Nahost-Koryphäe Arnold Hottinger gestorben

Der Experte, bekannt aus Presse und Radio für seine tiefgründigen Analysen über die arabische Welt, wurde 92-jährig.

Porträt von Arnold Hottinger, aufgenommen am 4. April 2013 in seiner Wohnung in Zug.

Porträt von Arnold Hottinger, aufgenommen am 4. April 2013 in seiner Wohnung in Zug. Bild: Gaëtan Bally/Keystone

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Arnold Hottinger, der langjährige Nahost-Korrespondent der «NZZ» sowie verschiedener Radiostationen, ist in der Nacht auf Dienstag im Alter von 92 Jahren gestorben. Seine Spezialität waren tiefgründige Analysen über die islamische und arabische Welt.

Hottingers Sohn Julian Thomas Hottinger bestätigte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA eine Meldung des Online-Magazins «Journal21». Hottinger starb in der Nacht zum Dienstag an den Folgen einer vor vier Monaten schlecht verlaufenen und abgebrochenen Herzoperation in seiner Wohnung in Zug.

Hottinger galt als einer der weltbesten Kenner des Nahen Ostens. Er arbeitete über 30 Jahre lang als Korrespondent für die Neue Zürcher Zeitung in Beirut, Madrid und Nikosia. Der gebürtige Basler sprach neben Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Hocharabisch auch mehrere arabische Dialekte.

Viele Texte schrieb er vom Krankenbett aus

Viele seiner letzten Texte für das «Journal21» schrieb er vom Krankenbett aus. Seine Passion für die Ereignisse im Nahen Osten sei bis zum Schluss nicht zu zügeln gewesen, heisst es im Artikel des Online-Portals.

2015 erhielt Arnold Hottinger den Zürcher Journalistenpreis für sein Gesamtwerk. Hottinger habe «das Geschehen in dieser unruhigen Weltregion mit fundierten Berichten und Analysen aufmerksam begleitet», schrieb die Stiftung Zürcher Journalistenpreis damals zur Preisverleihung.

Zwei Jahre zuvor wurde Hottinger in Bern der Reinhard von Graffenried Lifetime Achievement Award verliehen. Er habe mit seiner ausserordentlichen Kenntnis der arabischen Welt und der islamischen Kultur den Schweizer Journalismus während Jahrzehnten massgeblich mitgeprägt, hiess es in der Jurybegründung.

(phz/sda)

Erstellt: 21.05.2019, 13:19 Uhr

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