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Melania Trump«Wir brauchen meinen Ehemann als Präsidenten»

Am zweiten Tag des virtuellen Parteitags der Republikaner hat sich die First Lady für die Wiederwahl ihres Mannes starkgemacht.

Zweieinhalb Monate vor der Wahl: First Lady Melania Trump wirbt für eine weitere Amtszeit ihres Ehemannes.

First Lady Melania Trump hat in ihrer Ansprache zum Parteitag der Republikaner für eine weitere Amtszeit von Präsident Donald Trump geworben. «Mein Ehemann, unsere Familie und die Menschen in dieser Regierung kämpfen für Sie», sagte die 50-Jährige am Dienstagabend bei ihrem Auftritt im Rosengarten des Weissen Hauses. «Er liebt dieses Land und weiss, wie man etwas erreichen kann.» Melania Trump betonte: «Ich glaube, dass wir jetzt mehr denn je die Führung meines Ehemannes brauchen.»

Die First Lady verzichtete bei ihrer Rede auf Angriffe auf den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden. «Ich will diese wertvolle Zeit nicht dazu gebrauchen, um die andere Seite anzugreifen», sagte sie. Mit Blick auf den Parteitag der Demokraten fügte sie hinzu: «Wie wir vergangene Woche gesehen haben, dient diese Art von Gerede nur dazu, das Land weiter zu spalten.»

Melania Trump sprach den Angehörigen von Opfern der Corona-Pandemie ihr Mitgefühl aus. Sie versicherte, dass die Regierung ihres Ehemannes nicht aufhören werde zu kämpfen, bis es einen wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus für alle geben werde. «Donald wird nicht ruhen, bis er alles in seiner Macht Stehende getan hat, um sich um alle zu kümmern, die von dieser schrecklichen Pandemie betroffen sind.» Dem Präsidenten werfen Kritiker in der Pandemie einen Mangel an Mitgefühl für die Betroffenen vor.

Die First Lady ging in ihrer Ansprache auch auf die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ein, die vom Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai ausgelöst wurden. «Wir müssen uns daran erinnern, dass wir alle eine Gemeinschaft sind, die aus vielen Rassen, Religionen und Ethnien besteht», sagte sie.

Kritik an Pompeo

In Missachtung einer langen Tradition hat sich US-Aussenminister Mike Pompeo direkt in den Wahlkampf eingebracht und auf dem Parteitag der Republikaner für die Wiederwahl von Präsident Donald Trump geworben. Die Umsetzung des Programms «America First» habe Trump zwar «nicht in jeder ausländischen Hauptstadt populär gemacht», sagte Pompeo in der zuvor in Jerusalem aufgezeichneten und am Dienstag ausgestrahlten Ansprache. «Aber es hat funktioniert.»

In China habe Trump «den Vorhang vor der räuberischen Aggression der Kommunistischen Partei Chinas» gelüftet, sagte der US-Aussenminister. Zur Corona-Pandemie sagte Pompeo: «Der Präsident hat China dafür zur Rechenschaft gezogen, dass es den China-Virus vertuscht hat und zugelassen hat, dass es Tod und wirtschaftliche Zerstörung in Amerika und in der Welt verbreitet.»

Unter der Regierung Trumps sei die Nato stärker geworden, erklärte Pompeo. Zu dem 2019 gekündigten INF-Abrüstungsvertrag mit Moskau sagte er: «Amerika hat einen schädlichen Vertrag verlassen, damit unsere Nation nun Raketen bauen kann, um russische Aggression abzuschrecken.»

Die Video-Ansprache Pompeos für den Parteitag ist in der Demokratischen Partei auf scharfe Kritik gestossen. Die Wahlkampfleitung von Präsidentschaftskandidat Joe Biden erklärte am Dienstag, der Beitrag des Aussenministers zum Parteitag der Republikaner sei nicht nur ein Missbrauch von Steuermitteln, sondern untergrabe auch die wichtige Arbeit des Aussenministeriums. Damit schade Pompeo dem Einsatz der US-Diplomaten in aller Welt.

«Mein Vater bringt Amerikaner zum Mars»

Präsidentensohn Eric Trump hat den Amerikanern in Aussicht gestellt, dass ihre Landsleute bald zum Mars fliegen werden – vorangetrieben vom amerikanischen Geist. Dieser habe «die Skyline von New York City erbaut, den Hoover-Staudamm errichtet und er wird – unter der Führung meines Vaters – Amerikaner zum Mars entsenden», sagte Eric Trump beim Parteitag der Republikaner, bei dem Donald Trump als Kandidat für eine zweite Amtszeit nominiert wurde.

Dieser amerikanische Geist werde auch «in 68 Tagen die leeren, repressiven und radikalen Ansichten der extremen Linken besiegen», sagte Eric Trump am Dienstagabend weiter. Die Wahl am 3. November war da allerdings noch 70 Tage entfernt, wie unter anderem ein Reporter des Senders CNN anmerkte.

Präsidententochter Tiffany Trump hat den US-Bürgern beim Parteitag der Republikaner erklärt, dass sie von Medien und Technologie-Konzernen manipuliert werden. «Statt den Amerikanern das Recht einzuräumen, unsere eigene Überzeugungen zu formen, hält dieses System der Desinformation die Menschen geistig versklavt von den Ideen, die sie für richtig halten», sagte Tiffany Trump am Dienstag. «Die Menschen müssen erkennen, dass unsere Gedanken, Meinungen und sogar die Entscheidung, für wen wir abstimmen, von Medien und Tech-Giganten manipuliert und auf unsichtbare Weise aufgezwungen werden.»

Wirtschaftsberater warnt vor Biden

Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, hat beim Parteitag der Republikaner vor einem Abschwung der Wirtschaft im Fall eines Wahlsiegs der Demokraten gewarnt. «Unsere wirtschaftliche Wahl ist klar», sagte Kudlow am Dienstagabend mit Blick auf die Wahl im November. «Wollen Sie eine gesunde Wirtschaft, Wohlstand, Möglichkeiten und Optimismus? Oder wollen sie zu den dunklen Tagen von Stagnation, Rezession und Pessimismus zurückkehren?» Trump tritt bei der Wahl im November gegen den Herausforderer der Demokraten, Ex-Vizepräsident Joe Biden, an.

Kudlow sagte, bis zur Corona-Pandemie sei die wirtschaftliche Entwicklung in den USA unter Trump ein «fulminanter Erfolg» gewesen. Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie seien tragisch gewesen. Kudlow pries Trumps Führung bei den Bemühungen, «um das Covid-Virus erfolgreich zu bekämpfen». Inzwischen erhole sich die Wirtschaft wieder. Die Pandemie hat in den USA mehr als 178’000 Menschen das Leben gekostet und dauert weiter an. Millionen Amerikaner verloren ihre Arbeit. Die Wirtschaft wurde in eine schwere Krise gestürzt, die noch nicht beendet ist.

Trump begnadigt Exhäftling

Unmittelbar vor einem geplanten Auftritt auf dem Parteitag der Republikaner ist ein ehemaliger Häftling von US-Präsident Donald Trump begnadigt worden. Das Leben von Jon Ponder sei «ein schönes Zeugnis für die Kraft der Erlösung», sagte Trump vor der Unterzeichnung des Gnadenerlasses in einer Ansprache mit zahlreichen religiösen Bezügen. Eine Video-Aufzeichnung der Zeremonie veröffentlichte das Weisse Haus am Dienstag. Mit der Begnadigung ist die volle Wiederherstellung der Bürgerrechte verbunden, darunter auch das Wahlrecht.

An der Zeremonie nahm auch der ehemalige Bundespolizist Richard Beasley teil, der Ponder nach einem Bankraub im US-Staat Nevada im Jahr 2004 verhaftet hatte. Ponder gründete nach seiner Entlassung 2009 die Organisation Hope for Prisoners (Hoffnung für Gefangene) mit Sitz in Las Vegas, die sich für die gesellschaftliche Eingliederung von Exhäftlingen einsetzt. «Wir leben in einer Nation der zweiten Chancen», sagte Ponder während der Zeremonie.

Sowohl Ponder als auch Beasley waren am Dienstag als Redner auf dem Parteitag der US-Republikaner angekündigt. Der zweite Tag der viertägigen Versammlung stand unter dem Motto «Land of Opportunity» (Land der Möglichkeiten).

Weniger Zuschauer als Demokraten

Der Parteitag der Republikaner von US-Präsident Donald Trump ist am ersten Abend bei den TV-Einschaltquoten hinter dem Treffen der Demokraten in der vergangenen Woche zurückgeblieben. Die Republikaner hätten am Montagabend verteilt über sechs Fernsehsender 15,84 Millionen Zuschauer vor die Geräte gelockt, wie US-Medien am Dienstag unter Berufung auf die Firma Nielsen Media Research berichteten. Am ersten Abend des Parteitags der Demokraten exakt eine Woche zuvor waren es demnach 18,69 Millionen Zuschauer. Trump hatte die Einschaltquoten der Demokraten nach deren erstem Abend als «sehr schlecht» bezeichnet.

Die Quoten berücksichtigen nicht die Zuschauer, die die Parteitage über Streaming-Plattformen verfolgen. Die Zahl der Zuschauer bei den Republikanern lag rund 30 Prozent niedriger als beim Parteitag 2016, als Trump erstmals zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl nominiert wurde. In diesem Jahr finden die Parteitage wegen der Corona-Pandemie weitgehend virtuell statt. Traditionell sind sie Mega-Events mit Tausenden Delegierten und Gästen. Sie sollen die Begeisterung für die Kandidaten wenige Monate vor der Wahl schüren.

Die Delegierten beim Parteitag der Republikaner hatten am Montag Trump einstimmig als ihren Kandidaten für die Wahl am 3. November nominiert. Er will die Nominierung mit einer Rede vom Weissen Haus aus am Donnerstag annehmen. In der vergangenen Woche hatten die Demokraten Ex-Vizepräsident Joe Biden als Kandidaten gekürt.

SDA/chk