Frauenstreik-Plakat im Berner Stadtparlament: SVP-Hess in Rage

Der SVP-Nationalrat hängte das Plakat am Rednerpult mehrfach ab – zum Verdruss der meisten übrigen Anwesenden.

Widersetzte sich dem Beschluss der SVP-Fraktion im Berner Stadtparlament: SVP-Politiker Erich Hess. (Archivbild: Keystone)

Widersetzte sich dem Beschluss der SVP-Fraktion im Berner Stadtparlament: SVP-Politiker Erich Hess. (Archivbild: Keystone)

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Ein Frauenstreik-Plakat am Rednerpult des Berner Stadtparlaments hat den SVP-Nationalrat und Stadtparlamentarier Erich Hess am Donnerstagabend in Rage gebracht. Er hängte das Plakat mehrfach ab, zum Verdruss der meisten übrigen Anwesenden.

Das Plakat war vor Beginn der Sitzung am Rednerpult angebracht worden. Sieben der acht Fraktionen wollten damit und mit weiteren Aktionen auf den Frauenstreik vom Freitag aufmerksam machen.

Die SVP-Fraktion – die ausschliesslich aus Männern besteht – hatte im Vorfeld einstimmig beschlossen, das Plakat zu tolerieren. «Es werden keine Störaktionen veranstaltet», heisst es in einem partei-internen Dokument , das der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vorliegt.

Hess mochte sich allerdings nicht an den Fraktionsbeschluss halten. Er sah durch das Plakat die politische Neutralität des Parlaments verletzt und entfernte es. Als es der städtische Finanzdirektor Michael Aebersold (SP) erneut aufhing, riss es Hess wieder herunter. Schliesslich gab er klein bei.

Ein weiterer SVP-Politiker mochte sich das Plakat allerdings auch nicht bieten lassen. Er überdeckte bei seinen Voten das Frauenstreik-Plakat jeweils mit einer Schweizerfahne.

Stadtratspräsident Philip Kohli (BDP) bewilligte das Plakat, «um ein Zeichen zu setzen und auf die noch nicht erreichte Gleichstellung aufmerksam zu machen». Seiner Meinung nach war das Abhängen des Plakats «nicht bloss eine Missachtung des Hausrechts des Stadtratspräsidenten, sondern ein Affront gegenüber allen Frauen und Männern, welche für die Gleichstellung einstehen».

(red/sda)

Erstellt: 13.06.2019, 23:36 Uhr

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