Bevölkerung

Von 66'000 Ausländern besitzen 56'000 einen europäischen Pass

Seit 1990 ist das Unterland um 77'000 auf gut 235'000 Einwohner angewachsen – ein Plus von fast einem Drittel. Deutlich angestiegen ist dabei auch der Ausländeranteil: Dabei fallen 10'600 nordeuropäische und 9600 südosteuropäische neue Einwohner ins Gewicht.

Um 1990 hatte die Region eine Gesamtbevölkerung von knapp 158'000 – Heute hat allein der Bezirk Bülach schon 149'000 Einwohner. Ein solches Wachstum wird wesentlich von der Zuwanderung aus dem Ausland und aus anderen Kantonen bestimmt. So ist leicht zu erklären, dass sich der prozentuale Anteil der Ausländer an der Wohnbevölkerung sich im letzten Vierteljahrhundert deutlich erhöht hat: im gesamten Kanton von 18,3 auf 26,6 Prozent.

Im Unterland, wo die Ausländerquote seit jeher etwas über dem kantonalen Mittel lag, stieg der Wert in derselben Zeitspanne von 18,6 auf 27,8 Prozent an. In absoluten Zahlen: 1990 hatten gut 28'000 Unterländer eine ausländische Staatsbürgerschaft, Ende 2016 waren es rund 66'000.

In einer jüngst veröffentlichten Untersuchung hat das Statistische Amt des Kantons Zürich untersucht, in welchen Regionen des Kantons sich die ausländische Bevölkerung häufiger, wo seltener niederlässt. «Im Schnitt hat der Ausländeranteil vor allem in den urbanen Gemeinden zugenommen», heisst es dazu im Bericht.

Der Anteil des Südens sinkt

Diese Aussage lässt sich auch für die Bezirke Bülach und Dielsdorf belegen: Den grössten Sprung in der Ausländerquote weist diejenige Stadt aus, deren Zahlen seit Jahren schon an der Tabellenspitze steht: Opfikon wies 1990 noch 27,7 Prozent Ausländeranteil aus, 2016 waren es 45,2 Prozent. Hohe Quotensteigerungen finden sich weiter in Wallisellen (von 16,4 auf 30,5 Prozent) oder Rümlang (von 18,6 auf 30,6 Prozent).

In ihren Untersuchungen haben die Statistiker auch berücksichtigt, welche Nationalitätengruppen sich niederlassen. Was das Unterland angeht, so hat die Gruppe der Südeuropäer mit 8,9 Prozent den grössten Anteil an der Gesamtbevölkerung. Er entspricht mit 20'900 Personen in etwa der Grösse der Stadt Bülach. Diese Nationalitäten-Region ist dabei die einzige, deren Anteil im Unterland seit 1990 gesunken ist; von 9,8 Prozent. Dazu ist festzuhalten, dass der Bund unter dem Begriff Südeuropa die Italiener, die Spanier und Portugiesen, aber auch die Türken und die Griechen subsummiert.

Mit je knapp 15'000 Unterländern teilen sich die Regionen Nordeuropa (mit Deutschland) und Südosteuropa (mit dem Balkan) den zweiten Rang in der Ausländerstatistik. Fasst man alle Europäer zusammen, so machen diese 84,7 Prozent der ausländischen Wohnbevölkerung der Region aus. Der gesamte afrikanische Kontinent schafft mit 2200 Personen gerademal 0,9 Prozent.

So verteilen sich die Nordeuropäer gemäss Segregationsindex auf die Gemeinden des Unterlands.

Das Verteilungsmuster der Osteuropäer zeigt eine hohe Diversität.

Westeuropäer zieht es vor allen nach Wallisellen und Bachs.

Die Gemeinden nördlich der Stadt Zürich sind Ballungsbereiche für Menschen aus Südeuropa.

Das Segregationsmuster der Südosteuropäer ist vergleichbar mit jenem der Südeuropäer. Auch hier fällt der «Ring» rund um die Stadt Zürich auf.

So funktioniert die Länderzuteilung bei den Segregations-Grafiken.

Text: Florian Schaer Infografiken: Martin Steinegger

Erstellt: 25.01.2019, 18:53 Uhr

Der Segregationsindex

Der Segregationsindex (SI) misst, wie stark sich eine Bevölkerungsgruppe in bestimmten politisch-administrativen Raumeinheiten konzentriert. Ausgangslage ist dabei eine vollständige Gleichverteilung der Gruppe über die Raumeinheiten. Der SI stellt diese theoretische der tatsächlichen räumlichen Verteilung gegenüber.

Dabei bedeutet ein Wert von 0, dass sich die Bevölkerungsgruppe vollständig gleichmässig über den Raum verteilt, ein Wert von 100 hingegen, dass sie sich maximal räumlich konzentriert. Den Wert des Segregationsindex' kann man als Prozentanteil der Bevölkerungsgruppe interpretieren, der umziehen muss, damit die Gruppe in jeder Raumeinheit denselben Anteil der Bevölkerung ausmacht. (red)

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben