Dägerlen

110 Roma-Wohnwagen auf Stippvisite

Vergangene Nacht um 23 Uhr fuhr eine Karawane mit 110 Wohnwagen auf das Feld eines Bauern in Berg bei Dägerlen. Heute Mittag sind sie fristgerecht bereits weitergezogen.

Die letzten Gäste einer grösseren Karawane: Die letzten Roma-Wohnwagen zogen heute Nachmittag vom Feld in Berg bei Dägerlen ab.

Die letzten Gäste einer grösseren Karawane: Die letzten Roma-Wohnwagen zogen heute Nachmittag vom Feld in Berg bei Dägerlen ab. Bild: Marc Dahinden

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Heute Mittag, kurz nach 13.15 Uhr: Auf einem Feld in Berg bei Dägerlen stehen vier bis fünf Wohnwagen und etwas verlassen in einer anderen Ecke eine mobile Toilette. Fast nichts mehr deutet darauf hin, dass hier zwölf Stunden früher eine Roma-Karawane mit 110 Wohnwagen einfuhr.

Wie der Bauer, dem das Feld gehört, gegenüber dem «Landboten» sagt, hatten die Fahrenden sein Einverständnis, um die Nacht auf seinem Grundstück zu verbringen. Sie hatten alle eine Hochzeit in Wängi (TG) besucht und suchten für eine Nacht eine Bleibe.

Fahrende hielten sich anstandslos an Abmachung

Laut Anwohnern fuhr die Gruppe gestern Mittwoch um 23 Uhr mit einigem Tamtam und lautem Gehupe vor. Der Gemeindepräsident Markus Kyburz als auch die Polizei waren vor Ort. Wegen der grossen Anzahl an Wagen war es laut dem Bauern eine verkehrstechnische und logistische Herausforderung, bis alle Beteiligten ihren Platz gefunden hatten. Wie die Kantonspolizei auf Anfrage sagt, ist der Einsatz reibungslos verlaufen. Um 1 Uhr in der Früh konnte sich schliesslich auch der Gemeindepräsident ins Bett legen.

Die Bedingung des Bauern war, dass das Feld heute um 14 Uhr geräumt ist. Dies haben die Fahrenden nun anstandslos eingehalten, wie er sagt. Insgesamt beurteilt er die Erfahrung, die er letzte Nacht gemacht hat, als sehr positiv. Rückblickend sagt er, er würde einer Fahrendengruppe vermutlich nochmals das Gastrecht einräumen. Allerdings habe diese Karawane die Platzverhältnisse auf seinem Grundstück geprengt. Mehr als eine Nacht hätte er sie nicht auf seinem Feld übernachten lassen.

Bauer gewährte schon einmal Gastrecht

Bereits zu Beginn der Woche gewährte der Landwirt einer Gruppe Roma auf seinem Grundstück Gastrecht: Mitglieder einer Familie hatten den Bauern am vergangen Wochenende angefragt, ob sie 25 Wohnwagen auf ein Stück Land am Waldrand stellen dürfen. Über Nacht parkierten dann aber plötzlich 35 Gefährte auf seinem Grundstück. Weil dies laut Ansicht des Bauern zu viel war, sind die Fahrenden weitergezogen: Wie sich heute herausstellte, ist diese Gruppe von Berg bei Dägerlen nach Altikon gezogen. Zuvor genossen sie Gastrecht auf einer Bauernwiese in Aesch bei Neftenbach (der «Landbote» berichtete).

Erstellt: 16.07.2015, 16:24 Uhr

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