Abstimmungen

Zürcher Unterland stimmte wie der Kanton – und doch anders

Wäre es nach den Neerachern gegangen, hätte die Unternehmenssteuerreform nicht Schiffbruch erlitten. Und wäre es nach dem Bezirk Dielsdorf gegangen, gäbe es keine erleichterte Einbürgerung.

Klicken Sie auf die Gemeinden. Scrollen Sie dann nach rechts für die Detailinformationen. Quelle: Kanton Zürich


Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

138 500 Stimmberechtigte leben in den Bezirken Bülach und Dielsdorf. Das sind etwa so viele wie im Kanton Graubünden. Hätte man am Abstimmungswochenende nur das Unterland zu den eidgenössischen Vorlagen befragt, so hätte das Endergebnis gleich gelautet: Nein zur Unternehmenssteuerreform, Ja zum Nationalstrassefonds und Ja zur erleichterten Einbürgerung. Allerdings zeigt die Auswertung der absolten Zahlen Unterschiede in den Stimmanteilen. So lehnte die Region die Unternehmenssteuerreform mit 62,3 % noch wuchtiger ab, als die Schweiz (59,1 %).

Besonders auffällig waren die Abweichungen bei der Einbürgerungsvorlage. Sagte die Schweiz mit 60,4 % deutlich Ja, war das Unterland mit 52 % Ja-Anteil weniger entschieden dafür; in absoluten Zahlen standen in der Region 31 960 Ja-Stimmen 29 420 Nein-Stimmen gegenüber.

Das knappere Ergebnis sticht umso mehr ins Auge, wenn man berücksichtigt, dass der Kanton Zürich für sich betrachtet sogar einen Ja-Anteil von 63.2 % auswies, wobei das Verdikt im Bezirk der Stadt Zürich mit 76.2 % am deutlichsten ausfiel. Hingegen hätte der Bezirk Dielsdorf die Vorlage sogar knapp verworfen (48.8 % Ja), während die Bezirksbülacher zu 54 % ein Ja in die Urne gelegt haben. Auf der kommunalen Ebene reichten die Ja-Anteile zur Einbürgerungsvorlage von 85.4 % (Zürich, Kreise 4 und 5) bis 36,3 % (Weiach). Von den kantonsweit 183 Gebieten (Gemeinden oder Stadtkreise) haben immerhin 50 mehrheitlich mit Nein abgestimmt; und von diesen liegen 23 im Unterland (Ausgabe von gestern).

Reiche für die URS III

Bei der Unternehmenssteuerreform III haben kantonsweit nur gerade 13 Gebiete eine Ja-Mehrheit ausgewiesen; auf jener Liste finden sich auch die Gemeinden, die oft in einem Atemzug mit dem Schlagwort «Steuerparadies» genannt werden: Herrliberg, Zumikon, Zollikon, Rüschlikon – und Neerach. Winkel hat den Platz auf der «Goldküsten-Liste» für einmal verpasst, wenn auch mit einem Ja-Stimmenanteil von 47.4 % relativ knapp. Auf die kantonsweit grösste Ablehnung stiess die Vorlage in Zürich und Winterthur (32,1 und 32,9 % Ja-Anteil); aus Unterländer Sicht haben die Glow-Gemeinden Rümlang (31,3 % Ja) und Kloten (32,2 %) die USR III am deutlichsten verworfen.

Beim Nationalstrassenfonds lag die Unterländer Zustimmung mit 63,2 % etwas höher als die kantonale (60.3 %) und die eidgenössische (62 %). In keiner der hiesigen 44 Gemeinden hätte sich eine Mehrheit dagegen ausgesprochen; das knappste Ja gab es in Schleinikon (53,9 %), das deutlichste in Neerach (72%) und Winkel (70,1 %).

Die Unterländer Stimmbeteiligung war übrigens bei der Einbürgerungsvorlage am höchsten (44,8 %), wobei sie generell unter dem Kantonsschnitt (49,3 %) blieb. Der Bezirk Bülach verzeichnete einen Wert von 45,3 %, Dielsdorf einen von 44,1 %. (flo)

Erstellt: 13.02.2017, 17:26 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!