Betreiben Federer & Co. Schleichwerbung?

Schweizer Prominente sollen auf Instagram Schleichwerbung betrieben haben. Jetzt handelt der Konsumentenschutz.

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Mode-Influencerin Xenia Tchoumitcheva, Mountainbikerin Jolanda Neff, Tennis-Ass Roger Federer – sie vereinen auf Instagram zusammen Millionen Follower. Wie die SRF-Sendung «10vor10» berichtet, hat die Schweizerische Stiftung für Konsumentenschutz (SSK) gegen sie und weitere Persönlichkeiten bei der Lauterkeitskommission, eine Selbstregulierungs-Organisation der Werbebranche, Beschwerde erhoben.

Der Vorwurf lautet: Die Stars sollen auf Instagram Schleichwerbung betreiben. Sara Stalder, Geschäftsleiterin des SSK, sagt gegenüber dem SRF-Sendung: «Der Zeitpunkt, um Regeln zu machen, ist jetzt gekommen.» Werbung müsse in der Schweiz klar gekennzeichnet werden. Es sei wichtig, dass Influencer auf den sozialen Medien offenlegen, dass sie ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht einfach so toll finden, sondern fürs Loben bezahlt werden.

Klare Kennzeichnung verlangt

Der Konsumentschenschutz verlange laut der Sendung nun eine klare Kennzeichnung wie zum Beispiel einen Button direkt auf dem Bild, durch den der Beitrag von privaten Posts unterschieden werden kann. Thomas Meier, Kommunikationsbeauftragter der Lauterkeitskommission sagt gegenüber «10vor10», dass er sich zu den eingegangenen Beschwerden nicht äussern darf. Es sei jedoch wichtig, dass demnächst ein Entscheid getroffen werde, an dem sich vor allem Influencer orientieren könnten.

Der Konsumentenschutz hat pro Persönlichkeit gegen je einen Post auf Instagram Beschwerde erhoben. Der Anwalt von Roger Federer zeigt sich überzeugt, dass die Beschwerden abgewiesen werden. Roger Federer nutze seine Social Media Accounts «authentisch und spontan», um mit seinen Fans zu kommunizieren. Zudem würde er die Öffentlichkeit stets transparent über seine Sponsoringtätigkeit informieren.

«Es gab keinen bezahlten Vertrag»

Der Assistent von Xenia Tchoumitcheva antwortet schriftlich: «Das war weder eine bezahlte Werbung, noch gab es je einen bezahlten Vertrag zwischen Xenia und diesen Marken.» Es seien auf besagtem Post sogar zwei Konkurrenz-Marken getaggt – das würde in einem gesponsorten, bezahlten Post nie passieren. Mountainbikerin Jolanda Neff lässt gegenüber «10vor10» verlauten, dass sie bisher noch nie einen «Influencer-Post» abgesetzt hat. Obwohl sie fast täglich Anfragen erhalte, distanziere sie sich «deutlich davon».

Die Lauterkeitskommission wird in den nächsten Wochen oder Monaten ihr Urteil fällen. Sanktionsmöglichkeiten hat sie keine.

(red)

Erstellt: 24.06.2019, 12:15 Uhr

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