GC-Hooligan stellt sich der Polizei

Stefan N. war nach dem Spiel vom Sonntag untergetaucht. Nun befindet er sich in Polizeigewahrsam.

Stefan N. mit vermummten Hooligans in Luzern auf dem Rasen. Foto: Manuel Geisser

Stefan N. mit vermummten Hooligans in Luzern auf dem Rasen. Foto: Manuel Geisser

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Noch am Sonntag stand der GC-Hooligan Stefan N. an vorderster Front auf dem Spielfeld beim Spiel zwischen Luzern und GC. Zusammen mit weiteren Rabauken erzwang er einen Spielabbruch. Während die meisten seiner Mitstreiter Kopfbedeckungen oder Schals trugen, zeigte N. seinen Kopf ungeniert. Nach dem Spiel tauchte der arbeitslose Koch allerdings unter, wie der «Blick» berichtet.

Tatsächlich suchte die Kantonspolizei Aargau am Dienstagabend nach dem 40-Jährigen. Gegen 20.30 Uhr drang sie in das Treppenhaus eines Mehrfamilienhaus in Hausen AG ein. Dort soll laut Informationen des «Blick» die Freundin von N. wohnen. Dies bestätigen auch Berichte von Nachbarn. Er sei hier gewesen und habe einige Tage lang hier gewohnt.

Noch am selben Abend meldete N. sich telefonisch bei der Polizei. Am Mittwochmorgen hat er sich schliesslich selbst gestellt, wie Simon Kopp von den Luzerner Strafverfolgungsbehörden gegenüber dem «Blick» bestätigt.


Mit Glatze und imposantem Bart: Wer ist dieser GC-Hooligan? Stefan N., der mutmassliche Rädelsführer der GC-Hooligans, hat Neonazi-Vergangenheit. Kurt Pelda hat recherchiert.


N. befinde sich derzeit laut Kopp in Polizeigewahrsam, es werden Befragungen durchgeführt. Innerhalb von 48 Stunden soll die Entscheidung gefällt werden, ob er in Untersuchungshaft kommt.

Nazi-Tattoos

Stefan N. ist schon seit Jahren in der Hooligan-Szene bekannt. Bereits Anfang der 2000er-Jahre stand der Mann als Mitglied der Hooligan-Gruppierung «Hardturm-Front» hinter dem Tor und feuerte die Hoppers an. Allerdings eckte der Thurgauer mit seinem Nazi-Gedankengut, das er auch in Form von Tattoos auf der Haut trägt, bei vielen Kurvenmitgliedern an.

In den letzten Jahren war es allerdings ruhiger um ihn geworden. 2014 sagte er in einem Interview mit «20 Minuten», angesprochen auf sein rechtsextremes Gedankengut: «Das ist kalter Kaffee. Meine Zeit in der rechten Szene ist Jahrzehnte her, und ich distanziere mich schon lange von solchen Leuten.» Er sieht sich mittlerweile als Balkanrocker. Aktivitäten auf Facebook werfen jedoch Zweifel in Bezug auf seine Gesinnung auf. (TA)

Erstellt: 15.05.2019, 10:51 Uhr

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