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Was Unicef mit Rüdlingen zu tun hat

Die Gemeinde Rüdlingen interessiert sich für das Label «Kinderfreundliche Gemeinde» von Unicef. In der ganzen Schweiz sind es 26 Gemeinden, die das Label tragen, im Kanton Zürich lediglich Fehraltorf.

Rüdlingen will zur kinderfreundlichen Gemeinde werden.
Rüdlingen will zur kinderfreundlichen Gemeinde werden.

Rüdlingen hat einen 64-seitigen Fragebogen von Unicef ausgefüllt. Mit diesem will das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNO) herausfinden, wie kinderfreundlich eine Gemeinde ist –später kann diese das Label ­«Kinderfreundliche Gemeinde» be­antragen.

Ob Rüdlingen dies ­machen wird, ist noch nicht klar. Im Bogen fragt Unicef zum Beispiel danach, ob Partizipationsmöglichkeiten für Kinder und ­Jugendliche in der Politik vorhanden sind, welche integrati­ons­fördernden Angebote die Gemeinde besitzt oder ob Kinder die Möglichkeit haben, freiwillige Kurse zu besuchen.

Kinderbetreuung und Biotope

Mit der Zertifizierung will Unicef die Umsetzung der UNO-Kinderrechtskonvention auf kommunaler Ebene unterstützen. Das Label fördert laut dem Hilfswerk ­gezielt Prozesse zur Steigerung der Kinderfreundlichkeit und ermöglicht den Gemeinden, eine Standort­bestimmung zu diesem Thema durchzuführen. «Die Auszeichnung kommt in erster Linie den Kindern zugute, sie verschafft aber auch der gesamten Gemeinde eine grössere Lebensqualität», schreibt Unicef.

In der Schweiz tragen derzeit 26 Gemeinden das Label. Im Kanton Zürich ist es lediglich Fehraltorf. Dort wurden verschiedene Massnahmen und Projekte umgesetzt. Wichtige Er­rungenschaften sind laut Unicef zum Beispiel «ein vielseitiges Kinderbetreuungs­angebot mit Kindertagesstätte, Spielgruppen, Kinderkrippen, Kinderhort, Aufgabenhilfe, Randstundenbetreuung und Mittagstisch sowie die Sanierung des ­Jugendkellers».

Weiter sei mit dem Schüler­parlament die Partizipation der Kinder gefördert worden. Kinder und Jugendliche können laut der Organisation ihre Anliegen in der Sprechstunde des Gemeindepräsidenten einbringen. «Sie wur-den bei der Pausenplatzgestaltung miteinbezogen, sie tragen Verantwortung bei der Pflege des Biotops und wirkten beim Um-bau des Kleintiergeheges mit», schreibt Unicef. In den nächsten Jahren sind unter anderem die Ausweitung des Schülerparlaments auf die Primarstufe und Weiterbildungen im Bereich Partizipation geplant.

Kanton Zürich zahlt nicht

Ob Unicef mit weiteren Gemeinden im Kanton Zürich im Gespräch ist, will die Organisation nicht sagen: Man wolle die Gemeinden nicht unter Druck ­setzen, sagt Unicef-Sprecherin Charlotte Schweizer: «Die Gemeinden haben die Kommunikationshoheit.» Zu einem früheren Zeitpunkt hatten sich Bülach, Wallisellen und Hochfelden für das Label interessiert, jedoch liessen sie sich nicht zertifizieren.

Es wurden dennoch Projekte um­­ge­setzt. Daniel Knöpfli, Leiter Soziales und Gesundheit der Stadt Bülach, sagte vor einem Jahr gegenüber dem ZU: «Die Empfehlungen aus dem Prozess mit Unicef haben uns viele gute Inputs geliefert.» Knöpfli betonte, dass die Stadt aktiv gewesen sei: Sie habe zum Beispiel die Spielplätze Lindenhof und Stadtweiher erneuert oder auch den Jugendtreff verlegt und neu gestaltet. Auch Schweizer betont: «Die Gemeinde kann im Bereich Kinderfreundlichkeit engagiert sein, ohne das Label zu haben.» Unicef gehe es darum, die Gemeinden zu unterstützen.

Im Kanton Schaffhausen, zu dem auch Rüdlingen gehört, ist Thayngen die am weitesten fortgeschrittene Gemeinde im Prozess, wie Schweizer sagt. Sie habe als erste Gemeinde im Kanton einen Massnahmenkatalog eingereicht.

Dass im Kanton Zürich lediglich Fehraltorf die Zertifizierung angestrebt hat, könnte auch daran liegen, dass der Kanton die Initiative finanziell nicht unterstützt. Dies im Gegensatz zu den Kantonen Schaffhausen, Bern, Aargau, Solothurn, Basel-Landschaft, Luzern sowie St. Gallen, welche finanzielle Unterstützung leisten.

Die Kosten hängen von der Grösse der Gemeinde ab: Der ­erste Schritt – die Auswertung des Fragebogens und das Aufzeigen von Stärken und Verbesserungspotenzialen – kostet 2000 Franken. Wenn sich die Gemeinde danach entscheidet, das Label anzustreben, kommt es bei den Kosten auf die Grösse an: Gemeinden über 40 000 Einwohner zahlen 20 000 Franken, solche von 10 000 bis 40 000 Einwohner 15 000 Franken und diejenigen über 10 000 Einwohner 10 000 Franken.

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