Die AHV steht schlechter da als erwartet

Letztes Jahr gab die Versicherung deutlich mehr Geld für Renten aus, als sie an Beiträgen eingenommen hat.

2018 steht die AHV deutlich schlechter da als erwartet: Ein älteres Ehepaar auf einer Bank in Zürich. (Symbolbild: Keystone)

2018 steht die AHV deutlich schlechter da als erwartet: Ein älteres Ehepaar auf einer Bank in Zürich. (Symbolbild: Keystone)

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Die AHV hat eine Finanzspritze dringend nötig. Letztes Jahr gab sie deutlich mehr Geld für Renten aus als sie an Beiträgen eingenommen hat. Das so genannte Umlageergebnis lag 1,038 Milliarden Franken im Minus.

Hinzu kommt ein Verlust auf den Anlagen des AHV-Ausgleichsfonds von 1,233 Milliarden Franken. Abzüglich der von der IV überwiesenen Zinsen schreibt die AHV unter dem Strich ein Verlust von 2,22 Milliarden Franken. Das teilte Compenswiss, der Ausgleichsfonds von AHV, IV und EO, am Montag mit.

Schon 2017 war das Umlageergebnis der AHV negativ gewesen. Dieser Verlust war aber damals durch einen Gewinn auf den Anlagen des Ausgleichsfonds mehr als ausgeglichen worden. 2018 steht die AHV nun deutlich schlechter da als erwartet.

AHV-Kasse leert sich

Als die Verwaltung im Zusammenhang mit der Altersvorsorge 2020 den Finanzhaushalt der AHV abschätzte, ging sie für 2018 von einem positiven Betriebsergebnis aus. Sie erwartete zwar schon ein negativen Umlageergebnis, aber nicht in dieser Höhe. Zudem rechnete die Verwaltung mit einem Kapitalertrag von rund 740 Millionen Franken.

Mit dem Verlust leert sich auch der AHV-Ausgleichsfonds schneller als erwartet. Laut Compenswiss befanden sich darin Ende 2018 noch etwa 29,3 Milliarden Franken. Inklusive die rund 10 Milliarden Franken IV-Schuld und die im Umlauf befindlichen Mittel sind es rund 45 Milliarden Franken. Das sind etwa 101 Prozent einer Jahresausgabe.

Nur vorübergehende Linderung

Am 19. Mai kommt die AVH-Steuervorlage an die Urne. Teil davon ist eine Zusatzfinanzierung für die AHV von rund 2 Milliarden Franken im Jahr. Ein Verlust wie 2018 würde dadurch nahezu ausgeglichen. In den nächsten Jahren wächst der Verlust beim Umlageergebnis aus demografischen Gründen aber ständig weiter. Um eine teilweise Zahlungsunfähigkeit der AHV zu vermeiden, müsste die nächste AHV-Reform sofort umgesetzt werden.

Auch die Invalidenversicherung (IV) musste 2018 ein negatives Umlageergebnis von 65 Millionen Franken hinnehmen. Im Jahr zuvor hatte die Versicherung noch fast 800 Millionen Franken mehr eingenommen als ausgegeben. Grund für den Einbruch ist, dass die IV-Zusatzfinanzierung Ende 2017 ausgelaufen ist. Zusammen mit dem Anlageverlust von 172 Millionen Franken hat die IV letztes Jahr 237 Millionen Franken verloren.

Die Erwerbsersatz-Versicherung (EO) schloss laut compenswiss mit 11 Millionen Franken im Minus. Das Umlageergebnis war zwar mit 26 Millionen Franken positiv, auf den Anlagen resultierte aber ein Verlust von 37 Millionen Franken. (mac/sda)

Erstellt: 15.04.2019, 12:09 Uhr

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