Zum Hauptinhalt springen

Gesundheitsdirektoren kritisieren Risikopolitik der Versicherer

Für Michael Jordi, Zentralsekretär der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), kommt der erneute Prämienanstieg nicht überraschend. Neben der demografischen Entwicklung sind seiner Meinung nach auch die Versicherer mitschuldig für die höheren Krankenkassenbeiträge.

Sieht auch die Kassen für den Prämienanstieg verantwortlich: Michael Jordi, Zentralsekretär der Gesundheitsdirektorenkonferenz. (Archiv)
Sieht auch die Kassen für den Prämienanstieg verantwortlich: Michael Jordi, Zentralsekretär der Gesundheitsdirektorenkonferenz. (Archiv)
Keystone

"Der Reservetopf vieler Krankenkassen steigt. Das ist nicht in jedem Fall gerechtfertigt", sagte Jordi am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Es gebe Krankenversicherer, die systematisch hohe Gewinne erwirtschafteten, welche in den gesamtschweizerischen Reservetopf flössen. Seit dem 1. Januar 2012 müssen die Reserven der Krankenkassen eine Mindesthöhe aufweisen, die den Risiken jedes einzelnen Krankenversicherers entspricht. Oft werden diese Risiken aber zu gut eingeschätzt, womit der Reservetopf geäufnet wird. Spitalfinanzierung unterschiedlich weit Laut Jordi steigen in gewissen Kantonen die durchschnittlichen Prämien aufgrund der Anpassung eines einzelnen grossen Versicherers - beispielsweise im Tessin oder in Neuenburg ist dies der Fall. Der Prämienanstieg hänge des Weiteren von der Situation bei der Spitalfinanzierung ab. Während in einigen Kantonen die Versicherer - und damit indirekt auch die Versicherten - durch einen tieferen Kostenanteil entlastet werden, ist in anderen Kantonen noch das Gegenteil der Fall. Keine tieferen Prämien in Sicht Klar ist für den Gesundheitsexperten Jordi, dass die Kosten pro Kopf künftig weiter steigen werden. "Weil die Leute immer älter werden, nehmen sie medizinische Leistungen länger und auch intensiver in Anspruch." Weitere Kostentreiber seien die Medikamente und der spitalambulante Bereich. Die vom Bundesrat wiedereingeführte Zulassungssteuerung für Ärztinnen und Ärzte sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagte Jordi. "Jedoch würden die Krankenkassen gut daran tun, einer dauerhaften Beschränkung zuzustimmen, statt sie zu bekämpfen."

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch