Vorsicht an Ostern: Hier zahlen Sie am meisten Strassengebühren

Für Autobahnen, Brücken und Tunnel wird vielerorts eine Gebühr verlangt – auch in der Schweiz. Wo es am teuersten ist.

Auch in der Schweiz sind gewisse Tunnel kostenpflichtig: Fahrzeuge bilden eine Schlange vor der Kasse zum Autoverlad Lötschberg.

Auch in der Schweiz sind gewisse Tunnel kostenpflichtig: Fahrzeuge bilden eine Schlange vor der Kasse zum Autoverlad Lötschberg. Bild: Keystone

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In einer Woche ist Ostern – Zeit, die Ferien zu planen. Auch dieses Jahr werden viele Schweizerinnen und Schweizer die Feiertage für einen Kurztrip ins Ausland nutzen. Beliebt sind vor allem südliche Destinationen, wo die Aussichten auf schönes Wetter und warme Temperaturen gut sind. Am nächsten Wochenende wird es deshalb wieder zu Staus am Gotthard und auf anderen Strecken in der Schweiz kommen. Denn das Auto ist für viele immer noch das bevorzugte Mittel, um der Kälte zu entkommen.

Wer mit dem eigenen Wagen verreist, muss sich allerdings auf Kosten gefasst machen. Dass auf zahlreichen europäischen Strassen Mautgebühren zu entrichten sind, ist den meisten Reisenden bekannt. Viele Länder erheben jedoch auf Tunnel und Brücken nochmals zusätzliche Gebühren – auch die Schweiz, wie eine Auswertung der Sharing-Plattform Campanda zeigt. Wir haben diese ergänzt und zeigen, welche Strecken Sie umfahren sollten, wenn Sie hohe Ausgaben vermeiden wollen.

Teure Schweizer Tunnel

Die beiden teuersten Tunnel befinden sich in unseren Nachbarländern Frankreich und Italien. Für den Montblanc-Strassentunnel, der unter Europas höchstem Berg durchführt, muss man mit einem Personenwagen 44.40 Euro hinblättern. Auf der italienischen Seite kostet eine einfache Fahrt sogar noch 80 Cent mehr. Genau gleich teuer ist der Fréjus-Tunnel etwas weiter südlich. Mit dem Wohnmobil belaufen sich die Kosten auf jeweils knapp 60 Euro.

Beim Furka-Autoverlad gibt es diesen Preisunterschied nicht. Mit umgerechnet 29.34 Euro (33 Franken) gehört der Tunnel zwischen Realp im Kanton Uri nach Oberwald im Kanton Wallis aber zu den teuersten in Europa. Dafür erhält man auch eine Leistung: Während der Zug fährt, kann man sich zurücklehnen. Das ist auch im Vereina zwischen dem Prättigau und dem Engadin der Fall, für den man mit einem normalen Personenwagen 34.59 Euro (39 Franken) zahlt.

Vier weitere Schweizer Tunnel gehören zu den teuersten auf dem europäischen Strassennetz: der Grosse St. Bernhard vom Wallis Richtung Piemont, der Lötschberg von Kandersteg nach Goppenstein, der Autoverlad Brig–Iselle und der Munt-la-Schera zwischen Zernez und Livigno in Italien. Das Beispiel Brig–Iselle zeigt, dass die Preise durchaus schwanken können. Kauft man hier das Billett online, kostet es 2 Franken weniger. Einige Tunnel haben unterschiedliche Gebühren je nach Saison oder Gewicht des Fahrzeugs, andere nach Kategorie.

Insgesamt sind 38 Tunnel in Europa kostenpflichtig. Mehr als die Hälfte davon befindet sich in der Schweiz selbst oder in ihren Nachbarländern Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich. Der Arlbergtunnel etwa, den viele nutzen, wenn sie nach Österreich oder ins Südtirol fahren, kostet 10 Euro.

Einer der kostenpflichtigen Tunnels in der Schweiz: Der Grosse St. Bernhard zwischen dem Wallis und dem Piemont. (Bild: Keystone)

Neben zahlreichen Tunneln sind europaweit auch 28 Brücken kostenpflichtig. Am teuersten ist die Öresundbrücke, die Dänemark und Schweden verbindet: Stolze 52 Euro muss man hier für eine Überfahrt berappen, für Wohnmobile ist es sogar das Doppelte. Allerdings handelt es sich hier auch um ein Kombi-Ticket, denn auch der Drogdentunnel ist im Preis inbegriffen.

Auf der dänischen Hängebrücke Storebaelt müssen Autofahrer mit 51 Euro ähnlich tief in die Tasche greifen, für Wohnmobile werden 85 Euro fällig. Alle anderen Brücken in Europa kosten deutlich weniger. Auffällig ist auch, dass es in Frankreich einige kostenpflichtige Viadukte gibt, in den anderen Nachbarländern der Schweiz jedoch keine.

Auch in der Schweiz kosten Brücken nichts. Dafür fällt bekanntlich eine Strassengebühr an: Wer die Autobahnen nutzen will, muss sich eine Jahresvignette für 40 Franken kaufen. Im europäischen Vergleich ist das wenig. Allerdings bieten die meisten anderen Länder neben Jahresvignetten auch solche für einen Tag, ein Wochenende, eine Woche oder einen Monat an. Hierzulande muss immer der Vollpreis bezahlt werden.

Dafür gilt die Schweizer Gebührenmarke ganze 426 Tage (aktuell vom 1. Dezember 2018 bis zum 31. Januar 2020), kostet also nur 9 Rappen pro Tag. Für eine bessere Vergleichbarkeit wurde ihr Preis nachfolgend für zehn Tage berechnet, die umgerechnet 80 Cent kosten. In keinem anderen Land, das Vignettenpflicht hat, zahlt man gemäss ADAC-Angaben so wenig. Zum Vergleich: In Österreich kostet ein 10-Tages-«Pickerl» mehr als 9 Euro.

Wer hierzulande ohne Vignette auf einer Autobahn unterwegs ist und von der Polizei erwischt wird, zahlt dafür mit 200 Franken eine höhere Busse als in gewissen anderen Ländern. In Österreich etwa kostet das Vergehen 120 Euro, in Ungarn nur 50 Euro. Mit Abstand am teuersten wird es in Slowenien, wo 800 Euro Strafe drohen.

In anderen Ländern, wo auf Autobahnen statt einer Vignette Maut verlangt wird, kann das Zahlen gar nicht umgangen werden. Auch hier gibt es grosse Unterschiede. Italien und Frankreich verlangen im Schnitt über 9.50 Euro pro hundert Kilometer Autobahn und sind damit am teuersten. Danach folgen Spanien und Griechenland. In Portugal hingegen kostet dieselbe Strecke mit einem Personenwagen gerade einmal 1.60 Euro.

Für Autofahrer heisst es an Ostern also: Strecke planen, bevor sie losfahren. Besitzer eines Wohnmobils müssen sich noch besser überlegen, wohin sie verreisen. Denn praktisch überall ist die Höhe der Kosten für Strassen, Brücken und Tunnel noch abhängig von Achsenanzahl, Emissionsklasse, Höhe oder Gewicht des Fahrzeuges. In manchen Fällen ist sogar die Tageszeit entscheidend. Es lohnt sich also, sich vorher genau über das Ferienziel zu informieren.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 16.04.2019, 10:21 Uhr

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