Schlösser

Der Kanton als Schloss- und Schutzherr

Im Kanton Zürich gibt es 38 Schlossbauten, die alle unter Schutz stehen. Der Unterhalt der historischen Bauten geht ins Geld.

Das Schloss Laufen am Rheinfall soll renoviert werden, aus zwei Gründen: Erstens sind die Gebäude des Schlosses laut dem Eigentümer Kanton Zürich stark sanierungsbedürftig.

Zweitens soll die Tourismusdestination weiter gestärkt und das Potenzial des Ortes besser ausgeschöpft werden – rund 1,5 Millionen Personen besuchen pro Jahr den Rheinfall. Dafür soll der Schlossbetrieb, der die Bereiche Gastronomie, Eventbusiness und Hotellerie umfasst, in eine einzige Hand gegeben werden.

Schlösser gelten als hochrangige Schutzobjekte und sind daher sehr aufwendig im Unterhalt

Die Ausgaben für die Sanierung der Gastronomie, ein bedientes Restaurant und eine Selbstbedienung, werden auf zehn Millionen Franken geschätzt. Weitere hohe Ausgaben werden nötig sein, um die anderen Teile des denkmalgeschützten Schlosses zu restaurieren. Das neue Betriebskonzept soll Ende 2019 vorliegen. Der künftige Betreiber von Schloss Laufen soll Ende 2020 feststehen, Baubeginn ist voraussichtlich im Jahr 2024.

Schloss Laufen gehört seit 1941 dem Kanton Zürich, der zuletzt 2010 dort 13,6 Millionen Franken investierte: für Neubauten, einen Lift, Fusswege sowie für ein Museum. Danach stieg die Zahl der fünf Franken Eintritt zahlenden Besucher um 250000 auf 620000 an. Der «Landbote» berichtete bereits im Herbst 2017 über die geplante Renovierung durch den Kanton, auch über die Kündigung der Mietverträge der bisherigen Betreiber von Gastronomie und Jugendherberge.

Aus Burgen hervorgegangen

Schloss Laufen am Rheinfall ist nicht das einzige Schloss, das dem Kanton Zürich gehört. Im Frühling 2016 schloss der Kanton die Reparatur- und Ausbauarbeiten im Schloss Schwandegg in Waltalingen (Gemeinde Stammheim) ab. Seit rund einem Jahr betreiben neue Pächter dort das Restaurant und die Gästezimmer.

Schloss Schwandegg wurde im 13. Jahrhundert als Burg erbaut und im 16. und 17. Jahrhundert in ein Schloss umgebaut, das der Kanton 1974 erwarb. Nach der Renovation wurden 1981 ein Restaurant und wie in Schloss Laufen eine Jugendherberge eröffnet.

«Nach unseren Kenntnissen existieren im Kanton Zürich 38 Bauten, die als Schloss bezeichnet werden», sagt Baudirektionssprecher Thomas Maag auf Anfrage. Etliche Schlösser sind aus Burgen hervorgegangen, so etwa die Mörsburg oder Kyburg. Als Schlösser gelten aber auch Bauten des 19. Jahrhunderts wie zum Beispiel das Schloss Wart bei Neftenbach, das zwischen 1889 und 1893 gebaut wurde. Von dieser Zählung explizit ausgeschlossen sind Landsitze, «von denen es im Kanton eine stattliche Anzahl gibt, gerade am Zürichsee», wie Maag weiter sagt. Auch die zahlreichen Burgruinen wie jene von Alt-Wülflingen werden nicht dazugezählt.

Überkommunal geschützt

Von den 38 Schlossbauten im Kanton Zürich gehören 22 der öffentlichen Hand beziehungsweise einer Stiftung. Die restlichen 16 sind in Privatbesitz und grundsätzlich nicht zugänglich für die Öffentlichkeit.

Alle Schlösser des Kantons Zürich Klicken Sie sich durch unsere interaktive Schlosskarte. Karte: huy

Der Kanton ist Eigentümer der folgenden sechs Schlösser: Schloss Greifensee, Schloss Grüningen, Schloss Kyburg, Schloss Laufen, Schloss Au (Wädenswil) und Schloss Schwandegg (Stammheim/Waltalingen). Der Erwerb des Schlosses Wädenswil ist als siebtes Gebäude pendent. Ob in privater oder öffentlicher Hand: Alle 38 Schlösser sind überkommunale Schutzobjekte. Das heisst, dass sie gemäss kantonalem Gesetz entweder als regional oder kantonal geschützt gelten.

Aus Sicht der Denkmalpflege besonders wertvoll sind unter anderem das Schloss Elgg, die Kyburg, das Schloss Wart oder die beiden Schlösser Hegi und Wülflingen in Winterthur.

Im Vergleich zur restlichen Schweiz gilt die Anzahl Schlösser im Kanton Zürich als eher durchschnittlich, wenn man die dazugehörigen Landsitze nicht mitzählt. Auffällig ist, dass 24 der 38 Zürcher Schlösser in der Region Winterthur und Umgebung liegen.

Sorgfältiger Umgang nötig

In der Regel sind Schlösser «hochrangige Schutzobjekte», wie Baudirektionssprecher Maag weiter ausführt. Diese Objekte erfordern deshalb einen sehr sorgfältigen denkmalpflegerischen Umgang.

«Dies muss, was die Bausubstanz und die Ausstattung betrifft, jedem potenziellen Käufer bewusst gemacht werden.» So erfordern die oft mehrere Jahrhunderte alten Oberflächen und Ausstattungselemente wie Stuckdecken «häufig sehr sorgfältige Restaurierungsmassnahmen».

Erstellt: 20.02.2019, 17:53 Uhr

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