Schulleiter und die Lehrerin sind davon überzeugt, dass die Kinder grundsätzlich lernen wollen. «Unsere Aufgabe ist es, den Schülern zu helfen, ihr Potenzial auszuschöpfen. Lernen müssen sie am Schluss aber selber», sagt Martin Heimo.

Projekt ist grenz- und klassenübergreifend

Die zweite Unterländer Bewerbung kommt aus Niederhasli, Niederglatt und Oberglatt und basiert auf zwei Standbeinen. Einerseits ist es der nachhaltige Unterricht in den MINT-Fächern (Mathematik-Informatik-Naturwissenschaften-Technik) vom Kindergarten bis zur Oberstufe, andererseits ist es die grenzensprengende Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden.

Angefangen hat das MINT-Projekt im Frühling 2014, als sich die Schulleitungen der Primarschulen aus Niederhasli, Niederglatt und Oberglatt zusammen mit der Leitung der Sekundarschule an einen runden Tisch setzten und sich Gedanken machten, wie man diese Fächer schon in der Primarschule besser einbetten könnte. In einem ersten Schritt wurde die Informatik, das «I» in MINT, angepackt. In Zusammenarbeit mit der ETH lernten alle Kinder der 5. und 6. Klassen die Programmiersprache Logo. Auf der Oberstufe wurde der Informatikunterricht ausgebaut.

2016 wurde das «N» in MINT, ein Thema. Mit den von der Schule Meilen entwickelten NaWi-Boxen, sollen die Kinder vom Kindergarten bis zur Oberstufe einen aufbauenden naturwissenschaftlichen Unterricht zu den fünf Phänomenen Schall, Elektrizität, Wasser / Luft, Licht und Energie erhalten.

In der Zwischenzeit wurden in einzelnen Schulen auch Beebots angeschafft, die es schon kleinen Kindern ermöglichen, erste Schritte im Programmieren zu machen. Ausserdem leiteten Schüler der 3. Sekundarklasse, als Teil des technischen Projektunterrichts, Workshops für die 6. Klassen. Am sogenannten Makerspace-Tag wurden die 6. Klässler beispielsweise in die Welt der Robotik eingeführt. (mca/red)

Erstellt: 05.10.2017, 15:34 Uhr

20?000 Franken Zustupf

Um den Schweizer Schulpreis, der heuer zum dritten Mal vergeben wird, haben sich insgesamt 24 Schulen aus 13 Kantonen beworben. Zwölf Schulen haben sich für die Endausscheidung qualifitziert. Darunter vier Vertreter aus dem Unterland: die Primarschule Otelfingen, die Primarschulen Niederhasli, Niederglatt, Oberglatt zusammenmit der Oberstufe Niederhasli-Hof­stetten, die Schulgemeinde Dietlikon und die Schule Ruggenacher 1 aus Regensdorf. Bis vor den Herbstferien wurden die Finalistenschulen durch Experten- und Jury­teams besucht. Voraussichtlich sechs Schulen erhalten je 20 000 Franken Preisgeld. Die Preisverleihung findet am 13. Dezember an der Pädagogischen Hochschule Bern statt. (red)

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